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Die Odyssee (2021)

La Traversée

Im per Hand gemalten Öl-auf-Glas-Animationsfilm "Die Odyssee" begeben sich zwei geflüchtete Geschwisterkinder auf die Suche nach einem neuen Zuhause.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3.5 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 2 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Die Geschwister Kyona (Emilie Lan Dürr / deutsche Stimme: Derya Flechtner) und Adriel (Maxime Gemin / Max Asmus) leben in dem kleinen, abgeschiedenen Dorf Novi Varna, das umgeben ist von Wäldern und unberührter Natur. Doch die Ruhe trügt. Denn eines Nachts wird der Ort von Bauern überfallen und Kyona und Adriel müssen mit ihren Eltern vor der eskalierenden Gewalt fliehen. Das Ziel: Die Durchquerung des Kontinents, um zu einem Verwandten in den Freien Staaten zu gelangen. Als die Geschwister bei einer Zugkontrolle von ihren Eltern getrennt werden, müssen sie ihre weitere Reise allein und auf sich gestellt bestreiten. Es ist der Anfang einer ebenso turbulenten wie heldenhaften Reise, die Kyona und Adriel über einen Kontinent voller todbringender Gefahren führt.

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Die OdysseeDie OdysseeDie OdysseeDie OdysseeDie OdysseeDie Odyssee


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse5 / 5

Florence Miailhe, Animationskünstlerin, Malerin und Regisseurin, arbeitete zehn Jahre an "Die Odyssee". In den Film flossen auch eigene biografische Fakten und die Erlebnisse ihrer Urgroßmutter, die einst aus Odessa fliehen mussten, mit ein. Herausgekommen ist eine der poetischsten, beeindruckendsten Kinoproduktionen der jüngeren Vergangenheit, deren Inhalte und Sujet vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Kriegs-Katastrophe nicht aktueller sein könnte.

Miailhe erzählt eine allgemeingültige Geschichte über Flucht, Vertreibung, Todesangst, Heimatverlust und Neubeginn. Klare örtliche und zeitliche Verortungen existieren nicht, vielmehr versteht sie ihr Werk, das aus über 120 000 Einzelbildern besteht, als modell- und beispielhafte Erzählung über alle Menschen, die durch Krieg und Gewalt ihrer Wurzeln und Heimat beraubt werden. Die unbeschwerte Jugend von Kyona, die als ältere Frau als Erzählerin durch den Film führt und in Rückblenden von der Odyssee berichtet, und die ihres Bruders endeten im Alter von 13 bzw. 12 Jahren.

Kyona und Adriel treffen unter anderem auf Straßenkinder, hilfsbereite Erwachsene und liebenswerte Zirkusleute aber auch auf Menschenhändler, verbrecherische Schleuser und andere Kriminelle. Auf ihrer Flucht quer über den Kontinent durchleben die Geschwister dabei immer wieder märchenhafte, magische Momente. Die sich in Form einzigartiger, mystischer Bilder und Einfälle auch dem Zuschauer sehr unmittelbar erschließen. Zum Beispiel wenn die Tiere der umgebenden Natur ebenso wie die Blätter im Wind das Verhalten und die Gefühle der Geschwister widerspiegeln.

Der Höhepunkt des Films währt die kompletten 80 Minuten hindurch: die zauberhafte, entrückte wirkende visuelle Umsetzung und die eindringliche Farbgestaltung. Vor allem die sensible Linien- und Pinselführung sowie das Nebeneinander von Schwarz-Weiß-Motiven/-Bildern (die menschlichen Gesichter, Kyonas Skizzen) und Farbenpracht (die Hintergründe, Details, Kleidung, Landschaften) entfalten eine außergewöhnliche, selten gesehene Sogwirkung.

Fazit: Mystisch-entrückter, visuell beeindruckender Mix aus Animation, Märchen sowie Flucht- und Vertreibungsgeschichte. Ein Film, der lange nachwirkt und dessen animierte Öl-Bilder regelrecht berauschen.




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FBW: besonders wertvollFlorence Miailhe ist es gelungen, eine universelle Geschichte von der Fluchterfahrung zu kreieren. Inspiriert durch ihre eigene Familiengeschichte hat sie viele Erfahrungsberichte, Legenden, alteÜberlieferungen und Mythen gesammelt und diese zu [...mehr]

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Land: Frankreich, Tschechien, Deutschland
Jahr: 2021
Genre: Animation
Länge: 84 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 28.04.2022
Regie: Florence Miailhe
Darsteller: Emilie Lan Dürr als Kyona (voice), Florence Miailhe als Kyona âgée (voice), Maxime Gemin als Adriel (voice)
Verleih: Grandfilm

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