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Schwestern - Eine Familiengeschichte (2021)

Soeurs

Drama: Drei französisch-algerische Schwestern setzen sich mit ihrer Vergangenheit auseinander.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2.5 / 5

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Zorah (Isabelle Adjani), Djamila (Rachida Brakni) und Norah (Maïwenn) stammen aus Algerien und leben seit vielen Jahren in Frankreich, ebenso wie ihre Mutter Leïla (Fettouma Bouamari). Der kleine Bruder des Trios wurde einst vom Vater entführt und in Algerien versteckt. Als Zorah die Ereignisse von damals in einem Schul-Theaterstück verarbeiten will, in dem ihre Tochter Farah (Hafsia Herzi) die Rolle von Leïla spielen soll, gerät die Familie in einen Konflikt.

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SoeursSoeursSoeursSoeursSchwestern - Eine FamiliengeschichteSchwestern - Eine Familiengeschichte


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse4 / 5

Das Drama "Schwestern – Eine Familiengeschichte" ist das neue Werk der französischen Filmemacherin, Serienschöpferin und Politikerin Yamina Benguigui ("Inschallah – Endlich Sonntag", "Aïcha"). Erzählt wird darin, wie die drei titelgebenden Schwestern Zorah, Djamila und Norah im heutigen Frankreich versuchen, ihre Vergangenheit zu bewältigen. Als die Mutter des Trios einst den Entschluss fasste, aus Algerien zu fliehen, entführte der Vater den kleinen Sohn. Der Film befasst sich mit den Vorwürfen, die die Figuren einander und sich selbst machen, mit Zweifeln und Schuldgefühlen, zeigt aber auch den entschlossenen Kampf um die eigenen Rechte.

Die Inszenierung verbindet die Gegenwart gekonnt mit Rückblenden in die Zeit des Krieges in Algerien. Der Übergang von einer Zeitebene zur anderen wird zuweilen auf assoziative Weise hergestellt, indem etwa der Duft eines Lippenstifts Erinnerungen weckt. Die Intensität des Films ist zudem den beachtlichen Leistungen der drei Hauptdarstellerinnen Isabelle Adjani ("Die Geschichte der Adèle H.", "Subway"), Rachida Brakni und Maïwenn ("High Tension") sowie Fettouma Bouamari in der Rolle der Mutter zu verdanken. Die familiäre Disharmonie wird in den Interaktionen zwischen den Frauen glaubhaft eingefangen. Wenn Norah, die jüngste Tochter, bei ihrer Mutter einziehen muss, kommt es rasch zu Konflikten. Schnell wird deutlich, dass alte Wunden noch nicht verheilt und etliche Fragen nicht ausreichend geklärt sind. Wir sehen Figuren, die im Umgang miteinander das Beste zu geben versuchen – und doch an ihre Grenzen stoßen.

Clever ist auch, wie Benguigui die Möglichkeit, Traumata künstlerisch zu verarbeiten, in den Plot einwebt, indem Zorah, die älteste Schwester, die Erlebnisse in Algerien in einem Schul-Theaterstück auf die Bühne bringen möchte. Die verschiedenen Reaktionen des Umfeldes auf dieses Vorhaben eröffnen die Diskussion, was Kunst mit politischen Inhalten zu vermitteln vermag.

Fazit: Ein komplexes, stark gespieltes und einfühlsam in Szene gesetztes Familiendrama über die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.




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Land: Frankreich, Algerien
Jahr: 2021
Genre: Drama
Länge: 99 Minuten
Kinostart: 30.12.2021
Regie: Yamina Benguigui
Darsteller: Isabelle Adjani als Zorah, Rachida Brakni als Djamila, Maïwenn Le Besco als Norah
Verleih: Studiocanal

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