oder

Mütter & Söhne (1996)

Some Mother's Son

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.8 / 5

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Die Lehrerin Kathleen Quigley lebt mit ihren drei Kindern in einem kleinen, beschaulichen Fischerdorf in Nordirland. Die überzeugte Pazifistin hielt sich ihr Leben lang aus der Politik ihres Landes heraus. Als ihr Sohn Gerard eines Tages mit dem Flüchtigen IRA-Anführer Frank Higgins nach einem Schusswechsel mit der Britischen Armee verhaftet wird, bricht ihre gutbürgerliche und friedliche Welt wie ein Kartenhaus zusammen. Durch die Inhaftierung ihres geliebten Sohnes und durch den Hungerstreik 1981 im Maze-Gefängnis wird sie in die politischen Ereignisse hineingezogen. Die Witwe freundet sich mit Franks Mutter, Annie Higgins an, eine bodenständige Farmersfrau und glühende Anhängerin der IRA. In der Sorge um ihre Söhne geben sich die beiden Frauen gegenseitig Halt, ziehen Kraft aus ihrer Freundschaft.
Als Gerard und Frank sich den Hungerstreikenden unter Führung von Bobby Sands anschliessen, kämpfen die beiden Mütter um das Leben ihrer Söhne. Nach dem Tod von Bobby Sands, der während des Streiks einen Sitz im Britischen Unterhaus bei den Wahlen gewann, erkennt Kathleen Higgins die Sinnlosigkeit dieser Protest-Aktion. Einundzwanzig Mütter standen vor der Frage, sollten sie ihre Söhne für einen politischen Zweck zu Tode hungern lassen? Kathleen Quigley will nur noch eins: ihren Sohn vor dem Tod retten...

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Filmkritik

Es lebe der Widerstand. Durch seine Verquickung von politischen Zielen mit menschlichen Schicksalen birgt er hochbrisanten Zündstoff, der auch am Konsumenten/Rezipienten solcher Geschichten nicht spurlos vorübergeht. Jim Sheridan, Regisseur des Erfolgsfilms "Im Namen des Vaters" kehrt nun als Produzent und Autor wieder ins IRA-Milieu zurück. "Mütter und Söhne" erzählt in nüchternen, aber ergreifenden Bildern vom Kampf irischer Söhne um Gerechtigkeit. Die Sicht ihrer Mütter ist freilich eine ganz andere - kämpfen heißt es auch für sie.
Ähnlich wie Sheridans 1993 entstandener "Im Namen des Vaters" liegen dem Plot wahre Begebenheiten zugrunde. Das ist für die emotionale Wirkkraft nicht unbedeutend, tritt Schmerz dadurch noch direkter zutage. Eingewoben in das 1979 in einem nordirischen Fischerdorf spielende Drama ist die Geschichte des legendären und charismatischen Führers der Untergrundbewegung IRA, Bobby Sands (John Lynch, der einen der Guildford-Four in "Im Namen des Vaters" spielte). Zu ihm in den Knast gesellen sich der flüchtige IRA-Führer David O'Hara (Frank Higgins) und Gerard Quigley (Aidan Gillen), dessen "Terroristendebut" unter keinem guten Stern stand. Die britische Justiz behandelt sie als Kriminelle, sie selbst bezeichnen sich als "Kriegsgefangene", lehnen Gefängniskleidung ab, verweigern irgendwann auch Nahrung, kurz: sie leben unter menschenunwürdigen Haftbedingungen.
Den rebellischen Helden sind also die Hände gebunden, das sympathisierende Volk ist empört, die Welt vor den Gefängnistoren ein Pulverfaß. Erst recht, nachdem der vom Hungerstreik gezeichnete Bobby Sands - äußerlich gleicht er Jesus - als Nordirland-Abgeordneter ins britische Unterhaus gewählt wird. Am 66. Tag seines Protests stirbt Sands, seine Beerdigung gerät zum denkwürdigen Trauerzug. Denkwürdig auch insofern, als die Mütter von Gerald und Frank (Helen Mirren und Fionulla Flanagan), die eine politisch zurückhaltend, die andere ein Kämpfer wie der Sohn, nun auch um das Leben ihrer Ältesten bangen. Wie sich zwischen den sehr unterschiedlichen Frauen im Laufe der Zeit eine Freundschaft entwickelt, wie die Saat des Widerstands und der Wut vor allem bei Geralds Mutter keimt, das hat Regisseur Terry George mit den einfachen Mitteln des Erzählkinos festgehalten. Das Ergebnis ist so aufregend wie bewegend, ein emotional meisterhaftes Regiedebut.




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Land: Irland, Großbritannien, USA
Jahr: 1996
Genre: Drama
Länge: 112 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 13.02.1997
Regie: Terry George
Darsteller: Helen Mirren, Fionnula Flanagan, Aidan Gillen
Verleih: Concorde

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