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Date Night - Gangster für eine Nacht
Date Night - Gangster für eine Nacht
© 2010 Twentieth Century Fox

Kritik: Date Night - Gangster für eine Nacht (2009)


Allzu viele Komödien für ältere Zielgruppen werden heutzutage nicht mehr gemacht. Mag sein, dass den Älteren inzwischen, angesichts des oft überbordend genitalen Klamauks, der mitunter die Kinos dominiert, das Lachen vergangen ist. Viel wahrscheinlicher aber, dass die Übersee-Filmschmiede zwar bereit ist, familientaugliches Entertaintment zu produzieren, aber sich kaum darum schert, einem Paar einen amüsanten Kinoabend zu bescheren, bei dem die lieben Kleinen mal zuhause beim Babysitter bleiben.

Ungefähr das ist auch eines der Probleme der Fosters. Sie leben in New Jersey, einem New Yorker Vorort, Phil (Steve Carell) arbeitet den lieben langen Tag und Claire (Tina Fey) hat die beiden Kinder und den Haushalt am Hals. Am Abend ist da nix mehr mit Pärchenromantik. Nicht einmal mehr für eine Routinenummer bleibt Kraft genug. Einen Abend in der Woche halten sich die Fosters aber frei: Das ist ihre persönliche 'Date Night', der Abend an dem sie alleine ausgehen. Leider ist auch der inzwischen mehr zum festen Ritual geworden, als das dort noch Stimulierendes zu erwarten wäre. Eines Tages beschließen sie spontan in New York auszugehen, in einem ganz angesagten Restaurant. Natürlich ist der Gourmet-Tempel ausgebucht, sie hätten schon vor Wochen oder gar Monaten reservieren müssen.

An der Bar darauf wartend, dass vielleicht doch noch ein Tisch frei wird, ergreift Phil kurzerhand die Chance als ein anderer Name aufgerufen wird, sich aber niemand meldet. Im Nachhinein eine Schnapsidee: zwar können sie erstmal fein speisen, doch plötzlich tauchen zwei Gangstergorillas auf und zerren sie zum Hinterausgang raus. Die Fosters glauben noch, sie würden jetzt einen verbalen Einlauf dafür bekommen, da sie sich den Tisch unrechtmäßig besorgt haben. Die Muskelmänner verlangen aber von den 'Tripplehorns', dem Paar, das eigentlich den Tisch reserviert hatte, ein Flashdrive (USB-Stick), das sich in ihrem Besitz befinden soll. Anderseits… die gezückte 9 mm spricht Bände.

Regisseur Shawn Levy ist eigentlich eher für die überdrehten Streifen wie die "Nachts im Museum"-Filme zuständig. Vom Tempo her kann es "Date Night" eindeutig nicht mit denen aufnehmen. Auch die Originalität der Pointen hinkt hinterher. Prinzipiell erinnert "Date Night" eher an eine Screwball-Komödie. Zwar spart man sich den Geschlechterkrieg (schließlich sind die Protagonisten verheiratet), aber in Sachen Slapstick und platter Komik, die beinahe zur Farce gerät, erinnert das schon etwas an dieses Subgenre vergangener Zeiten.

Einen richtigen Plot oder etwas wie Handlung besitzt "Date Night" zudem bestenfalls im homöopathischen Quantum. Die Krimigeschichte, die sich als roter Faden durch den Film zieht, dient zu nicht mehr, als skurrile Episoden aneinanderzureihen. Im Grunde lebt der Streifen ohnehin nur von zwei Dingen: den beiden Protagonisten, die sich mühen aus einer eher durchschnittlichen Comedygeschichte das Beste herauszuholen und einer Reihe von coolen Gastauftritten, wie Mark Wahlberg als Womenizer, der als Running Gag den ganzen Film über mit entblößtem Oberkörper angetroffen wird oder Ray Liotta, der sich patengleich Cannelloni in seiner italienischen Mafia-Trattoria in den Kopf schaufelt.

Fazit: Solide durchkonstruierte Comedy für ein erwachsenes Publikum, die zwar nicht vor außergewöhnlicher Originalität sprüht, aber immer wieder mit einer halbwegs ordentlichen Pointe aufwarten kann. Viel Erinnerungswert hat das Ganze zwar insgesamt nicht, aber zum netten Späßchen zwischendurch, reicht es vielleicht gerade noch.




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