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The Testament of Ann Lee (2025)
Das musikalische Drama porträtiert die Gründerin und Anführerin der "Shaker“-Sekte, die im 18. Jahrhundert im Osten Amerikas Fuß fasste.Kritiker-Film-Bewertung:User-Film-Bewertung:
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In der englischen Stadt Manchester wächst Mitte des 18. Jahrhunderts ein Mädchen in armen Verhältnissen auf. Schon in der Jugend geht Ann Lee (Amanda Seyfried) zu Versammlungen einer Gruppe, die Shaking Quakers genannt wird. Dort suchen die Menschen mit Beichten und zuckenden Bewegungen die Befreiung von ihren Sünden. Ann heiratet Abraham (Christopher Abbott). Der Sex hat für Abraham weniger mit Liebe, als mit Machtanspruch zu tun. Ann gebiert vier Kinder, die im Babyalter sterben und kommt danach in eine Heilanstalt.
Doch sie kehrt zu den Quäkern zurück und wird deren Anführerin, verehrt als weiblicher Christus. "Mutter Ann“ befreit sich vom ehelichen Geschlechtsverkehr und fordert sexuelle Enthaltsamkeit von allen Mitgliedern. Sie sieht die Zukunft der "Shaker“, wie die Gruppe jetzt heißt, in der Neuen Welt. Mit wenigen Personen reist sie 1774 nach New York. Am Oberlauf des Hudson findet die Gruppe einen Landstrich, den sie urbar macht. Anns Bruder William (Lewis Pullman) zieht los, um Gläubige anzuwerben. Der Traum einer wachsenden, fleißigen Gemeinschaft von Gleichen wird wahr. Doch auch in der Neuen Welt sind die Shaker nicht vor Hass gefeit.
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Filmkritik
"The Testament of Ann Lee“: Beseelt zu neuen Ufern
Kurz vor Gründung der USA ließ sich im 18. Jahrhundert im Osten des Landes eine aus England stammende Sekte nieder. Die Shaker predigten sexuelle Enthaltsamkeit bis zum Tod und setzten die Utopie einer blühenden Gemeinschaft ohne geschlechtliche und rassistische Diskriminierung tatkräftig um. Ein Jahrhundert später zählten die Shaker sogar 6000 Mitglieder, heute soll es in den USA noch zwei Gläubige geben. Der Spielfilm der Regisseurin Mona Fastvold, die sich die Arbeit am Drehbuch wie schon bei "The Brutalist“ mit Brady Corbett teilte, holt Ann Lee, die visionäre Gründerin und Anführerin der Shaker, aus der historischen Versenkung. "The Testament of Ann Lee“ ist das beeindruckende Porträt einer Frau, die sich früh emanzipiert, um ihre Ideale zu leben und Großes zu schaffen.
Respektvoll und ironiefrei erzählt
Fastvold widmet sich dem Wirken Ann Lees respektvoll und ironiefrei. Und doch wahrt sie eine gewisse Distanz, indem sie die Nebenfigur einer jungen Anhängerin erzählen lässt. Deren Sätze verweisen oft darauf, dass etwas auf Hörensagen beruht. Im ersten Teil der Handlung erleidet Ann Qualen in einem Kreislauf freudlosen Geschlechtsverkehrs, schmerzlicher Geburten und Trauer um verlorene Kinder. Sie möchte ihre Energie für geistige Ziele nutzen und findet die Lösung, indem sie sexuelle Enthaltsamkeit als Ausdruck der Liebe zu Gott predigt. So entthront sie auch ihren Gatten, dem die Gemeinschaft die Rolle eines einfachen Bewunderers Anns zuweist.
Stilistisch ein Hochgenuss
Amanda Seyfried spielt die gläubige Frau beseelt und voller Kraft. Sie lässt sich von Visionen leiten, einmal sieht sie sich gar über dem Boden schweben. Wenn Ann Lee und die anderen mit zuckenden, ruckartigen Bewegungen ihre Gebetsrituale vollführen, wenn sie sich singend in Trance steigern, wirken sie wild und entfesselt. In vielen, schön choreografierten Szenen taucht die analoge Kamera in die ekstatische Atmosphäre ein.
Wie in einem Musical wird oft gesungen, wobei die Filmmusik von Daniel Blumberg auch traditionelle Shaker-Hymnen verarbeitet. In der Neuen Welt sind Sekten beliebt, die Siedler suchen zugleich nach geistigem Halt und Selbstbestimmung. Anns Bruder William holt nach einer Sonnenfinsternis eine enttäuschte Gruppe, deren Anführer sie auf den Weltuntergang vorbereitet hatte, zu den Shakern. Ihr Alltag ist arbeitsreich und menschenfreundlich, auf Wohlergehen schon im Diesseits ausgerichtet. Und denkt man an christliche Klöster, mutet sogar Anns Zölibatsgebot nicht mehr unübertroffen abwegig an.
