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Geliebte Aphrodite - Woody Allen, Mira Sorvino
Geliebte Aphrodite - Woody Allen, Mira Sorvino
© Kinowelt

Kritik: Geliebte Aphrodite (1995)


Zeus auf dem Anrufbeantworter
Ein typischer Woody Allen-Film mit einem typischen Woody Allen in der Rolle des kleinen, nervös-verklemmten Sportjournalisten Lenny Weinrib. Der wehrt sich zunächst gegen ein Adoptivkind, ist dann ganz hin und weg. Und kommt, Recherche läßt grüßen, auf die Idee, nach der leiblichen Mutter zu fahnden. Was er besser hätte bleiben lassen. Denn die ist Porno-Star. Und Lenny schwinden die Sinne. Die Für und Wieder, die dem von Berufs wegen vergeistigten Lenny in Sachen Adoption, Liebe und Wurzelfindung begegnen, diskutiert Woody Allen in seiner neuesten Komödie nicht nur auf der Ebene der Betroffenen aus. Er läßt dazu Figuren der griechischen Mythologie, dem Gewissen aus der Weichspülerwerbung gleich, aufmarschieren, teils separat in einem Amphitheater, teils von anderen unerkannt direkt an Lennys Seite. So kommentieren Kassandra und Götterhelen die Geschehnisse in Anlehnung an "eigene Erfahrungen", versuchen zu orakeln und weiszusagen. Lenny aber scheint das Gerede der welt- und lebenserfahrenen Griechen nicht zu interessieren. Das geht so weit, daß Zeus persönlich seine warnende Message auf Lennys Anrufbeantworter spricht. An Ironie und Bissigkeit läßt es Allen auch dieses Mal nicht fehlen. Finessen in Dialog und Ausstattung amüsieren auf's köstlichste. Einsame Spitze aber ist die Mutter seines Adoptivkindes Max, gespielt von Mira Sorvino, die für ihren Part der Linda Ash dieses Jahr den Oscar als beste Nebendarstellerin erhielt. Mit aufgekratzter Stimme, grandioser Direktheit und einem vereinnahmenden Wesen verdreht sie Lenny, in dessen Ehe es just zu diesem Zeitpunkt zu kriseln beginnt, den Kopf. Natürlich versucht der konservative Sportjournalist, Linda von ihrer anrüchigen Tätigkeit wegzuführen. Doch Allens Tollpatschmethodik fruchtet da wenig.





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