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No Other Choice (2025)

Eojjeolsuga eobsda

Südkoreas Oscarbeitrag: Starregisseur Park Chan-wook hat einen Kriminalroman des US-Schriftstellers Donald E. Westlake verfilmt und daraus eine rabenschwarze Gesellschaftssatire gemacht.Kritiker-Film-Bewertung: unterirdischschlechtmittelm??iggutweltklasse 3 / 5
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Man-su (Lee Byung-hun) und seine Frau Miri (Son Ye-jin) zählen zu jenem Teil der Mittelschicht, der ein sorgenfreies Leben führen kann. Ein Vierteljahrhundert als Experte in der Papierindustrie haben es Man-su ermöglicht, das große Haus mit Garten, in dem er aufgewachsen ist, zurückzukaufen. Die Zukunft seiner Familie, inklusive zweier Kinder, zweier Hunde und zweier Autos, sieht rosig aus. Doch dann wird Man-sus Firma von einem amerikanischen Unternehmen übernommen und im Zuge der Einsparungsmaßnahmen landet auch er auf der Straße.

Mehr als ein Jahr nach seiner Entlassung hat Man-su immer noch keine neue Anstellung in seiner alten Branche gefunden und jobbt stattdessen als Aushilfskraft in einem Supermarkt. Um den Kredit fürs Haus weiter bedienen zu können und das geliebte Heim nicht an einen verhassten Bekannten zu verlieren, muss die Familie den Gürtel enger schnallen: kein Abo mehr beim Streaminggiganten, keine Tennisstunden mehr für Miri, die zudem als Assistentin bei einem Zahnarzt anheuert, und die Hunde werden zu den Großeltern abgeschoben.

Doch da kommt Man-su eine vermeintlich rettende Idee. Was wäre, wenn er all die potenziellen Konkurrenten, die einer erfolgreichen Bewerbung um einen neuen Job im Weg stehen, aus selbigem räumt?

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"No Other Choice": Tödlicher Konkurrenzkampf

Park Chan-wook zählt zweifelsohne zu den besten Regisseuren, die Südkorea hervorgebracht hat. Bis vor wenigen Jahren und dem Oscargewinn seines Landsmanns Bong Joon-ho für die bitterböse Gesellschaftssatire "Parasite" (2019) dürfte Park neben dem 2020 gestorbenen Kim Ki-duk ("Seom", "Bin-Jip", "Pieta") gar der international bekannteste südkoreanische Filmemacher gewesen sein. Kassenschlager wie die Vengeance-Trilogie rund um das Meisterwerk "Oldboy" (2003) und von der Kritik gefeierte Erfolge wie das Historiendrama "Die Taschendiebin" (2016) machten es möglich.

Ein Liebling der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die jedes Jahr die Oscars vergibt, wurde Park dennoch nie. Bereits sein hochgelobter Krimi "Die Frau im Nebel" (2022), für den er bei den Filmfestspielen in Cannes als bester Regisseur ausgezeichnet wurde, ging bei der Vergabe des wichtigsten Filmpreises der Welt leer aus. Nicht einmal eine Nominierung als Bester internationaler Film war seinerzeit drin. Parks jüngstem Film "No Other Choice" erging es jetzt genauso. Bei seiner Weltpremiere im Zuge der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig von der Kritik gefeiert und mit gleich drei Nominierungen für einen Golden Globe im Gepäck, zog dieses rabenschwarze Sittengemälde bei den Nominierungen für einen Oscar gegen Filme wie "Sentimental Value" und "The Secret Agent" den Kürzeren. Und das hat gute Gründe.

Zu viel des Guten

Wem die Geschichte eines arbeitslos gewordenen Mannes, der seine Konkurrenten einen nach dem anderen um die Ecke bringt, bekannt vorkommt, der hat womöglich den Film "Die Axt" (2005; Originaltitel: "Le Couperet") von Costa-Gavras gesehen, dem Parks Film gewidmet ist. Oder beider Vorlage, Donald E. Westlakes (1933–2008) Roman "The Ax" (1997), gelesen. Angesichts des ebenso blutig wie schwarzhumorig dargebotenen Klassenkampfs drängt sich zudem ein Vergleich mit der bereits erwähnten Satire "Parasite" auf. Das Fiese an "No Other Choice" ist allerdings, dass dieser tödliche Wettstreit um Ressourcen nicht vertikal, sondern horizontal ausgefochten wird. Im Gegensatz zu Bong Joon-ho arbeitet sich bei Park Chan-wook niemand mordend von unten nach oben, sondern eliminiert lediglich Menschen auf derselben sozialen Ebene, die im Grunde genauso arme Schlucker sind wie der meuchelnde Protagonist selbst. Darüber lässt sich weitaus weniger lachen bzw. das Lachen bleibt einem zumindest öfter im Hals stecken.

Auf dem Papier liest sich dieser Film über einen tief gefallenen Angestellten aus der Papierindustrie wie ein satirischer Selbstläufer. An der filmischen Umsetzung hapert es jedoch gewaltig. Das von Park Chan-wook gemeinsam mit Lee Kyoung-mi, Don McKellar und Jahnye Lee verfasste Drehbuch hat einen furchtbar konfusen ersten Akt, der zudem nicht richtig in die Gänge kommt und durch seine unnötige formale Stilvielfalt für Parks Verhältnisse ungewohnt fahrig inszeniert ist. Im weiteren Handlungsverlauf kommen viele Ungereimtheiten und unlogische Verhaltensweisen hinzu, die man den Figuren selbst unter der Vorgabe eines satirischen Settings nicht abnimmt. Das größte Manko ist aber, dass der Regisseur nicht weiß, was er will. "No Other Choice" erzählt zu viele Geschichten auf einmal – vom Klassenkampf, vom Strukturwandel, von der Gleichstellung der Geschlechter, vom Verfall der Familie und von einer Ehekrise –, hantiert dabei mit zu vielen verschiedenen Metaphern und wechselt dabei so häufig die Tonlage wie andere ihre Unterwäsche, sodass letzten Endes keine Geschichte davon richtig erzählt wird.

Fazit: Park Chan-wooks neuer Film, die Romanadaption "No Other Choice", sieht gewohnt bestechend aus und ist zweifelsohne beachtlich gespielt. Doch das glänzend aufgelegte Ensemble um Lee Byung-hun und Son Ye-jin kommt gegen die erzählerischen und inszenatorischen Schwächen nicht an. So konfus, fahrig und tonal schwankend war bis dato noch kein Film des südkoreanischen Starregisseurs. Eine vertane Chance!




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Besetzung & Crew von "No Other Choice"

Land: Südkorea
Jahr: 2025
Genre: Drama, Komödie, Krimi
Originaltitel: Eojjeolsuga eobsda
Länge: 139 Minuten
Kinostart: 05.02.2026
Regie: Chan-wook Park
Darsteller: Byung-hun Lee, Ye-jin Son, Hee-soon Park, Sung-min Lee, Dal-su Oh
Kamera: Woo-hyung Kim
Verleih: Plaion Pictures

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