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Kritik: Blood Simple - Eine mörderische Nacht (1984)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Niemand stirbt schnell. Und nichts ist, wie es scheint, sollte man noch hinzufügen. Davon lebt das rabenschwarze Kabinettstückchen, mit dem die Coen-Brüder im Kino debütierten und trotz lobender Kritiken vom Publikum verschmäht wurden. Bereits im Jahr 2000 in einer digital aufpolierten, dafür um vier Minuten gekürzten Fassung wieder aufgeführt, kommt nun eine neuerlich überarbeitete 4K-Version in die Kinos.

Barry Sonnenfeld, mittlerweile renommierter Regisseur, fotografierte die bedrückende Szenerie, in der Elemente des Film Noir genauso Einzug halten, wie die unbarmherzige Macht des Zufalls. Die Figuren versagen dabei, Intrigen zu spinnen und Morde zu begehen, wägen sich fälschlicherweise in Sicherheit und haben nie den Überblick. "It´s the same old song" singen die Four Tops. "but with a different meaning": Die Coens tragen viele bekannte Topoi zusammen, verändern diese aber. Sie schaffen eine düstere Symbolik, die den lähmenden Schauder angesichts ihres fast bösartigen Krimis forciert.

Wie in "Fargo", dem stilistisch ähnlichsten Werk, führen die bemitleidenswert dummen Figuren Böses im Schilde. Doch die Strafe folgt nicht für ihre Gier, ihren Neid. Sie folgt als logische Antwort einer höheren Macht, die sich nicht beeinflussen lässt – dem Schicksal. Von Vorahnungen geplagt benehmen sie sich wie in einem Albtraum. Alles scheint möglich, nur kein Entkommen.




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