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Small Soldiers (1998)

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5.0 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 1 Besucher eine Bewertung abgegeben.


In der Provinzstadt Winslow Corners in Ohio geht das Leben seinen ganz normalen Gang. Die Menschen sind freundlich, alles ist friedlich. "Action"? - das steht hier lediglich auf der Verpackung von Plastikfiguren. Nur Spielzeug. Wirklich nur Spielzeug? Ein außer Kontrolle geratenes Computer-System läßt die scheinbar leblosen Minifiguren plötzlich zur Gefahr für die verschlafene Vorstadt werden. Besonders heimtückisch ist die schwerbewaffnete "Commando Elite" - denn für diese kleinen Figuren ist alles andere nur Spielzeug, einschließlich der ahnungslosen Einwohner von Winslow Corners. Pech für die Provinzmenschen, daß sie zu den unfreiwilligen Alliierten der "Gorgonites" werden, den Spielzeug-Erzfeinden der "Commandos". So martialisch die "Gorgonites" auch aussehen, sind sie vollkommen friedliebend und wollen sich vor ihren Gegnern nur lange genug verstecken, bis sie die geheime Insel von Gorgon gefunden haben. Der "Commando Elite" hingegen liegt weniger am Frieden. Sie ist auf Kämpfen programmiert. Und: sie macht keine Gefangenen.

Filmkritik

Das hätte ein richtig nettes Filmchen werden können: Sarkastisch wäre der Blick auf die perversen Vollidiotien von Kriegsspielzeug aller Art gefallen, ungeschönt wären die zynischen Machenschaften der profitgeilen Hersteller entlarvt worden und bitter wären die hilflosen Erwachsenen beleuchtet worden, die ihre Kinder, um sie aus den Füßen zu haben, mit derlei Krempel versorgen. Und für all dies wäre ja Joe Dante auch genau der richtige Regisseur gewesen. In Filmen wie "Meine teuflischen Nachbarn" oder auch "Gremlins" hat er bewiesen, daß er ebenso stilsicher wie spielerisch-ironisch mit Genres umgehen kann und fröhlich Bosheit hierbei sein Tonfall ist. Und die trostlose Einförmigkeit amerikanischer Einfamilienhaus-Vorstädte ist eh seine Lieblings-Location.

Hinter den pastellfarbenen Fassaden mit Wembley-Rasen und Zäunchen vermutet er sicher nicht zu Unrecht das schleichende Grauen. Wie gesagt, die Voraussetzungen stimmen und "Small Soldiers" hätte durchaus ein freches kleines B-Picture werden können. Leider ist es dann aber irgendwie alles anders gekommen. Der Film ist in nahezu allen Belangen halbherzig ausgefallen und somit eine einziger fader Kompromiß, der nie so recht weiß, was er denn nun eigentlich sein will. Das mag u.a. daran liegen, daß fünf Drehbuchautoren eigentlich vier oder mindestens drei zuviel sind. Unklar ist vor allem auch, an welche Zielgruppe sich der Film wendet. Ein unreifes präpubertäres Publikum dürfte kaum die nötige Distanz haben, die nötig ist, um die derben und zum Teil sexistischen Landserzoten als Satire aufzufassen. Aber auch ältere Zuschauer werden hier Probleme kriegen, ergötzt sich der Film doch offensichtlich ein ums andere Mal an dem, was er eigentlich zu karikieren gedenkt bzw. vorgibt.

Zur Geschichte: Zwei etwas weltfremde Spielzeugerfinder geraten in eine Identitätskrise, als ihre Firma von einem Militärkonzern übernommen wird. Aber, um ihren Job zu retten, rüsten sie die gerade in Arbeit befindlichen Spielzeugpuppen zu martialischen Kriegsspielzeug um. Die Prototypen sind sechs zu allem entschlossene Mini-Rambos und - im Krieg braucht man Gegner - sechs schrullige Exoten, die Gorgonites. Die einen sind auf bedingslosen Kampf programmiert, die anderen auf Niederlage. Aber dann geht etwas schief, den Figur werden defekte militärische Mikrochips implantiert. Fortan entwickeln sie ein fiasköses Eigenleben und entfachen ein Inferno, in deren Verlauf sich eine brave Eigenheimsiedlung in den reinsten Kriegsschauplatz verwandelt.

Tricktechnisch ist das Ganze natürlich auf dem neusesten Stand, hier in perfektem Zusammenspiel von Computeranimation und Realfilm. Und ist man mal bereit jedwede Anflüge von Ideologiekritik außen vor zu lassen, hat "Small Soldiers" auch seine unterhaltenden Qualitäten. Die Idee, psychologische Foltereinheiten mit Spice-Girls-Song zu verabreichen, hat durchaus was.




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Land: USA
Jahr: 1998
Genre: Animation
Länge: 110 Minuten
FSK: 12
Kinostart: 15.10.1998
Regie: Joe Dante
Darsteller: Jay Mohr, Kirsten Dunst, Gregory Smith
Verleih: United International Pictures

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