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Tödliche Versprechen - David Cronenberg
Tödliche Versprechen - David Cronenberg
© Tobis Film

Eine dunkle Begierde - David Cronenberg

Am 31.10.2011 wird David Cronenberg Berlin besuchen, um seinen neuen Film "Eine dunkle Begierde" vorzustellen, der am 10.11.2011 startet. Damit Cronenberg kein Fremder bleibt, haben wir Euch einige interessante Fakten über den am 15. März 1943 in Kanada geborenen Regisseur zusammengestellt.

Seine Anfänge:

Cronenberg gilt seit fast 30 Jahren als Initiator des pathologischen Films, einer ganz eigenen Stilrichtung des Horrorfilms. Beim sogenannten Body-Horror kommt der Angst vor körperlicher Veränderung durch Mutation und Infektion eine zentrale Rolle zu. Bereits in frühester Kindheit interessiert er sich für Literatur - vor allem für Science-Fiction-Romane, was ebenfalls in seine Filme einfließt. Nach einem abgebrochenen Biologiestudium macht er schließlich seinen Abschluss in Literatur an der University of Toronto. Durch Seminararbeiten an der Universität erkennt er den künstlerischen Wert des Filmemachens und präsentiert 1966 – im Alter von 23 Jahren – seinen ersten Farb-Kurzfilm "Transfer". Hier verarbeitet er das Thema Arzt-Patient auf einer künstlerisch-verstörenden Ebene, indem er den Dialog zwischen Patient und Psychiater auf einem weiten, schneebedeckten Feld stattfinden lässt. 1969 erscheint sein erster Langfilm "Stereo". In dieser Geschichte verarbeitet er die Idee eines Laborexperiments, in dem telepathisch veranlagte Menschen neue Modelle des politischen, sozialen und sexuellen Lebens entwickeln sollen. 1970 erscheint "Crimes of the future" und skizziert ein Horrorszenario, in dem eine durch Kosmetika ausgelöste Krankheit beinahe die gesamte Menschheit auslöscht.

Sein Durchbruch:

"Shivers" läuft 1975 an und ist zugleich der Beginn seiner eigentlichen Filmkarriere, da dieser auch international rezipiert wird. Hier inszeniert er den gesellschaftlichen Verfall und die Abgründe der menschlichen Psyche aus dem Mikrokosmos eines Luxusappartment-Komplexes, deren Bewohner von parasitärem Verfall bedroht sind und sich dadurch selbst vernichten. Es ist ein abstrakter Kommentar auf die menschliche Psyche, gesellschaftlichen Verfall und die Rückkehr ins Entzivilisierte.

Seine größten Erfolge:

Seine Werke über den "Wissenschafts-Horror" führt sein Film von 1986 "Die Fliege" an - ein Film der an eine kafkaeske Verwandlung vom Menschen zur Fliege erinnert.
In "eXistenZ" von 1999 befinden sich Charaktere eines Computerspiels außerhalb der virtuellen Welt. In dem bekannten Film "Scanners" von 1981 wird der "Telepathie-Gedanke" aus "Stereo" weiterentwickelt. Mit einem Budget von 4.100.000 kanadischer Dollar ist es sein erster finanziell aufwändiger Film mit dem er 1981 den "Fantasporto International Fantasy Film Award" für den besten Film gewinnt. Im Laufe seiner Filmkarriere kann Cronenberg 14 Langfilme sowie 20 Kurz- und Werbefilme zu seinen Werken zählen.

Das Besondere an seinen Filmen ist die Verknüpfung psychologischer Aspekte des Horrors mit alltäglichen Situationen, Einzelschicksalen und Wissenschaft. Die Filme lassen sich nicht unter dem Begriff Horror abhandeln. Sie sind sowohl innovativ, als auch verstörend und strahlen sowohl Grausamkeit, als auch Sinnlichkeit aus. In Eine dunkle Begierde widmet er sich, wie in "A History of Violence" dem Thema eher introspektiv. Ganz im Gegensatz zu früher, wo er die innerlichen Psychosen veräußerlicht und abstrakt inszenierte.



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