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Gesetz der Straße - Brooklyn's Finest (2009)

Brooklyn's Finest

Krimidrama mit Richard Gere, Ethan Hawke, Don Cheadle, Wesley Snipes und Lili Taylor über Cops in Brooklyn, die nichts miteinander zu tun und völlig unterschiedliche Karrieren haben, aber zusammen in eine gefährliche Situation verwickelt werden.User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 8 Besucher eine Bewertung abgegeben.


"Brooklyn’s Finest" erzählt die Geschichte dreier Cops in Brooklyn: Eddie Dugan (Richard Gere) hat nur noch ein paar Tage bis zur Pensionierung, als er noch einmal in einen großen Einsatz geschickt wird. Tango (Don Cheadle) ermittelt als Undercover-Cop in Brookylns Drogenszene. Sal (Ethan Hawke) ist Mitglied in einem Spezialkommando, das die Umschlagplätze überwacht und das Drogengeld aus dem Verkehr ziehen soll. Als Tango auf den Drogenkönig Caz (Wesley Snipes) angesetzt wird, kreuzen sich die Wege der drei Polizisten auf unheilvolle Weise.

Bildergalerie zum Film

Richard Gere und Ethan Hawke in 'Brooklyn's Finest'Wesley Snipes und Don Cheadle in 'Brooklyn's Finest'Don Cheadle und Wesley Snipes in 'Brooklyn's Finest'Ethan Hawke in 'Brooklyn's Finest'


Filmkritik

Regisseur Antoine Fuqua kehrt mit seinem neusten Film "Gesetz der Straße" zurück zu der Grauzone des Polizeidienstes in amerikanischen Großstädten. Im Gegensatz zu "Training Day" (2001) aber, der ganz klare Polaritäten aus Gut und Böse aufwies - Denzel Washington als korrupter Cop, der über Leichen geht und Ethan Hawke als unverdorbener Rookie, der sein Dasein als Police-Officer als Dienst an der Menschheit ansieht - hat man es in "Gesetz der Straße" mit drei Protagonisten zu tun, die alle in irgendeiner Form als Gefallene angesehen werden können.

East Brooklyn ist der Verbrechens-Hot-Spot New Yorks schlechthin – vielleicht sogar einer der gefährlichsten Orte in den USA überhaupt: Die Kriminalitätsrate ist extrem hoch, Mord und Totschlag sind an der Tagesordnung, Crack und Kokain werden an jeder Straßenecke gehandelt. Genau dort verrichten drei Polizisten täglich ihren Dienst: Der desillusionierte wie ausgebrannte Streifen-Cop Eddie (Richard Gere), der nur noch knapp eine Woche bis zu seiner Pensionierung hat; Tango (Don Cheadle), der bereits seit drei Jahren Undercover im Drogenmilieu ermittelt und fast schon nicht mehr zwischen seinem wirklichen Leben und der Tarnidentität unterscheiden kann; und Sal (Ethan Hawke), der Mitglied eines Spezialkommandos ist, dass Drogengelder aus dem Verkehr zieht. Dummerweise hat er zuhause eine wahre Kinderproduktionsstätte und eine fette Hypothek aufs Haus obendrein. Da ist die Versuchung groß, sich an den beschlagnahmten Moneten gelegentlich zu bedienen. Leider helfen kleine Summen aber nur kurze Zeit. Sal braucht einen richtig fetten Batzen Cash, um seine Familie aus dem Gröbsten zu bekommen.

"Gesetz der Straße" präsentiert sich als Episodenfilm, allerdings beeinflussen sich die einzelnen Geschichten weder unmittelbar gegenseitig, noch berühren sich die Schicksale. Abgesehen vielleicht vom Show-Down, der die Handlungslinien sich kreuzen lässt, was streng genommen aber zu dem Zeitpunkt mehr Gag, als dramaturgische Notwendigkeit ist. Anders als in "Training Day", der sehr weit führte und Abgründe skizzierte, trägt dieser Polizei-Thriller aber allzu deutlich den Stempel: Das ist alles Alltag. Cops, die nach jahrzehntelangem Dienst völlig am Ende sind; Cops, die so tief im Verbrechenssumpf ermitteln, dass sie selber kaum noch wissen, wo ihre Loyalitäten beginnen und wo sie enden; und Cops, die aus der Not heraus bei Geldern zugreifen, die eigentlich in die Asservatenkammer gehören.

Die Frage, die sich zwangsläufig stellt, ist, bittet Fuqua unterschwellig um Sympathie mit den Cops, welche mit diesem Dienst einen hohen Preis bezahlen? Und wenn sie sich Verfehlungen schuldig machen, sind es im Grunde immer noch die Good Guys, die einfach in den Strudel der Ereignisse gezogen wurden? An dieser Stelle gäbe es doch wieder eine Gemeinsamkeit mit "Training Day", der zunächst auch alle Grenzen zwischen Gut und Böse verwischte, aber schlussendlich noch den Dreh bekam, als die Korrupten am Ende ihre gerechte Strafe erhielten. Etwas komplexer und vielschichtiger ist Gesetz der Straße allerdings schon. Problematisch ist aber, dass man trotz atmosphärischer Dichte und der facettenreiche Geschichte, mit den Protagonisten einfach nicht richtig warm zu werden vermag. Sie spielen natürlich alle auch keine sympathischen Figuren – Identifikationspotenzial sucht man also vergebens – doch darüber hinaus nehmen die einzelnen Schicksale nicht wirklich gefangen: besonders Don Cheadle bleibt sehr blass und dem ehemaligen Liebling aller Frauen Richard Gere, der allmählich alternd nach neuen cineastischen Ufern sucht, nimmt man den endfertigen Cop nicht wirklich ab. Bestnoten gibt es allerdings für Ethan Hawke.

