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Der letzte Tempelritter - Hauptplakat
Der letzte Tempelritter - Hauptplakat
© Universum Film

Kritik: Der letzte Tempelritter (2010)


Schaut man sich die Biographie von Nicolas Cage an, wird einem schmerzlich bewusst, welches Potenzial der Schauspieler von Tag zu Tag, vor allem mit seinen neueren Filmen, verschenkt. Eine Abhandlung über Werdegang und Fall des einstigen Hollywood-Stars zu schreiben, ist an dieser Stelle überflüssig und würde von der Rezension ablenken. Jedoch kommt man nicht drumherum sich mit jedem seiner Filme erneut an den Kopf zu packen - sowohl im negativen wie im positiven Sinne.

So legte er in "Kick Ass" einen schauspielerisch hervorragenden Auftritt in einer insgesamt gelungenen Produktion ab, während er daraufhin in "Duell der Magier" wieder unter negativen Kritiken zu leiden hatte. Nach "Drive Angry 3D", der trotz oder gerade wegen der Tatsache, dass er sich selbst nicht allzu ernst nahm, bei vielen Zuschauern für Unterhaltung sorgen konnte, waren es wahrscheinlich die niedrigen Erwartungen, die mich mit Blick auf den ersten Trailer des exorzistisch angehauchten Mittelalter-Abenteuers "Der letzte Tempelritter" mit einem Fünckchen Hoffnung aufatmen ließen. Zugegeben, Ron Perlmann zeugt abseits von "Hellboy" nicht gerade für hochkarätige Meisterwerke. Aber zumindest ein Paar unterhaltsame Stunden wollte ich mir nicht entgehen lassen. Von Kritikern zerrissen, wollte ich mir ein eigenes Bild machen und so weh es tut, Nicolas Cage hat mit diesem Film ein weiteres Mal versagt, ohne dabei die Hauptschuld zu tragen.

Es ist vorrangig das Drehbuch, welches "De[n] letzten Tempelritter" in einem spannungsarmen Licht dastehen lässt. Hinzu kommen die Dialoge. Kaum ein Witz zündet - nur selten lässt sich ein Lacher aus dem Zuschauer herauszwingen.

Mäßige Specialeffekts verderben vor allem gegen Ende hin jeglichen Grusel. Dabei sind die Ansätze an sich eigentlich recht interessant. Doch leider nimmt sich der Film selbst zu ernst anstatt über eigene Unzulänglichkeiten zu lachen. So versprüht das Werk mit seinen Effekten und inszenatorischen Schwächen zwar zwischenzeitlich den unverblümten Charme von 80er Jahre Trah, sodass man sich fast an Zeiten mit Bruce Campbell erinnert fühlt, aber im nächsten Moment nimmt man sich dermaßen ernst, dass es einem Leid tut um die vergeudete Motivation der Macher. Wenn schon Trash, dann bitte richtig und kein Halbgares Hexengebrodel.

Regisseur Sena und Drehbuchautor Bragi F. Schut sowie der gesamten Finanzierungs- und CGI-Crew hätte man am Ende des Films gerne persönlich eins mit dem Hexenhammer übergebraten. "Der letzte Tempelritter" offenbart sich zwar als fertiges und inhaltlich geschlossenes Produkt, wirkt dabei jedoch so verplant rund, dass es wieder weh tut.

Wenn man schon am Anfang das Ende erahnen kann, mitsamt minimal romantischer Zweisamkeit, die Dialoge nicht weiter interessant sind und der gesamte Film nur halbherzig ein spannungsreiches Abenteuer verspricht, dann hat man hier definitiv etwas falsch gemacht. Umso mehr kann man sich mit einer großen Portion Hoffnung auf einen Nicolas Cage in Top-Form, in "Ghost Rider 2: Spirit of Vegeance", freuen. "Der letzte Tempelritter" ist ein einziger Fehlgriff.




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