Fazit: Mona Fastvolds Filmepos porträtiert die kaum bekannte Anführerin der Shaker-Gemeinschaft aus dem 18. Jahrhundert auf respektvolle Weise. Amanda Seyfried spielt die Titelfigur als verletzliche und starke Frau, die sich mit Hilfe ihres Glaubens emanzipiert. In der Neuen Welt wächst und gedeiht die religiöse Gruppe, die soziale Gleichheit, aber auch sexuelle Enthaltsamkeit propagiert. Der bildgewaltige Film taucht mit Gesangs- und Tanzeinlagen in die ekstatischen Gebetsrituale der Shaker ein und bietet ein außergewöhnliches Kinoerlebnis.
Kurz vor Gründung der USA ließ sich im 18. Jahrhundert im Osten des Landes eine aus England stammende Sekte nieder. Die Shaker predigten sexuelle Enthaltsamkeit bis zum Tod und setzten die Utopie einer blühenden Gemeinschaft ohne geschlechtliche und rassistische Diskriminierung tatkräftig um. Ein Jahrhundert später zählten die Shaker sogar 6000 Mitglieder, heute soll es in den USA noch zwei Gläubige geben. Der Spielfilm der Regisseurin Mona Fastvold, die sich die Arbeit am Drehbuch wie schon bei "The Brutalist“ mit Brady Corbett teilte, holt Ann Lee, die visionäre Gründerin und Anführerin der Shaker, aus der historischen Versenkung. "The Testament of Ann Lee“ ist das beeindruckende Porträt einer Frau, die sich früh emanzipiert, um ihre Ideale zu leben und Großes zu schaffen.
Respektvoll und ironiefrei erzählt
Fastvold widmet sich dem Wirken Ann Lees respektvoll und ironiefrei. Und doch wahrt sie eine gewisse Distanz, indem sie die Nebenfigur einer jungen Anhängerin erzählen lässt. Deren Sätze verweisen oft darauf, dass etwas auf Hörensagen beruht. Im ersten Teil der Handlung erleidet Ann Qualen in einem Kreislauf freudlosen Geschlechtsverkehrs, schmerzlicher Geburten und Trauer um verlorene Kinder. Sie möchte ihre Energie für geistige Ziele nutzen und findet die Lösung, indem sie sexuelle Enthaltsamkeit als Ausdruck der Liebe zu Gott predigt. So entthront sie auch ihren Gatten, dem die Gemeinschaft die Rolle eines einfachen Bewunderers Anns zuweist.
Stilistisch ein Hochgenuss
Amanda Seyfried spielt die gläubige Frau beseelt und voller Kraft. Sie lässt sich von Visionen leiten, einmal sieht sie sich gar über dem Boden schweben. Wenn Ann Lee und die anderen mit zuckenden, ruckartigen Bewegungen ihre Gebetsrituale vollführen, wenn sie sich singend in Trance steigern, wirken sie wild und entfesselt. In vielen, schön choreografierten Szenen taucht die analoge Kamera in die ekstatische Atmosphäre ein.
Wie in einem Musical wird oft gesungen, wobei die Filmmusik von Daniel Blumberg auch traditionelle Shaker-Hymnen verarbeitet. In der Neuen Welt sind Sekten beliebt, die Siedler suchen zugleich nach geistigem Halt und Selbstbestimmung. Anns Bruder William holt nach einer Sonnenfinsternis eine enttäuschte Gruppe, deren Anführer sie auf den Weltuntergang vorbereitet hatte, zu den Shakern. Ihr Alltag ist arbeitsreich und menschenfreundlich, auf Wohlergehen schon im Diesseits ausgerichtet. Und denkt man an christliche Klöster, mutet sogar Anns Zölibatsgebot nicht mehr unübertroffen abwegig an.
Fazit: Mona Fastvolds Filmepos porträtiert die kaum bekannte Anführerin der Shaker-Gemeinschaft aus dem 18. Jahrhundert auf respektvolle Weise. Amanda Seyfried spielt die Titelfigur als verletzliche und starke Frau, die sich mit Hilfe ihres Glaubens emanzipiert. In der Neuen Welt wächst und gedeiht die religiöse Gruppe, die soziale Gleichheit, aber auch sexuelle Enthaltsamkeit propagiert. Der bildgewaltige Film taucht mit Gesangs- und Tanzeinlagen in die ekstatischen Gebetsrituale der Shaker ein und bietet ein außergewöhnliches Kinoerlebnis.
Bianka Piringer
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Besetzung & Crew von "The Testament of Ann Lee"
Land: USAWeitere Titel: Ann Lee
Jahr: 2025
Genre: Drama, Historie, Biografie
Länge: 137 Minuten
Kinostart: 12.03.2026
Regie: Mona Lerche
Darsteller: Amanda Seyfried als Ann Lee, Lewis Pullman als William Lee, Thomasin McKenzie als Mary Partington / Narrator, Matthew Beard als James Whittaker, Christopher Abbott als Abraham Standerin
Kamera: William Rexer
Verleih: Disney