Neben den Protagonisten gibt sich "Gesetz der Straße" auch in den Nebenrollen keine Blöße: Wesley Snipes hat einen Auftritt als Drogendealer und darf sich mal mehr aufs Schauspielern als aufs Drauflos-Kloppen konzentrieren und mit Ellen Barkin ist sogar eine echte Grand Dame des Hollywood-Kinos zu sehen. Aber selbst das reicht alles nicht, den Film schlussendlich richtig stimmig zu machen. Er plätschert zu lange dahin, lediglich unterbrochen von einigen explodierenden Gewaltmomenten und das Finale entbehrt einer gewissen unfreiwilligen Komik nicht – oder erinnert zumindest (unbeabsichtigt) an die Arbeiten der berühmten Coen-Brüder.

Fazit: Hartes wie realistisches Spielfilm-Portrait aus dem Polizeialltag dreier New Yorker Cops, das über die Vielzahl der Stimmungsbilder, die es wiederzugeben versucht, zerfahren und unrund wirkt. Der Cast vermag durchaus zu beeindrucken, allerdings ist nicht jede Rolle ideal besetzt. Insgesamt mangelt es vor allem an der Möglichkeit zu partizipieren, da es kaum emotionalen Zugang zu den Figuren gibt.




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Land: USA
Jahr: 2009
Genre: Drama, Krimi
Länge: 132 Minuten
FSK: 16
Kinostart: 01.04.2010
Regie: Antoine Fuqua
Darsteller: Vincent D'Onofrio, Don Cheadle, Wesley Snipes
Verleih: Kinowelt

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Brooklyn-Facts: Stadtteil voller Gegensätze

Das Wahrzeichen: Die Brooklyn Bridge, 1869 von dem deutschen Ingenieur Johann August Röblin entworfen, war sie damals die [...mehr] höchste Hängebrücke der Welt – im Volksmund "Stahlharfe" genannt. Von ihr aus bietet sich noch heute jedem Brooklyn-Besucher ein unvergesslicher Blick aufs schillernde Manhattan.
Culture Clash: Einst von Niederländern gegründet, leben heute mehr als 120 verschiedene ethnische Gruppen in Brooklyn und sorgen für ein multikulturelles Flair. Dass es dabei nicht immer friedlich zugeht, gehört zum Brooklyner Alltag.
Brooklyn-Bekenner: Einer der wohl bekanntesten Brooklyn-Bewohner ist der Schriftsteller Paul Auster, der fast sein halbes Leben in dem Stadtteil gelebt hat. »Ich habe mich mein ganzes Leben lang fremd gefühlt, ganz gleich, wo ich war. Das hat in Brooklyn aufgehört«, so Auster in einem Interview mit DIE ZEIT 2006.
Melting Pot: Die Story des Films "Gesetz der Strasse – Brooklyn’s Finest" spielt in den East Brooklyn Housing Projects (auch ‘BK Projects’ genannt), in denen der Drehbuchautor Michael Martin aufwuchs. "Du lernst Leute zu verstehen und die Schwierigkeiten und Konflikte, die sie miteinander haben, ihre Einstellung zum Leben, zur Religion und zur Politik. Es schmilzt alles irgendwie zusammen.", äußert sich der Jung-Autor über East-Brooklyn.
"Training Day" in East-Brooklyn: "Die Polizeibeamten wollten nicht, dass ich dort drehe; sie sagten uns, es sei eine sehr gewalttätige und korrupte Gegend", erinnert sich Regisseur Fuqua, der aber dennoch darauf bestand, dass der Film nirgendwo anders gedreht werden könne. "Ich wollte den Film in einem solchen Viertel ansiedeln und so realistisch und schäbig aussehen lassen, wie ich konnte", sagt er.
Ghetto im Dorf: Die alten Brownstone-Häuser und stillen Straßen mit Bäumen täuschen: In den Stadtteil Bedford-Stuyvesant, in der Rapperszene Betsy genannt, hätte sich noch vor Jahren kaum ein Tourist getraut. Rassenunruhen und Kämpfe zwischen Drogengangs standen hier an der Tagesordnung. Mittlerweile wird das Ghetto zunehmend gentrifiziert, ein fast dörflicher Charakter herrscht hier – man kennt sich in der hood.
Krasser Kontrast: Während sich im Bezirk Dumbo (Abkürzung für "Down Under the Manhattan Bridge Overpassaus Manhattan") immer mehr wohlhabende, aus Manhattan ausgewanderte Familien ebenso wie Designer und Künstler niederlassen, stellt die Gegend um East Brooklyn das genaue Gegenteil dar...
In da hood: ... So hat das Viertel Brownsville mit sozialen Problemen wie Armut, Kriminalität und Drogenmissbrauch zu kämpfen: Die Arbeitslosenquote war im Jahr 2008 mit 13,5 % mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt für ganz New York, die Mordrate war mit 21 Morden pro 100.000 Einwohner im Jahr 2009 fast vier Mal so hoch wie im Durchschnitt die des funkelnden "Big Apple".
Street Credibility: Excuse me - Do you speak…? – Die Top Vier der meistgesprochenen Sprachen in Brooklyn sind Englisch, Spanisch, Chinesisch und Russisch.

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