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Lawrence von Arabien - Peter O'Toole
Lawrence von Arabien - Peter O'Toole
© Columbia TriStar

TV-Tips für Pfingstmontag (25.5.): König der Wüste

3sat zeigt Meisterwerk "Lawrence von Arabien"

Das "Epos aller Epen" läuft heute Abend im 3sat-Hauptprogramm und ist absolute Pflicht: "Lawrence von Arabien", Steven Spielberg's Lieblingsfilm. Wer diesen schon kennt, kann auf Arte mit "Ein besonderer Tag" eine exzellente weniger bekannte Alternative anschauen.

"Lawrence von Arabien", 3sat, 20:15 Uhr:

Ein Teil der Lebensgeschichte von TE Lawrence (Peter O'Toole), dem brillanten, großspurigen und umstrittenen britischen Offizier, der im Ersten Weltkrieg die arabischen Stämme gegen die Türken vereint.

Eines der ganz großen Meisterwerke der Filmgeschichte, das "Epos aller Epen", wie es auch bezeichnet wird: Dreieinhalb Stunden grandioser Landschaften, brillanter Darstellungen und wunderschöner Photographie. Schon seit den vierziger Jahren hatte es Anläufe gegeben, das Leben von Lawrence, basierend auch auf seiner Autobiographie "The Seven Pillars of Wisdom" zu verfilmen, bis es Anfang der Sechziger dann so weit war. Der britische Regisseur David Lean, zuvor 1957 mit dem Meisterwerk "Die Brücke am Kwai" in den Kinos, nahm sich des Stoffes an.

Neben den historisch verbürgten Ereignissen schildert das Drehbuch von Robert Bolt und Michael Wilson auch Lawrence's innere Konflikte mit der persönlichen Gewaltausübung, welche die Voraussetzung jeden Krieges ist (und es werden sado-masochistische Tendenzen bei der Titelfigur angedeutet), mit seiner eigenen Identität (auch hier werden Anspielungen auf Homosexualität gemacht) und mit seiner gespalteten Loyalität zwischen seiner Heimat Großbritannien und seinen neu gefundenen Kameraden innerhalb der arabischen Wüstenstämme.

Lean besetzte mit O'Toole und Omar Sharif unbekannte Gesichter in den Hauptrollen, gab dem ebenfalls wenig bekannten französischen Filmkomponisten Maurice Jarre die Gelegenheit, die sehr umfangreiche Filmmusik zu schreiben, und vertraute die Kamera dem renommierten Kameramann Freddie Young an.

Die Dreharbeiten dauerten die ungeheure Länge von Mai 1961 bis Oktober 1962. Lean hatte das Glück, an vielen der Orte, an denen die Handlung in Jordanien spielt, auch drehen zu können. Dazu kamen Aufnahmen in Marokko und Spanien. Dass ein Filmemacher tatsächlich in der Wüste dreht, mit allen logistischen Herausforderungen, die das nach sich zieht, schien gewagt, um nur das Mindeste zu sagen. Aber es machte sich mit atemberaubenden Bildern und einer authentischen Atmosphäre auf der Leinwand dann mehr als bezahlt. Steven Spielberg nennt diesen Abenteuerfilm von 1962 seinen Lieblingsfilm und das Werk, das seine Liebe zum Kino entflammte.

"Lawrence von Arabien" wurde bereits bei Erschienen als Meisterwerk gefeiert, wurde zum erfolgreichsten Film des Jahres 1962 und ein enormer finanzieller Erfolg für Columbia Pictures. Dazu kamen zahlreiche Auszeichnungen: So gewann der Abenteuerfilm sieben Academy Awards: Als "Bester Film", für die "Beste Regie", für die "Beste Kamera", für die "Besten Kulissen", den "Besten Ton", den "Besten Schnitt", die "Beste Musik". Zusätzlich nominiert waren O'Toole als "Bester Hauptdarsteller", Sharif als "Bester Nebendarsteller" und das "Beste Drehbuch". Es gab weitere vier Golden Globes (Film, Regie, Nebendarsteller und Kamera) und vier Britische Filmpreise (Film, Bester britischer Film, Drehbuch und Hauptdarsteller).

Ein britischer Zuschauer schwärmt: "Von der allseits bewunderten Photographie von Freddie Young mit der Weitaufname von Omar Sharif's Einritt wie eine Fata Morgana, den prä-CGI-Schlachten zu O'Toole's überladenen, aber karrieremachenenden Darstellung, hat dieser Film Standards gesetzt, die finanziell und praktisch heutzutage niemand mehr so wagen würde."



