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Christian Bale und Anne Hathaway in The Dark Knight Rises
Christian Bale und Anne Hathaway in The Dark Knight Rises
© Warner Brothers

TV-Tips für Sonntag (20.9.): Revolution in Gotham City

RTL zeigt Meisterwerk "The Dark Knight Rises"

Mit "Life of Pi" und "The Dark Knight Rises" bietet das Hauptprogramm heute Abend gleich zwei absolut sehenswerte Streifen an. Die Nase vorn hat dabei Christopher Nolan's Meisterwerk, mit dem er seine Batman-Trilogie abschloss, auf RTL.

"The Dark Knight Rises", RTL, 20:15 Uhr
Batman (Christian Bale) kehrt aus seinem erzwungenen Exil nach Gotham City zurück, um die Stadt vor dem brutalen Guerilla-Terroristen Bane (Tom Hardy) mit Hilfe der geheimnisvollen Catwoman (Anne Hathaway) zu retten.

Nach dem gigantischen Erfolg von "The Dark Knight" im Jahr 2008, der weltweit über eine Milliarde Dollar eingespielt hatte, war es keine Frage, dass Warner Brothers einen dritten "Batman"-Teil von Regisseur und Drehbuchautor Christopher Nolan ordern würden. Nach ein bisschen Zieren von Seiten des Briten machte er sich mit seinem Bruder Jonathan an die Arbeit - ambitionierter denn je, was Drehbuch und Inszenierung betraf. Da das Trumpf-Ass des Vorgängers, Bösewicht Joker, nicht mehr zur Verfügung stand, da dessen Darsteller Heath Ledger nicht mehr lebte, entschloss sich Nolan, diese Figur komplett fallen zu lassen und sich stattdessen einem neuen Gegenspieler, dem militanten Revolutionär Bane, zuzuwenden. Dieser entsprang der Comic-Vorlage "Knightfall" von 1993. Die Handlung setzt acht Jahre nach "The Dark Knight" ein.

Mit 250 Millionen Dollar standen dem Filmemacher ein gigantisches Budget zur Verfügung - Warner konnten nach dem Einspiel des Vorgängers sicher sein, selbst bei dieser Summe kein allzu hohes finanzielles Risiko einzugehen. Was dann auch zutreffen sollte: "The Dark Knight Rises" erreichte ebenfalls weltweit einen Umsatz von einer Milliarde Dollar. Nolan entschied sich gegen den Einsatz von 3D, den viele erwartet hatten, und drehte stattdessen noch größere Teile als beim Vorgänger im IMAX-Format, das die beste aller Bildqualitäten bietet, aber extrem teuer ist. Von den 165 Minuten belichtete der Brite eine Stunde auf IMAX-Filmmaterial.

Auch dank seiner Toptalente vor (es kehrten Gary Oldman, Michael Caine und Morgan Freeman zurück, dazu stießen die "Inception"-Darsteller Marion Cotillard und Joseph Gordon-Levitt) und hinter (unter anderem Kamermann Wally Pfister und Komponist Hans Zimmer) der Kamera, gelang Nolan ein weiterer ambitionierter, gedankenvoller und mächtiger Abenteuerfilm, der seine Trilogie 2012 in spektakulärer Art und Weise zu Ende brachte.

Kritiker Will Leitch befand für "Deadspin": "Der Film ist lang, aber niemals langweilig und wartet mit mindestens fünf verschiedenen Action-Szenen auf, bei denen einem die Kinnlade runterfällt, besonders wenn man diese in IMAX sieht."



"Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger", Pro7, 20:15 Uhr
Ein junger Mann (Suraj Sharma), der einen Schiffsuntergang überlebt, wird in eine epische Reise von Abenteuer und Entdeckung hineingezogen. Während er in einem Rettungsboot dahintreibt, baut er eine Beziehung mit dem anderen Überlebenden des Unglücks auf: Einem Bengalesischen Tiger.

