oder

Bulldog (2022)

Kein Kinderspiel: deutsches Drama über eine ungesunde Mutter-Sohn-Beziehung.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmiggutweltklasse 3 / 5
User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmiggutweltklasse 4.7 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 130 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Obwohl Bruno (Julius Nitschkoff) längst erwachsen ist, schläft er immer noch mit seiner Mutter Toni (Lana Cooper) in einem Bett. Dass die zwei so eng sind, hat auch mit ihrem geringen Altersunterschied zu tun. Toni ist nur 15 Jahre älter als Bruno, und wer hier Elternteil, wer Kind ist, ist nicht immer offensichtlich. Denn Toni benimmt sich mitunter verantwortungslos und ausgesprochen kindisch.

Seit einigen Jahren arbeiten Mutter und Sohn nun schon als Putzkräfte auf einer spanischen Insel; derzeit in Diensten des Deutschen Andreas (Moritz Führmann), der die zwei in einem Appartement auf der Ferienanlage wohnen lässt. Als Toni Hannah (Karin Hanczewski) kennenlernt und bei sich und Bruno einziehen lässt, gerät erst das Privat- und schließlich auch das Berufsleben von Mutter und Sohn aus den Fugen.

Bildergalerie zum Film "Bulldog"

BulldogBulldogBulldogBulldogBulldog


Filmkritikunterirdischschlechtmittelmiggutweltklasse3 / 5

Deutsche Debütfilme haben ein Problem. (Vielleicht ist dieses Problem sogar eins, das die deutsche Programmkino-Sparte an sich betrifft.) Allzu oft konzentrieren sich die frischgebackenen Filmschaffenden nicht aufs Wesentliche. Die von ihnen erzählte Handlung mäandert, franst aus, tauscht anfängliche Dynamik irgendwann gegen Antriebslosigkeit ein; wodurch sie meist länger wirkt, als sie tatsächlich ist.André Szardenings' Langfilmdebüt teilt dieses vermeidbare Schicksal.

Szardenings, von dem auch das Drehbuch stammt, hat seine Figuren glaubwürdig geschrieben und mit ausreichend Konfliktpotenzial ausgestattet. Das zentrale und in zweifacher Ausführung vorhandene Coming-of-Age-Motiv wird auf spannende Art und Weise verhandelt. Einem jungen Mann, der früh im Leben erwachsenen werden musste, stellt der Regienovize eine junge Mutter entgegen, die nie erwachsen geworden ist und ihren Sohn letztlich daran hindert, ein eigenständiges Erwachsenenleben zu führen. Eine gleichermaßen ungewohnte wie ungesunde Figurenkonstellation wie diese ist auf der großen Leinwand selten zu finden.

"Bulldog" beginnt mit einem Kinderspiel. Mutter und Sohn spielen erst Verstecken, dann Fangen. Ganz am Ende rennt der Sohn seiner Mutter nicht länger hinterher und läuft nicht länger vor sich selbst davon. Dazwischen ist viel Luft nach oben, was die Inszenierung und viel Leerlauf, was die Handlung anbelangt. Dass das Kinopublikum dem Protagonisten bis zuletzt die Daumen drückt, ist dem Schauspiel zu verdanken. Hauptdarsteller Julius Nitschkoff, der jüngst als Nebendarsteller in "Toubab" (2021) bleibenden Eindruck hinterließ, ergänzt sich wunderbar mit Lana Cooper ("Love Steaks") und Karin Hanczewski ("Tatort", "Lotte").

Fazit: André Szardenings' Langfilmdebüt "Bulldog" über eine ebenso ungewöhnliche wie ungesunde Mutter-Sohn-Beziehung überzeugt durch die Figurenkonstellation und das Schauspiel, hat erzählerisch und inszenatorisch aber noch viel Luft nach oben.




TrailerAlle "Bulldog"-Trailer anzeigen

Zum Video: Bulldog

Besetzung & Crew von "Bulldog"

Land: Deutschland, Spanien
Jahr: 2022
Genre: Drama
Länge: 95 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 02.02.2023
Regie: André Szardenings
Darsteller: Julius Nitschkoff als Bruno, Lana Cooper als Toni, Karin Hanczewski als Hannah
Verleih: missingFilms

Verknüpfungen zu "Bulldog"Alle anzeigen





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.