"Ein besonderer Tag", Arte, 20:15 Uhr:

Während Rom an den Paraden Mussolinis zu Ehren des Besuchs Adolf Hitlers 1938 teilnimmt, treffen sich zwei Nachbarn, ein wegen Homosexualität verfemter Journalist (Marcello Mastroianni) und eine resignierte Hausfrau (Sophia Loren).

Einer der besten Filme Italiens, erzählt dieses Drama von Ettore Scola aus dem Jahr 1977 einfühlsam von Menschen, die für einen kurzen Augenblick jenes Gefühl von Freiheit spüren, das jenseits der Ängste und Isolierungen eines totalitären Regimes Hoffnung auf persönliche Verwirklichung andeutet. Scola arbeitet teilweise virtuos mit langen Kamerafahrten und Tiefenschärfe, kann sich ansonsten auf seine brillanten Hauptdarsteller verlassen.

"Una giornata particola" war einer der gefeiertesten internationalen Filme der Preisverleihungssaison 1977/78. Das Werk erhielt zwei "Oscar"-Nominierungen für den "Besten nichtenglischsprachigen Film" und für Mastroinanni als "Bester Hauptdarsteller". Bei den Golden Globes gab es die gleichen Nennungen, hier gewann der Film. Bei den Französischen Filmpreisen bekam der Streifen den "César" als "Bester fremdsprachiger Film" - und noch letztes Jahr wurde er auf den Filmfestspielen von Venedig mit dem "Venezia Classici Award" ausgezeichnet.

Eine rumänische Zuschauerin lobt: "Dieser Film ist ein Gedicht, bemerkenswert für seine Kunst, die Schatten gemeinsamer Einsamkeit zu umschreiben. Die Bilder des Duce, die Unbeholfenheit von Antonietta, die Geduld und die Schwachheit und Anspannung von Gabriele sowie die Kunstfertigkeit des Regisseurs der zwei großartige Schauspieler das Drehbuch interpretieren lässt, machen diesen Film großartig. Dieser wunderbare Film vermittelt eine subtile Kostbarkeit, zeigt Heuchelei und willkürliche Vorverurteilungen, die Essenz des Lebens und die Widerlichkeit jeder Tyrannei."

"Der Plan", ZDF, 23:35 Uhr:
Die Liebesaffaire zwischen einem Politiker (Matt Damon) und einer Ballerina (Emily Blunt) wird durch mysteriöse Männer behindert, welche das Paar voneinander trennen wollen.

Wieder mal ein Film, der auf einer Vorlage des Science Fiction-Genies Philip K Dick beruht, in diesem Fall auf seiner Erzählung "The Adjustment Team" von 1954. Regisseur George Nolfi adaptierte in seinem Erstling die Geschichte selbst, musste allerdings auf Geheiß von Universal Pictures auf sein ursprünglich vorgesehenes Ende verzichten. Er hatte den geheimnisvollen Vorsitzenden des Adjustment Bureaus zeigen wollen, allerdings als Frau und hatte die indische Schauspielerin Shohreh Aghdashloo dafür vorgesehen. Da hier der Vorsitzende aber so etwas wie "der liebe Gott" ist (oder ihn zumindest spielt), ging das den Herren in der Vorstandsetage von Universal zu weit. Vier Monate nach Ende der Dreharbeiten musste der Filmemacher auf dem Dach des Rockefeller Center einen anderen Schluss filmen.

Nolfi drehte seinen Film in New York City, vorwiegend in Manhattan, wo er auch seine Premiere feierte. Kameramann John Toll drehte mit ruhigen, langen Einstellungen, wenn das Adjustment Buerau alles unter Kontrolle hat, und wechselte zur hektischeren und wackeligen Handkamera, wenn sich Dinge anders entwickeln als geplant. Nolfi hält nicht immer einen einheitlichen Tonfall durch, aber die Chemie zwischen Blunt und Damon übertüncht dies.

"The Adjustment Bureau" (so der Originaltitel) erhielt 2011 positive Kritiken, war weltweit allerdings nur ein mäßiger Erfolg. "Nach einem schwungvollen Start versinkt der Film leider in Science Fiction-Quatsch, aber er ist stets unterhaltsam, und man verliert nie aus den Augen, was auf dem Spiel steht, dank der exzellenten Charakterarbeit von Blunt und Damon", befand Kritikerin Ali Gray für das britische "The Shiznit".



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