
© Grandfilm
Herz aus Eis (2025)
La tour de glace
In den Fängen der EisköniginKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 5 Besucher eine Bewertung abgegeben.
In den 1970er Jahren versteckt sich die junge Ausreißerin Jeanne (Clara Pacini) auf der Flucht aus einem Kinderheim in einem Filmstudio, wo der Märchenfilm "Die Schneekönigin“ gedreht wird. Dort zeigt sie sich von der mysteriösen Hauptdarstellerin Cristina (Marion Cotillard) fasziniert. Eine tiefe, gegenseitige Anziehung entsteht zwischen den beiden Frauen. Jeannes Reise führt sie in eine Welt voller emotionaler und künstlerischer Entscheidungen.
Bildergalerie zum Film "Herz aus Eis"
Hier streamen
Filmkritik
Auch in ihrem vierten Kinofilm verbindet Lucile Hadžihalilović Märchen- und Coming-of-Age-Motive zu einer hypnotisch-surrealen Atmosphäre. Wo in Hans Christian Andersens Kunstmärchen ein Junge in den Bann einer kalten Einsiedlerin gerät, ist es hier ein junges Mädchen. Als einen Art Mutterersatz findet sich die verträumte Jeanne immer stärker im Einfluss des einsamen Filmstars Cristina wieder. Bald scheint sie die Einzige zu sein, die mit den Launen der verwöhnten Diva umzugehen versteht. In dem jungen Kind mag sich die launische Ikone in jungen Jahren selbst wiederfinden, weshalb sie den Teenager unter ihre Fittiche nimmt und zu eigenem Bilde umformen versucht. Zunehmend spielt jedoch noch eine erotische Komponente mit. 20 Jahre nach "Innocence" besetzte die französische Regisseurin erneut Marion Cotillard als verführerischen Star und unnahbare Fantasygestalt.
Zu Lucile Hadžihalilovićs Inspirationsquellen zählten der per Plakat zitierte "Die roten Schuhe“ in seinem stilisiert-künstlichen Anstrich und osteuropäische/sowjetische Märchenfilme wie Gennadi Kasanskis "Die Schneekönigin“ von 1967. Das Spiel mit Licht und Farben zeigt sich wie bei dem bedeutenden britischen Duo Michael Powell/Emeric Pressburger als bedeutende Komponente. Aber auch italienische Giallo-Schocker zwischen Schönheit und Schrecken stellen Einflüsse dar. Damit beweist sie Gemeinsamkeiten zu dem Werk ihres weitaus radikaleren Lebensgefährten Gaspar Noé, der hier den Regisseur Dino Dorato verkörpert – eine Verbeugung vor Meister Dario Argento.
Hadžihalilović legte die entrückte Suche nach Geborgenheit und Halt zunehmend zwischen Traum und Realität an. In der weißen Märchenwelt des Films mit dem Eispalast, so der englische Titel, stellt der schwarze Rabe ebenfalls ein Element der Bedrohung und Unberechenbarkeit dar. Er ist es, der für eine blutige Attacke in der reinlichen Umgebung sorgt. Unterstützt wird die übersinnliche Atmosphäre durch das so reduzierte wie entrückte Sounddesign mit reichlich Hall- und Ambient-Klängen. Nur August Diehl wirkt in seinen wenigen Szenen etwas unterfordert, passt sich der geheimnisvollen Extravaganz ebenso bestens an.
Fazit: Eine junge Ausreißerin gerät in den Siebzigern in den Bann einer Diva. Poetisch-schaurige Märchen-Neuinterpretation in der Scheinwelt des Films.
Zu Lucile Hadžihalilovićs Inspirationsquellen zählten der per Plakat zitierte "Die roten Schuhe“ in seinem stilisiert-künstlichen Anstrich und osteuropäische/sowjetische Märchenfilme wie Gennadi Kasanskis "Die Schneekönigin“ von 1967. Das Spiel mit Licht und Farben zeigt sich wie bei dem bedeutenden britischen Duo Michael Powell/Emeric Pressburger als bedeutende Komponente. Aber auch italienische Giallo-Schocker zwischen Schönheit und Schrecken stellen Einflüsse dar. Damit beweist sie Gemeinsamkeiten zu dem Werk ihres weitaus radikaleren Lebensgefährten Gaspar Noé, der hier den Regisseur Dino Dorato verkörpert – eine Verbeugung vor Meister Dario Argento.
Hadžihalilović legte die entrückte Suche nach Geborgenheit und Halt zunehmend zwischen Traum und Realität an. In der weißen Märchenwelt des Films mit dem Eispalast, so der englische Titel, stellt der schwarze Rabe ebenfalls ein Element der Bedrohung und Unberechenbarkeit dar. Er ist es, der für eine blutige Attacke in der reinlichen Umgebung sorgt. Unterstützt wird die übersinnliche Atmosphäre durch das so reduzierte wie entrückte Sounddesign mit reichlich Hall- und Ambient-Klängen. Nur August Diehl wirkt in seinen wenigen Szenen etwas unterfordert, passt sich der geheimnisvollen Extravaganz ebenso bestens an.
Fazit: Eine junge Ausreißerin gerät in den Siebzigern in den Bann einer Diva. Poetisch-schaurige Märchen-Neuinterpretation in der Scheinwelt des Films.
Gregor Ries
TrailerAlle "Herz aus Eis"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Herz aus Eis"
Land: FrankreichWeitere Titel: The Ice Tower
Jahr: 2025
Genre: Drama, Fantasy
Originaltitel: La tour de glace
Länge: 118 Minuten
Kinostart: 18.12.2025
Regie: Lucile Hadzihalilovic
Darsteller: Marion Cotillard als Cristina / The Snow Queen, Gaspar Noé als Dino, August Diehl als Max, Clara Pacini als Jeanne, Lila-Rose Gilberti
Kamera: Jonathan Ricquebourg
Verleih: Grandfilm
Verknüpfungen zu "Herz aus Eis"Alle anzeigen

Trailer





