
© Plaion Pictures
Staatsschutz (2026)
Eine Frau im Kampf gegen das SystemKritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.
Im Park wird Staatsanwältin Seyo Kim (Chen Emilie Yan) Opfer eines rassistischen Anschlags, als sie nach einem inszenierten Unfall von einer Brücke mit Molotowcocktails beworfen wird. Nachdem sie einen der Täter identifizieren konnte, beschließt Kim, vor Gericht zu ziehen. Dort will sie gegen ein System kämpfen, das Rechtsextremismus weiterhin verharmlost. Als man den Angeklagten als Einzeltäter hinstellen will, wird ihre Klage zu einem persönlichen und öffentlichen Kampf gegen rassistische Strukturen.
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Filmkritik
Deutsche Politthriller findet man eher selten im Kinoalltag, zumal es sich dabei kaum um Publikumsrenner handelt. Sowohl "Die Lügen der Sieger“ (2014) als auch "Das Ende der Wahrheit“ (2019) griffen die Verstrickung von Politik, Wirtschaft und Justiz samt der Schwierigkeiten eines Individuums auf, gegen das Netz anzugehen. Allerdings kam man stets nicht ohne Stereotype aus – darin besteht ebenfalls eine der Schwächen des versierten Thrillers "Staatsschutz“, der sich den Rechtsruck in Deutschland vornimmt.
Teilweise schlägt Faraz Shariat nach seinem mehrfach ausgezeichneten Queer-Drama "Futur Drei“ neue Wege ein – schon mit "Love by Proxy“ aus der True Crime-Miniserie "Zeit Verbrechen“ bewegte er sich im Krimigenre. Dass die Protagonistin Seyo Kim ebenfalls eine geheim gehaltene Beziehung mit einer Frau pflegt, verwundert daher nicht. Für den Plot um die Verstrickung der Justiz in rechte Netzwerke mag es nur insofern von Bedeutung sein, dass die deutsch-koreanische Staatsanwältin sich nicht in vertraute Normen einordnen will. Wie bei dem iranisch stämmigen Filmemacher selbst treffen in ihr zwei Kulturen aufeinander.
Verschleierte Macht- und Gewaltstrukturen
Im Visier rechter Gewalt will sich die allein lebende junge Frau nach einem Anschlag nicht unterkriegen lassen. Allein geht sie gegen umfassende Mechanismen vor und achtet dabei immer weniger auf ihre Karriere. Bald stößt sie auf wiederkehrende Vorkommnisse von angeblichen "Einzelfällen“. Dies erinnert an Julian Vogels bislang dreiteilige "Einzeltäter“-Dokumentarreihe, die sich unter anderem mit den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau und dem Kampf der Hinterbliebenen um Aufklärung beschäftigt. Angesichts der Verharmlosung rechter Strukturen sieht sich ebenso Protagonistin Seyo Kim innerhalb ihrer Dienststelle auf verlorenem Posten. Niemand will sie ernst nehmen.
Trotz Unterstützung einer Anwältin aus der linken Szene (Julia Jentsch), ausgiebigen Archiv-Recherchen und vertraulichen Informationen einer Kollegin stößt die Staatsanwältin bald an ihre Grenzen. Dem Genre geschuldet sind Einschüchterungsversuche durch die Justiz selbst. Dass sie ihre Coolness und Souveränität nicht immer aufrechterhalten kann und irgendwann in einem Wutanfall ausbricht, macht die Protagonistin umso menschlicher. Inhaltlich bedienen sich Faraz Shariat und seine Autorinnen der Bausteine des Genres, was besonders den warnenden Epilog betrifft. Doch es gelingt ihm trefflich, eine Atmosphäre der steigenden Bedrohung und Einschüchterung deutlich zu machen.
Fazit: Nach einem rassistisch motivierten Anschlag versucht eine junge deutsch-koreanische Staatsanwältin, gegen ein rechtes, von der Justiz verschleiertes Netzwerk vorzugehen. Trotz vertrauter Genre-Stereotypen überzeugt der auf der Berlinale dreifach ausgezeichnete Politthriller durch eine so souverän wie verletzlich gezeichnete Protagonistin und der systemkritischen Warnung vor der Ignoranz rechter Gewalt.
Teilweise schlägt Faraz Shariat nach seinem mehrfach ausgezeichneten Queer-Drama "Futur Drei“ neue Wege ein – schon mit "Love by Proxy“ aus der True Crime-Miniserie "Zeit Verbrechen“ bewegte er sich im Krimigenre. Dass die Protagonistin Seyo Kim ebenfalls eine geheim gehaltene Beziehung mit einer Frau pflegt, verwundert daher nicht. Für den Plot um die Verstrickung der Justiz in rechte Netzwerke mag es nur insofern von Bedeutung sein, dass die deutsch-koreanische Staatsanwältin sich nicht in vertraute Normen einordnen will. Wie bei dem iranisch stämmigen Filmemacher selbst treffen in ihr zwei Kulturen aufeinander.
Verschleierte Macht- und Gewaltstrukturen
Im Visier rechter Gewalt will sich die allein lebende junge Frau nach einem Anschlag nicht unterkriegen lassen. Allein geht sie gegen umfassende Mechanismen vor und achtet dabei immer weniger auf ihre Karriere. Bald stößt sie auf wiederkehrende Vorkommnisse von angeblichen "Einzelfällen“. Dies erinnert an Julian Vogels bislang dreiteilige "Einzeltäter“-Dokumentarreihe, die sich unter anderem mit den rassistisch motivierten Anschlag in Hanau und dem Kampf der Hinterbliebenen um Aufklärung beschäftigt. Angesichts der Verharmlosung rechter Strukturen sieht sich ebenso Protagonistin Seyo Kim innerhalb ihrer Dienststelle auf verlorenem Posten. Niemand will sie ernst nehmen.
Trotz Unterstützung einer Anwältin aus der linken Szene (Julia Jentsch), ausgiebigen Archiv-Recherchen und vertraulichen Informationen einer Kollegin stößt die Staatsanwältin bald an ihre Grenzen. Dem Genre geschuldet sind Einschüchterungsversuche durch die Justiz selbst. Dass sie ihre Coolness und Souveränität nicht immer aufrechterhalten kann und irgendwann in einem Wutanfall ausbricht, macht die Protagonistin umso menschlicher. Inhaltlich bedienen sich Faraz Shariat und seine Autorinnen der Bausteine des Genres, was besonders den warnenden Epilog betrifft. Doch es gelingt ihm trefflich, eine Atmosphäre der steigenden Bedrohung und Einschüchterung deutlich zu machen.
Fazit: Nach einem rassistisch motivierten Anschlag versucht eine junge deutsch-koreanische Staatsanwältin, gegen ein rechtes, von der Justiz verschleiertes Netzwerk vorzugehen. Trotz vertrauter Genre-Stereotypen überzeugt der auf der Berlinale dreifach ausgezeichnete Politthriller durch eine so souverän wie verletzlich gezeichnete Protagonistin und der systemkritischen Warnung vor der Ignoranz rechter Gewalt.
Gregor Ries
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Besetzung & Crew von "Staatsschutz"
Land: DeutschlandJahr: 2026
Genre: Drama
Kinostart: 27.08.2026
Regie: Faraz Shariat
Darsteller: Alev Imak, Julia Jentsch, Arnd Klawitter, Sebastian Urzendowsky
Verleih: Plaion Pictures
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