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Zombieland
Zombieland
© 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

Kritik: Zombieland (2009)


Spritzendes Blut! Bunte Gedärme! Widerwärtiges Geifern! Eine zombifizierte Stripperin! In Zeitlupe! Ruben Fleischer lässt es in seinem Regiedebüt gleich ab der ersten Minute krachen. Und das macht Spaß.
"Zombieland" ist nach "Shaun of the Dead" die zweite funktionierende Zombiekomödie. Was Wortwitz angeht, hängt er dem britischen Überraschungshit zwar hinterher, überholt ihn dafür aber in Sachen Splatter und Schauplatzwechsel.

Die Story dreht sich um "Columbus", einen übervorsichtigen Nerd, der die Zombie-Apokalypse dank zahlreicher Phobien und Neurosen überstanden hat und nun aus dem Off seine goldenen Regeln zur Erhörung der Überlebungschancen zum Besten gibt – unterlegt mit praktischen visuellen Beispielen. Auf dem Weg in seine Heimatstadt trifft er Tallahassee, den augenscheinlich nicht alternden Woody Harrelson in seinem Rollenklischee, komplett mit Cowboyhut und Sprüchen. Die sich anbahnende Buddykomödie unterbrechen zwei listige Schwestern – Mrs. "Superbad" (Emma Stone) und "Little Miss Sunshine" (Abigail Breslin) – sowie der überraschendste Lang-Cameo seit langem. Und zum Schluss wird’s sogar richtig spannend…
"Zombieland" kombiniert schlaue Popkulturzitate gekonnt mit Ekelszenen und schrägen Charakteren, die für sich betrachtet gar nicht mal so originell sind, aber kombiniert für lustige Reibungen sorgen. Jesse Eisenberg gibt den schnuffigsten Michael Cera seit Michael Cera. Mit extra Locken! Harrelson marschiert als der Macho auf, den man von ihm erwartet, mit offensichtlichem Spaß an der Sache.
An der Zombiefront gibt’s nichts Neues - Fleischers Biester gehören zur flinkeren Sorte und kotzen öfter mal was Dunkelgrünes. Ach ja, und einige sind fett. Auch plagt Fleischer die Zuschauer nicht groß mit Erklärungen oder gar Heilungshoffnungen. Die Welt ist nun eben Zombieland, basta.
Wie so oft bei Erstlingswerken hätte einiges nicht sein müssen - dreistes Product Placement für wirklich widerliche Chemo-Sweets beispielsweise, oder die viel zu langatmig zelebrierte Zerstörung eines Indianerkitsch-Souvenirshops. Die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Columbus und "Wichita" kann man vielleicht gerade noch durchgehen lassen – vor allem, wenn man unter zwanzig ist. Den Splatterspaß trüben diese Kleinigkeiten nicht.

"Zombieland" funktioniert gemäß Columbus’ Regel Nr. 32: "Enjoy the little things". Für den Zuschauer heißt das: Überdrehter Splatter-Slapstick, Woody Harrelson als Sprüche klopfender Zombiebuster, mit drei ebenfalls unterhaltsamen Charakteren im Schlepptau, plus gegen Ende etwas Spannung und Action.





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