
© Studiocanal
Extrawurst (2025)
Toleranz hört bei der Vereinskasse aufKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 9 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Heribert Bräsemann (Hape Kerkeling), Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide, und sein Stellvertreter Matthias Scholz (Friedrich Mücke) initiieren eine Abstimmung über den Kauf eines neuen Supergrills für die Vereinsfeier. Torsten (Christoph Maria Herbst) sorgt mit einem Spruch für Auflockerung. Doch Melanie (Anja Knauer) schlägt vor, einen zweiten Grill für Erol (Fahri Yardim) als muslimisches Mitglied zu kaufen. Dies entfacht eine lebhafte Diskussion über Toleranz zwischen unterschiedlichen Gruppierungen.
Bildergalerie zum Film "Extrawurst"
Hier streamen
Filmkritik
Nachdem sich Hape Kerkeling in den letzten Jahren auf der Bühne, im Kino und Fernsehen eher rargemacht hat (abgesehen von seinem witzigen Part als singender und tanzender Teufel in "Der Boandlkramer und die ewige Liebe“), trifft man ihn nun wieder mehrfach auf der Leinwand. Vor seiner Rückkehr mit der Paraderolle als Lokalreporter Horst Schlämmer übernahm er den Part als Heribert Bräsemann, engstirniger Vorsitzender des Tennisclubs Lengenheide. Autor und Kabarettist Moritz Netenjakob adaptierte gemeinsam mit Co-Autor Dietmar Jacobs ihr erfolgreiches Theaterstück für das Kino. Hierbei nehmen sie Vereinsmeierei, Doppelmoral, Rückständigkeit und Ignoranz auf die Schippe – das Ganze gepaart mit dauerhaften Diskussionen um politische Korrektheit.
Wer selbst einem Verein angehört, kann in dem Stück um die Frage, ob man für das einzige muslimische Mitglied beim Vereinsfest einen Extragrill anschaffen sollte, treffliche Spitzen und Sottisen wiederfinden. Oft entwickelt sich in Vorstandssitzungen und Generalversammlungen eine Mücke zu einem Elefanten. Da beharrt mancher auf seinem Standpunkt, will Recht behalten und rückt keinen Millimeter vor seiner Meinung ab. Schon zwischen dem Vorsitzenden und dem sich übergangen fühlenden Stellvertreter werden in "Extrawurst“ Grabenkämpfe ausgefochten. Saloppe Sprüche entwickeln sich zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Unterschwellige Ressentiments und Animositäten treten deutlich zu Tage. Nahe an der Wirklichkeit erweisen sich diese Beobachtungen gar nicht zu stark auf die Spitze getrieben.
Ein Theaterstück lässt sich allerdings nicht ganz einfach in eine filmische Form umsetzten. Komödienspezialist Markus H. Rosenmüller (Co-Autor des "Boandlkramer“), derzeit noch erfolgreich mit "Pumuckl und das große Missverständnis" im Kino vertreten, wollte kein Kammerspiel drehen und wechselt beim Schauplatz vom Vereinsheim auf den Rasenplatz in die Umkleidekabinen. Kerkeling und die üblichen Comedy-Verdächtigen (Christoph Maria Herbst, Milan Peschel als trotteliger Platzwart, Fahri Yardim, etc.) liefern sich dort den verbalen und bald physischen Schlagabtausch.
Leider trauten die Autoren ihrem eigenen Stück nicht und packten es mit reichlich Klamauk voll. Da darf Heriberts künstliche Hüfte stetig quietschen und sein Treppenlift versagen. Wenn der riesige Tennisschläger vor dem Vereinsgelände mehrfach ins Bild gerückt wird, kann man sich schon ausrechnen, dass er am Ende nicht an seinem angestammten Platz bleiben wird. Schade – das spielfreudige Ensemble und das bissige Stück nahe an der Wirklichkeit allein hätten schon ausgereicht.
Fazit: Diskussion bei einer Vereinsversammlung um einen Extragrill entwickelt sich zum erbitterten Grabenkampf. Satirische Spitzen auf Kleinbürgertum, kulturelle Unterschiede und politische Korrektheit werden mit viel Holzhammerhumor verwässert.
Wer selbst einem Verein angehört, kann in dem Stück um die Frage, ob man für das einzige muslimische Mitglied beim Vereinsfest einen Extragrill anschaffen sollte, treffliche Spitzen und Sottisen wiederfinden. Oft entwickelt sich in Vorstandssitzungen und Generalversammlungen eine Mücke zu einem Elefanten. Da beharrt mancher auf seinem Standpunkt, will Recht behalten und rückt keinen Millimeter vor seiner Meinung ab. Schon zwischen dem Vorsitzenden und dem sich übergangen fühlenden Stellvertreter werden in "Extrawurst“ Grabenkämpfe ausgefochten. Saloppe Sprüche entwickeln sich zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten. Unterschwellige Ressentiments und Animositäten treten deutlich zu Tage. Nahe an der Wirklichkeit erweisen sich diese Beobachtungen gar nicht zu stark auf die Spitze getrieben.
Ein Theaterstück lässt sich allerdings nicht ganz einfach in eine filmische Form umsetzten. Komödienspezialist Markus H. Rosenmüller (Co-Autor des "Boandlkramer“), derzeit noch erfolgreich mit "Pumuckl und das große Missverständnis" im Kino vertreten, wollte kein Kammerspiel drehen und wechselt beim Schauplatz vom Vereinsheim auf den Rasenplatz in die Umkleidekabinen. Kerkeling und die üblichen Comedy-Verdächtigen (Christoph Maria Herbst, Milan Peschel als trotteliger Platzwart, Fahri Yardim, etc.) liefern sich dort den verbalen und bald physischen Schlagabtausch.
Leider trauten die Autoren ihrem eigenen Stück nicht und packten es mit reichlich Klamauk voll. Da darf Heriberts künstliche Hüfte stetig quietschen und sein Treppenlift versagen. Wenn der riesige Tennisschläger vor dem Vereinsgelände mehrfach ins Bild gerückt wird, kann man sich schon ausrechnen, dass er am Ende nicht an seinem angestammten Platz bleiben wird. Schade – das spielfreudige Ensemble und das bissige Stück nahe an der Wirklichkeit allein hätten schon ausgereicht.
Fazit: Diskussion bei einer Vereinsversammlung um einen Extragrill entwickelt sich zum erbitterten Grabenkampf. Satirische Spitzen auf Kleinbürgertum, kulturelle Unterschiede und politische Korrektheit werden mit viel Holzhammerhumor verwässert.
Gregor Ries
TrailerAlle "Extrawurst"-Trailer anzeigen

Besetzung & Crew von "Extrawurst"
Land: DeutschlandJahr: 2025
Genre: Komödie
Länge: 98 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 15.01.2026
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Darsteller: Hape Kerkeling als Heribert Bräsemann, Christoph Maria Herbst als Torsten Pfaff, Malene Becker als Sabine Stortz, Gaby Dohm als Elisabeth Scholz, Patrick Joswig als Metzger Heinz Grumberger
Kamera: Daniel Gottschalk
Verleih: Studiocanal
Verknüpfungen zu "Extrawurst"Alle anzeigen

Trailer