Dieser Abenteuerfilm von 2012 brachte Ang Lee seinen zweiten Regie-Oscar nach "Brokeback Mountain" ein. Insgesamt war diese Romanverfilmung für elf Academy Awards nominiert, von denen sie vier gewinnen konnte - neben Lee für die Beste Kamera, die Beste Musik und Beste Visuelle Effekte. Letzterer Gewinn warf indes ein Schlaglicht auf die Branche der Visuellen Effekte-Bearbeitung, denn die für die Effekte verantwortliche amerikanische Firma musste just ein paar Wochen vor der Oscar-Verleihung im Februar 2013 Insolvenz anmelden. Die Kinobranche vergab ihre Aufträge inzwischen lieber an Billiglöhner-Firmen in Übersee. Als Visual Effects Supervisor Bill Westenhofer das in seiner Dankesrede ansprechen wollte, wurde ihm das Mikrophon abgedreht...

Zum Film selbst: Lee gelang die Verfilmung eines eigentlich für unverfilmbar gehaltenen Buches des Kanadiers Yann Martel aus dem Jahr 2001. Ein Großteil des Werkes - inklusive dem Tiger - ist dabei am Computer entstanden - diese technische Meisterleistung geht einher mit einer berührenden, kraftvollen und zum Nachdenken anrührenden Geschichte, die sich an einem ungewöhnlichen Ort abspielt: In einem Rettungsboot auf dem Meer. Im Hintergrund stellt Lee die Frage, ob das Leben eines Menschen eine Geschichte ist, die er selbst schreiben kann - und welche Rolle Gott in dieser Geschichte spielt. Und der taiwanesische Filmemacher zeigt, wie persönliches Wachstum durch unüberwindbar scheinende Hindernisse möglich ist.

Kritiker Jim Schembri schrieb: "Dieses außergewöhnliche, lyrische, schöne, bewegende, jedem Genre trotzenden Werk kann mit der einfachen und pauschalen Versicherung empfohlen werden, dass man so etwas noch nie gesehen hat."



"I am Legend", Pro7, 22:55 Uhr
Jahre nachdem eine Krankheit die Mehrheit der Menschheit ausgerottet und einen Rest in Monster verwandelt hat, sucht der einzige Überlebende (Will Smith) in New York City noch immer nach einem Gegenmittel.

Richard Mathesons Erfolgsroman "I Am Legend" von 1954 hat inzwischen drei Horrorfilmen als Vorlage gedient: In "The Last Man on Earth" kämpfte Arzt Vincent Price 1964 einsam gegen die durch eine Epidemie in Zombies verwandelten Mitmenschen; sieben Jahre später tat es ihm Charlton Heston in "The Omega Man" gleich. 2007 kam die Romanverfilmung nun unter ihrem Originaltitel in die Kinos - mit hohen Erwartungen (computergenerierte Bilder sorgten für mehr Möglichkeiten, eine verlassene Welt wie das von Grün überwucherte New York realistisch darzustellen) und Star Will Smith als One-Man-Show.

Der 150 Millionen Dollar teure Film war ein voller Erfolg, der allein in Nordamerika 256 Millionen Dollar einbrachte. Aber er wurde nicht ganz zu der definitiven Verfilmung des Romans, die sich viele Fans erhofft hatten. Klassische Schauspielkunst war für den Erfolg mehr verantwortlich als die Special Effects - es ist der superbe Smith, der diesen Film trägt, während die computergenerierten "Zombies" eher lächerlich wirken. Dass sich das Team um Regisseur Francis Lawrence ("Hunger Games") sichtbar schwer tat, einen befriedigenden Schluss zu finden, ist offensichtlich.

Kritiker Paul Byrnes meinte im "Sydney Morning Herald": "Der Film ist absolut packend in seiner Darstellung, wie einsam es sein würde, der letzte Mensch auf Erden zu sein. Er ist absolut langweilig in fast jeder anderen Hinsicht."



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