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Kritik: A Hard Day's Night (1964)


Es ist seit längerem zu befürchten gewesen und hat bei der ungebrochenen Beatlemania eigentlich erstaunlich lange gedauert. Aber nun kommt nach immer "neuen" Büchern und diversen CD’s mit unwesentlich variierten Song-Zusammenstellungen der erste Beatles-Film wieder in die Kinos. Natürlich mit der üblichen digitalen Sound-Überarbeitung und dergleichen Firlefanz mehr. Die Frage, ob das Sinn macht, erübrigt sich, geht es doch alleine darum, den Reichtum und Wohlstand der Rechteinhaber zu sichern und zu mehren. Dem Publikum und hier vor allem den Beatlesfans älteren Semesters wird mit der Wiederaufführung kaum ein Gefallen getan. Es stellt sich der Effekt ein, der bei Besichtigung von kulturellen Fetischen der eigenen Jugend 20 – 30 Jahre später immer wieder greift: Enttäuschung und mildes Kopfschütteln. Natürlich: Phänomene der Zeitgeschichte wie die Beatles erklären sich vor allem aus ihrer Zeit heraus. Posthume Betrachtungen werden schnell ungerecht, weil sie entweder verklären oder intellektuell sezieren. Trotzdem: Der Verleih von "A Hard Days Night" hängt sich dermaßen weit aus dem Fenster, dass einige Anmerkungen geradezu provokant werden. Ein Meilenstein der Filmgeschichte, wie Plakat und Presseheft verkünden, ist der Film wahrlich nicht. Ganz im Gegenteil. Er ist einfach gestrickt, äußerst bemüht lustig, schauspielerisch dilettantisch und überhaupt kreuzbrav. Die Bürgerschreckattitüde mit der die Beatles sich in dem Film gefallen, ist eher peinlich. Im Grunde genommen sind die Vier in etwa so revolutionär wie Rex Gildo, der in dem Film so verkehrt nicht aufgehoben wäre. Womit wir übrigens beim zu Recht viel gescholtenen deutschen Schlager dieser Jahre wären. Von dem unterscheiden sich die frühen Beatles vor allem textlich nämlich kaum. Wohlverstanden, dass in den späten sechziger Jahren die Beatles exzellente Popmusik gemacht haben und vor allem John Lennon zu den ganz Großen unter den Songwritern zählt, ist unbestritten. Nur, so wie die Fab Four von Richad Lester in "A Hard Days Night" portraitiert werden, sind sie alles andere als ein Jahrhundertereignis. Und das gilt wie gesagt auch für den Film, der immerhin für sich verbuchen kann, in einzelnen Teilen so etwas wie der erste Videoclip zu sein. Im Stil einer fiktiven Dokumentation beschreibt Lester in dem Schwarz/Weiß – Film einen Tag im Leben von John, Paul, George und Ringo. Auf dem Weg zu einer Fernsehshow müssen sie ihre Manager bändigen, kreischende Fans entkommen und der Presse Rede und Antwort stehen. Witziger Höhepunkt hier die Antwort auf die Frage "Wie fanden Sie Amerika?" – "Bei Grönland links abbiegen".




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