VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
Wild Things
Wild Things
© Constantin Film

Kritik: Wild Things (1998)


Der gemeine Film braucht immer einen Guten und immer einen Bösen. Das ist festgeschriebenes Gesetz, nur in seltenen Ausnahmefällen verstößt man dagegen. In "Wild Things" gibt es sogar mehrere Gute und mehrere Böse. Und das Gemeine daran ist, daß hier beide Seiten plötzlich die Rollen wechseln. Also gut ist auf einmal böse, und böse unerwartet gut.
Aber ganz gemein wird es erst, wenn dieses Spiel keine einmalige Sache bleibt, sondern immer wieder sein wechselhaftes Unwesen treibt. Das ist die Grundidee des um Erotik, Psyche und Verbrechen kreisenden Thrillers "Wild Things", und das ist der Grund, warum man von der Geschichte eigentlich nicht allzu viel verraten darf, damit nicht jeder sofort weiß, wer nun wirklich gut, wer nun tatsächlich böse ist.

Der High School-Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) ist eigentlich ganz gut. Anerkannt bei seinen Kollegen, beliebt bei den wissbegierigen Studenten bewegt sich der smarte Pädagoge behende auf dem Schulparkett. Und auch im Privatleben scheint er ausgesorgt zu haben, denn Sam darf sich als potentieller Ehemann einer Tochter aus gutem Hause fühlen. Im Grunde läuft also alles bestens, wären da nicht zwei hinterhältig böse Studentinnen, die den Saubermann sexueller Vergehen bezichtigen, ihn vors Gericht zerren und seine berufliche Existenz gefährden.

Das ist nur der Beginn von John McNaughtons kriminalistischem und mörderischem Verwirrspiel "Wild Things". So wenig der Film von seiner durch und durch konventionellen, manchmal gar enttäuschend primitiven Inszenierung lebt, so verblüffend erregt eine Geschichte Aufmerksamkeit, in der nichts so ist, wie es anfangs scheint. Mit Handlungsfäden, die sich immer wieder virtuos der filmischen Lüge oder zumindest der Täuschung des Zuschauers bedienen, ist insbesondere dem Drehbuchautor Stephen Peters ein durchgängig fesselnder Unterhaltungsspaß zu verdanken. Und diejenigen, die auch am Ende des Filmes noch nicht genau wissen, ob den gut geglaubten Bösen nun ein gutes oder schlechtes Schicksal ereilt hat, werden wohl auch noch den Abspann konzentriert verfolgen müssen, denn dann werden die Rollen endgültig verteilt und die allgemeine Verwirrung aufgelöst.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.