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Spiel auf Zeit - Poster
Spiel auf Zeit - Poster
© Buena Vista

Kritik: Spiel auf Zeit (1998)


Brian De Palma ("Die Unbestechlichen") gilt als Meister seines Fachs und könnte mit seinen virtuosen Kamerafahrten und komplexen Schnittfolgen vermutlich auch ein Telefonbuch spannend verfilmen. So liefert der Anfang des Films auch gleich den besten Beweis für die Perfektion, mit der De Palma eine schier endlose Einstellung ohne sichtbare Schnitte in Szene setzt: eine fast 20 Minuten lange Steadycam-Sequenz, die sich von der Einführung sämtlicher Hauptfiguren bis zum blutigen Attentat auf den amerikanischen Verteidigungsminister erstreckt.
Das Problem dieses Films aber ist, daß er das hohe Niveau der grandiosen Eröffnungssequenz nicht halten kann. Vielmehr entwickelt sich die zunächst überaus differenzierte und fesselnde Story immer mehr zu einem recht konventionellen Verschwörungs-Thriller, in dessen Verlauf der von Nicolas Cage mit parodistischen Zügen dargestellte Polizist Santoro an der Loyalität seines besten Freundes Kevin (Gary Sinise) zu zweifeln beginnt.
De Palma freilich hat stets einige Trümpfe im Ärmel: Wie in einem Puzzlespiel setzt er die eher banale Handlung in Rückblenden aus den Blickwinkeln der einzelnen Akteure zusammen, bedient sich ungewöhnlicher Kamera-Einstellungen, teilt die Leinwand bei Bedarf in mehrere Sektoren auf und führt die Hauptfiguren schließlich in einer - wenn auch unglaubwürdigen so doch wenigstens perfekt choreographierten - Klimax zusammen.
Nicolas Cage ("Stadt der Engel") und Gary Sinise ("Forrest Gump") leisten solide Arbeit, der eigentliche Star des Films aber ist die Kamera - fehlt also nur noch eine der großartigen Inszenierung würdige Story.




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