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Marvel's The Avengers
Marvel's The Avengers
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

TV-Tips für Sonntag (19.4.): Aufwärmen für "Age of Ultron"

RTL zeigt Meisterwerk "The Avengers"

Kommenden Donnerstag startet in den hiesigen Kinos eine kleine, unscheinbare Produktion namens "Avengers: Age of Ultron" - wer sich schon heute Abend in Stimmung bringen möchte, sollte auf RTL das Meisterwerk "The Avengers" im Hauptprogramm nicht versäumen.

"Marvel's The Avengers", RTL, 20:15 Uhr:
Die mächtigsten Helden der Erde (und darüber hinaus) müssen sich zusammenschließen und lernen, als ein Team zu agieren, wenn sie den boshaften Loki (Tom Hiddleston) und seine Armee von Außerirdischen aufhalten wollen, der die Menschheit versklaven will.

Als Anfang der nuller Jahre sowohl "Spider-Man" als auch "X-Men" exzellente Ergebnisse an den Kinokassen erzielten, weckte das bei Marvel Comics Begehrlichkeiten. Bis dahin hatte man die Lizenzen für seine Comic-Figuren an unterschiedliche Filmstudios vergeben - und nur bescheiden daran verdient. War nicht viel mehr Geld drin, wenn man selbst Spielfilme mit den Superhelden produzierte? Und dann mit gezieltem Crossover der Figuren den Appetit auf die jeweils kommenden Filme steigern könnte? Marvel-Präsident Kevin Feige gab dem Konzept den Namen "Marvel Cinematic Universe" und trug es zur Wall Street, um Geld für das Vorhaben, sein eigenes Filmstudio zu gründen, einzusammeln. Er hatte Erfolg: Merrill Lynch gewährten einen Kredit in Höhe von 525 Millionen Dollar - ein lohnendes Investment, wie sich zeigen sollte.

Von Anfang an war ein "Avengers"-Film geplant, in dem die verschiedenen Superhelden gemeinsam auftreten würden, und dass Solo-Filme der Helden auf dieses Opus hinarbeiten sollten. Als der erste Marvel-Solo-Film "Iron Man" im Mai 2008 erfolgreich startete, begannen sofort die konkreten Vorbereitungen auf den "Avengers"-Streifen, indem man die Schauspieler unter Vertrag nahm. Robert Downey Jr unterschrieb als Erster für seinen Iron Man-Part. Nach und nach sammelte man die Superhelden-Darsteller ein - mit Ausnahme von Edward Norton, den Marvel nicht mehr in der Rolle des "Hulk" sehen wollten und durch Mark Ruffalo ersetzten. Ironischerweise sollte es dann gerade Ruffalo sein, der besonders viel Lob für seine Darstellung auf sich ziehen würde.

Als Regisseur verpflichtete man Joss Whedon, der mit dem viel gepriesenen, kaum gesehenen "Serenity" 2005 sein Händchen für Abenteuerfilme bewiesen hatte und als Drehbuchautor von erfolgreichen TV-Serien wie "Buffy" oder "Angel" bekannt war. Seine erste Amtshandlung im Jahr 2010 war, das vorhandene Drehbuch von Zak Penn in den Papierkorb zu werfen und selbst ein neues zu schreiben. Dieses wurde ab dem Frühjahr 2011 hauptsächlich in Albuquerque in New Mexico und dann in Pennsylvania, Ohio und New York City für die Irrsinnssumme von 220 Millionen Dollar verfilmt. 14 Spezialeffektefirmen wurden damit betraut, die rund 2200 Effekte zu erschaffen.

Wie schon angedeutet - die Mühen machten sich bezahlt. Als der erste Trailer im Internet auftauchte, wurde er innerhalb des ersten Tages über 20 Millionen Mal angesehen, und als Walt Disney Studios das Werk in die Kinos brachten, brach es täglich neue Kassenrekorde. Als am Ende abgerechnet wurde, war "The Avengers" nicht nur der weltweit erfolgreichste Film des Jahres 2012, sondern mit Einnahmen im Höhe von über 1,5 Milliarden Dollar auch der dritterfolgreichste aller Zeiten. Und nicht unverdient. Kritiker und Publikum waren durch die Bank begeistert: Whedon gelang es, die vielen superben Action-Szenen mit solchen auszubalancieren, in denen die Menschlichkeit der Superhelden nicht zu kurz kam.

Die technische Meisterschaft des Ganzen wurde durch Nominierungen für einen "Oscar" und einen Britischen Filmpreis für die "Besten Spezialeffekte" belohnt. Kritiker Chris Knight schrieb für die "National Post": "Whedon muss die verschiedenen Handlungsstränge und die Leinwandzeit für seine Schauspieler ausbalancieren. Das macht er prima, und speist auch noch Humor und einen Hauch von Drama in die Action ein."



