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Die Maske des Zorro
Die Maske des Zorro
© Columbia TriStar

Kritik: Die Maske des Zorro (1998)


Wer hätte das gedacht: Der ZORRO unserer Tage ist kein hipper Typ, der pubertierende Kino-Kids mit coolen Sprüchen bei Laune hält, sondern vielmehr der klassische Held eines herrlich altmodischen Films um Ehre, Rache und die große Liebe. Und weil einer wohl nicht reicht, präsentiert Bond-Regisseur Martin Campbell (GOLDENEYE) den maskierten Rächer gleich im Doppelpack: mit Anthony Hopkins als charismatischem Gentleman und Antonio Banderas als unmanierlichem Dieb, der beim Meister in die Lehre geht, um schließlich die Nachfolge des alternden Helden anzutreten. Und so erlernt der ungehobelte Tunichtgut nicht nur die hohe Kunst des Fechtens, sondern auch die Etikette der feinen Gesellschaft - Sean Connery und Christopher Lambert aus HIGHLANDER lassen grüßen.

Künstlichkeit statt Kunst: DIE MASKE DES ZORRO ist eine prachtvolle Replik auf die Abenteuerfilme vergangener Tage, als Piraten, Ritter und Cowboys die Leinwand beherrschten und perfekt geschminkte Darsteller zwischen enormen Studiokulissen ein artifizielles Hollywood-Kino prägten, dessen Charme zumindest die reiferen Filmliebhaber ansprechen dürfte.

Kein Wunder also, daß sich Banderas wie einst Douglas Fairbanks formvollendet von einer Balustrade zur nächsten schwingt und im Vorbeiflug das Herz einer schˆnen Frau erobert: In diesem Fall ist es Catherine Zeta-Jones, und sie ist auch der größte Glücksfall dieses mitunter ein wenig schwerfälligen Films. Die 29jährige Britin erinnert an die junge Ava Gardner und stiehlt nicht nur den beiden durchaus überzeugenden Hauptdarstellern Hopkins und Banderas die Schau, sondern auch den zahllosen Stuntmen, die in virtuosen Fechtsequenzen und rasanten Verfolgungsjagden ihren Kopf hinhalten müssen.

Dabei verzichtet der von Steven Spielberg produzierte Film auf visuelle Effektorgien und setzt statt dessen auf seine konventionellen Story, die sämtliche Klischees des klassischen Abenteuer-Genres bedient und vielleicht gerade deshalb funktioniert: Hier treiben Stunts und Action noch die Handlung voran - und nicht umgekehrt. Mit 136 Minuten Spieldauer ist die opulente Zeitreise in eine totgeglaubte Kinoepoche allerdings ein wenig zu lang geraten, doch dafür entschädigen die hinreißende Catherine Zeta-Jones und die Gewißheit, einen modernen Klassiker gesehen zu haben.

Caramba!





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