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Kritik: Out of Sight (1998)


Elmore Leonard ist "in": Nach "Get Shorty", "Touch" und "Jackie Brown" ist "Out of Sight" die mittlerweile vierte Verfilmung eines seiner Romane. George Clooney ("Emergency Room") und Jennifer Lopez ("Anaconda") geben ein hinreißendes Leinwandgespann ab, das sich aber trotz offensichtlicher Starqualitäten nicht in den Mittelpunkt drängt. Denn "Out of Sight" ist ein Ensemble-Film mit interessanten Nebenfiguren, die nicht drehbuchtechnische Lückenfüller, sondern - Ving Rhames, Steve Zahn und Albert Brooks sei Dank - voll entwickelte Charaktere abgeben.

Steven Soderbergh ("Sex, Lügen und Videotape") erzählt seine Geschichte unkonventionell montiert in non-linearen Rückblenden. Virtuos manipuliert der Regisseur dabei das Element der Zeit: Eine Schlüsselsequenz zwischen den beiden Hauptdarstellern etwa präsentiert den Dialog der einen Szene zu den Bildern einer anderen - und doch paßt alles perfekt zusammen.

Die raffinierte Story hält den Zuschauer mit zahlreichen Einfällen und Wendungen bei Laune und führt die Figuren immer wieder zusammen. Dabei vermeidet die durchweg lässige Stimmung des Films jedes sentimentale Klischee, jedoch ohne gefühllos oder oberflächlich zu wirken. Da entfalten sich ausgefeilte Dialoge zwischen interessanten Charakteren, münden absurd-komische Situationen unvermittelt in Gewaltausbrüche - "Pulp Fiction" stand Pate. Sonderbergh aber imitiert Tarantino nicht, sondern benutzt ihn nur als Ausgangspunkt für seinen eigenen Stil.





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