"Haben und Nichthaben", Arte, 20:15 Uhr:
Während des Zweiten Weltkriegs hilft der amerikanische Auswanderer Harry Morgan (Humphrey Bogart), einen französischen Widerstandskämpfer und dessen Frau nach Martinique zu transportieren, während er eine Beziehung zu einer sexuell aufregenden Sängerin (Lauren Bacall) beginnt.

Der Film, mit dem die damals 19-jährige Bacall ihr Leinwanddebüt gab. Bis dahin hatte sie als Model gearbeitet. Die Gattin von Regisseur Howard Hawks hatte sie auf dem Cover von "Harper's Bazaar" entdeckt und ihrem Mann empfohlen. Und der Film, der die Romanze von Bogie und Bacall startete - das Leben imitierte die Kunst. Schließlich sollte Bogart für Lauren, die rund 25 Jahre jünger als er war, sich von seiner dritten Frau scheiden lassen und Bacall heiraten. Mit ihr bekam er zwei Kinder (seine ersten) und lebte zwölf Jahre glücklich bis zu seinem Tod 1957 mit ihr zusammen.

Der Abenteuerfilm von 1944 basiert auf einem Roman von Ernest Hemingway aus dem Jahr 1937, den Regisseur Hawks als einen "Haufen Mist" bezeichnete - und das auch gegenüber dem Autoren, der dann mit dem Filmemacher das Drehbuch gemeinsam schrieb und von seiner eigenen Romanvorlage nicht viel übrig ließ. Auch Schriftsteller William Faulkner - Hawks' Bruder William war dessen Agent - arbeitete am Skript mit. Nicht ganz zufällig näherte sich "To Have and Have Not" dabei dem Erfolgsfilm "Casablanca" an, den ebenfalls Warner Brothers zwei Jahre zuvor produziert hatten: Auf einmal taucht hier ein Klavierspieler auf und ein Ehepaar, das Bogart halb widerwillig im Kampf gegen die Nazis unterstützt. Im Roman ist dieser Weltkriegsbezug nicht gegeben - die Handlung spielt auf Kuba.

Kein Zweifel, dass die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmte und sich auf der Leinwand unwiderstehlich entzündete. Aber auch Hawks überzeugte mit seiner direkten und klaren Inszenierung, welche die Spannung schnörkellos vorantrieb. Bei Presse und Publikum wurde der Streifen ein Erfolg. Ein amerikanischer Zuschauer meint: "Ein äußerst unterhaltsamer Film mit großartigen Dialogen, grandioser Atmosphäre und ernsthaften Untertönen."

"We Want Sex", ARD, 23:35 Uhr:
Wer immer beim deutschen Verleiher TOBIS oder sonstwo dafür verantwortlich ist, "Made in Dagenham" - so der Originaltitel - mit diesem dämlichen, irreführenden, unlustigen Titel versehen zu haben, sollte noch nachträglich eine Gehaltskürzung erhalten. Der Ausdruck "We Want Sex" spielt als witziges Missverständnis in diesem britischen Drama von 2010 zwar eine Rolle, hat hier aber als Titel zu Nigel Cole's Film nichts verloren.

"Made in Dagenham" erzählt weitgehend auf Tatsachen beruhend von dem Streik der 850 Arbeiterinnen im Autowerk von Ford im Londoner Stadtteil Dagenham im Jahr 1968, die mit ihrer Arbeitsniederlegung gegen sexuelle Diskriminierung und für gleiche Bezahlung im Vergleich zu den männlichen Kollegen stritten.

Cole ("So was wie Liebe") gelingt es mit seinem warmherzigen und auch humorvollen Werk, die ambivalente Atmosphäre der Zeit überzeugend einzufangen: Nicht überall ist Swinging London angekommen - hinter den Fabriktoren herrscht noch ein Hauch von Frühkapitalismus. Mit einer überzeugend geschnittenen Mischung aus Archivmaterial, nachgestellten Szenen und den neuen Spielszenen um feine Darstellerinnen wie Sally Hawkins, Andrea Riseborough, Rosamund Pike und Miranda Richardson führt er die Zuschauer überzeugend in den Konflikt ein - um diesen am Ende ein wenig zu adrett und glatt aufzulösen.

Die Kritiker mochten den Streifen, und im Vereinigten Königreich wurde er ein moderater Erfolg. In Deutschland kam der Film, der seit November 2014 in London als Musical mit Gemma Arterton in der Hauptrolle zu sehen ist, nur in wenige Kinos und hatte auch dementsprechend wenige Zuschauer.

"Made in Dagenham" war für vier britische Filmpreise nominiert: Als "Bester britischer Film", für die "Beste weibliche Nebenrolle" (Richardson), für die "Besten Kostüme" und für die "Beste Maske". Kritiker Roger Moore befand für "Tribune News Service": "Eine schnodderige und erbauliche 'basierend auf einer wahren Geschichte'-Handlung, die ihre Vorhersehbarkeit mit glänzenden Darstellungen, einer Prise Witz und viel Herz wettmacht."



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