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Küss den Frosch - Concept Art
Küss den Frosch - Concept Art
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Zeichentrickfilme

Wie ensteht eine handgezeichnete Animation?

Wie bei allen Filmen beginnt auch die Entwicklung eines Zeichentrickfilms mit einer Idee. Danach aber wird es zunehmend kompliziert. Wie, das erfahrt ihr hier:

Treatment und Drehbuch
Nach der Entwicklung der Grundidee des Films wird eine kurze Synopsis, auch Treatment genannt, erstellt. Mit dieser wenden sich die Möchtegern-Animationsfilmemacher an die Produzenten. Wenn diese das Treatment für gut befinden, kann es los gehen mit der Ausarbeitung des eigentlichen Drehbuchs.


Concept Art
Concept Art wird geschaffen, um die verschiedenen Variationen der potentiellen Charaktere, Umgebungen und des „Looks“ des Films zu erkunden. Dieses Stadium der „visuellen Entwicklung“ (fachsprachlich „vizdev“ genannt) wird von den Regisseuren und dem Art Director des Films gemeinsam geleitet. Zusammen arbeiten sie aus, wie alles zusammengefügt werden soll, um den speziellen Look des Films entstehen zu lassen. Erstellt wird dieses Artwork von Animatoren, Filmemachern und auf Konzeptualisierung spezialisierten Künstlern. Die Concept Art steht gewöhnlich am Anfang des kreativen Prozesses, kann aber auch zu jedem anderen Zeitpunkt der Filmentwicklung kreiert werden.


Storyboard Art
Das Drehbuch wird dann Szene für Szene (manchmal sogar Bild für Bild) von Storyboard-Künstlern umgesetzt, die visuell darstellen, was im Drehbuch beschrieben ist. Die Storyboard-Künstler arbeiten dabei oft das ein, was von den Vizdev-Künstlern geschaffen wurde. Dieser Prozess wird vom Head of Story und den Regisseuren des Films geleitet. Die Storyboards werden dann zusammen­geschnitten und ein „Scratch“-Dialog aufgenommen. So wird getestet, wie die Szene nach der Animation ablaufen könnte.


Layout
In der Layout-Phase werden „Set-Design“ – also die Kulisse des Films - und Kinematographie – die Kameraführung - kombiniert. Dieser Prozess gibt dem Animator die „Bühne“ vor, auf der er seine Charaktere auftreten lassen kann/muss.


Roh-Animation
Mit der Roh-Animation erfolgt der erste Vorstoß in die eigentliche Animation des Films. Noch sind Bleistiftstriche und andere Zeichen und Markierungen in der Animation erkennbar, denn sie ist noch nicht bereinigt und noch nicht fertig für die Leinwand. Aber jetzt können die Regisseure die Charaktere in Bewegung und innerhalb der Szene handeln sehen. Es werden jedoch nicht nur die Figuren und ihre Handlungen animiert, es beginnen auch die Feinarbeiten zu Kameraplatzierung, Framing (Bildeinstellung) und Bewegung.


Clean-Up
Die gesamte Rohanimation wird von Künstlern „gesäubert“, d.h. es werden alle störenden Markierungen entfernt und die Linien der Animation verfeinert, bzw. nachgetuscht. Nachdem der Clean-up-Animator seine Arbeit beendet hat, ist das Produkt (was die Linien der Charaktere anbetrifft) nahezu so, wie es auf der Leinwand zu sehen sein wird.

Farbmodell
Irgendwann im Laufe des Verfahrens muss die Animation Farbe erhalten. Die Farbmodell-Abteilung isoliert alle Farben, die in den einzelnen Szenen benutzt werden, damit die Charaktere und ihre unmittelbaren Umgebungen im ganzen Film konstant bleiben.


Hintergrunderstellung
Die Hintergründe werden separat bearbeitet. Sie sind statische Gemälde der vollständigen Hintergrundumgebung, in der die Geschehnisse ihren Lauf nehmen.
Die Hintergrund-Künstler arbeiten eng zusammen mit den Layout-Künstlern (die die Komposition des Einzelbilds beaufsichtigen). Die Layout-Künstler arbeiten ihrerseits mit den Animatoren zusammen um sicherzustellen, dass alles synchron läuft.



Roh-Effekt
Alles was sich außer den Charakteren bewegt, wird von der Effects-Abteilung gehandhabt. Hierzu gehören Dinge wie organische Effekte (Regen, Wasser, Wolken, Bäume, Grass usw.), Charakter-Effekte (Schatten und Schattierungen) und Requisiten-Effekte (Autos, Pferde oder andere feste Objekte).

Tusche und Farbe
Auf Grundlage der von der Farbmodell-Abteilung gegebenen Informationen nehmen sich die Tusch- und Farbkünstler die einzelnen Bilder vor und füllen die Animation mit Farben und Tuschelinien. Jetzt fangen die Charaktere an, sich in bunte Gestalten zu verwandeln.


Komposition
Gemeinsam mit dem Art Director arbeitet die Farbmodell-Abteilung daran, in der fertig gemalten Szene die Charaktere mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Hierbei wird jede Farbe und Tuschelinie so lange optimiert, bis sie wirklich perfekt ist. Die Komposition der Aufnahmen erfolgt, indem alle Elemente – Animation, Effekte, Hintergründe – miteinander kombiniert, d.h. übereinandergelegt werden. Sind alle mit dem Ergebnis zufrieden, ist die Szene leindwandfertig und kann abfotografiert, bzw. gescannt werden.


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