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Wunsch und Wirklichkeit (1998)

The Proposition

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.0 / 5

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Madeline Stowe und William Hurt spielen die Hauptrollen in diesem historischen Drama, angesiedelt in Boston, circa 1935, über eine feministische Schriftstellerin und ihren älteren Ehemann, der einen sexuellen Stellvertreter engagiert, als sie erfahren, daß sie kein Baby bekommen können. Daraus entsteht ein verwirrendes Netz aus Macht, Liebe und Verführung, welches ihr Leben für immer verändern wird. In weiteren Rollen spielen Blythe Danner ("Herr der Gezeiten") und Kenneth Branagh ("Hamlet"), als katholischer Priester, der mit dem Ehemann verwandt ist und versuchen will, dem Paar zu helfen, sich dabei jedoch in die Frau verliebt. Die für ihre Zeit überaus moderne Frau versucht die moralisch akzeptierten Konventionen bis an ihre Grenzen auszuloten.

Filmkritik

Ein recht kurioser Zwitter ist es, der uns da unter dem eher beliebigen Titel "Wunsch & Wirklichkeit" ins (Lichtspiel-) Haus schneit: Ein bißchen Komödie, ein bißchen Drama, reichlich Melodram und ein Schuß Krimi. Ziemlich viel auf einmal für knappe zwei Stunden Film, könnte da geargwöhnt werden. Und wer dies tut, der hat Recht. Trotzdem kann man dem Film nicht so recht böse sein: Er ist mit Kenneth Branagh, Madeleine Stowe und William Hurt prächtig besetzt, elegant inszeniert, stimmig ausgestattet, und die Story ist alles andere als vorhersehbar. Wobei freilich sämtliche dieser Pluspunkte leider keineswegs ungetrübt strahlen. Aber der Reihe nach.

Die Geschichte ist im Boston der 30er Jahre angesiedelt. Mit an der Spitze der feinen Gesellschaft der Metropole steht das Ehepaar Eleanor und Arthur Barret, sie eine emanzipierte Schriftstellerin, er ein erfolgreicher Anwalt. Wie auch andere Mitglieder des gehobenen Bürgertums geben sich die Barrets liberal und sind tagsüber damit beschäftigt, ihren beträchtlichen Wohlstand zu mehren. Dennoch lastet auf ihrer Ehe ein Schatten. Der sehnlichst erwünschte Nachwuchs will sich nicht einstellen, Arthur ist zeugungsunfähig. Aber, aufgeklärt wie man im Hause Barret ist, wird eine ungewöhnliche Lösung des Problems angegangen. Für eine Nacht wird ein Ersatzehemann gekauft, der an des Gatten Statt die Dame des Hauses beglücken soll. Ein junger, vielversprechender Jurastudent übernimmt den verantwortungsvollen Part. Doch der Plan der Barrets läuft aus dem Ruder, als, was nun wirklich nicht vorgesehen war, von Seite des Studenten Liebe ins Spiel kommt. Arthur beäugt die fatale Entwicklung der Dinge mißtrauisch. Dies wiederum paßt seiner Frau nicht. Sie wendet sich hilfesuchend an einen jungen Pfarrer. Damit jedoch treibt das komplizierte Beziehungsgeflecht endgültig in tragische Gefilde ab.

Der Hauptschwachpunkt von "Wunsch & Wirklichkeit" ist zweifellos die ungeschickte Dramturgie. Gleich mehrfach kommt die story und damit die ganze Stimmung des Film ziemlich ins Schleudern. Im Grunde haben wir es mit zwei unterschiedlichen Teilen zu tun. Der erste ist eine durchaus vergnügliche Salonkomödie, der zweite dann leider ein zum Teil unfreiwillig komisches Melodram. Gut und schlecht liegen im ganzen Film dicht beieinander. Am dichtesten jedoch an einer zentralen Stelle nach etwa einer Stunde, wo eine wirklich geglückte Überraschung im nächsten Moment ins Lächerliche kippt. Noch ein Beispiel: Die Ausstattung des Films ist sorgfältig und liebevoll. In einigen Außen-Sets müssen dann aber Dutzende von blankpolierten Oldtimern, die alle gleich aussehen und völlig steril wirken, durchs Bild gejagd werden. Und ein letztes: Es ist durchaus ein Reiz von "Wunsch & Wirklichkeit, daß man zu keiner Zeit weiß, wie die Geschichte nun weitergeht. Dieses positive Moment wird aber ab und zu durch vorrausschauende Kommentare eines überflüssigen Off-Erzähler wieder relativiert. In den gängigen Bewertungsskalen läuft so ein Film unter "zwiespältig".




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Land: USA
Jahr: 1998
Genre: Drama
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 21.05.1998
Regie: Lesli Linka Glatter
Darsteller: Ken Cheeseman, Kenneth Branagh, Jim Chiros

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