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The Social Network mit Jesse Eisenberg
The Social Network mit Jesse Eisenberg
© 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

TV-Tips für Samstag (7.11.): Jesse Eisenberg und seine Millionen Freunde

Pro7 zeigt "The Social Network"

Zwei gute Hollywood-Produktionen im Hauptprogramm locken heute Abend vor den Fernseher: Neben dem fünften "Harry Potter"-Teil ist "The Social Network" auf Pro7, der den Aufstieg von Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg beschreibt, besonders sehenswert.

"Harry Potter und der Orden des Phönix", Sat1, 20:15 Uhr

Harry's (Daniel Radcliffe) und Dumbledore's (Michael Gambon) Warnungen vor der Rückkehr von Lord Voldemort (Ralph Fiennes) werden verspottet, und stattdessen geraten sie ins Visier der Zauberer-Autoritäten, während eine autoritäre Bürokratin (Imelda Staunton) langsam die Macht in Hogwarts an sich reißt.

Für das fünfte "Harry Potter"-Abenteuer holten sich Warner Brothers den vierten Regisseur und setzten dabei mit David Yates erstmals auf einen Filmemacher aus dem Land, in welchem die Geschichte spielt: England. Die Wahl kam nach den großen Namen Chris Columbus, Alfonso Cuaron und Mike Newell überraschend. Denn Yates hatte bis dahin bis auf einen Kinofilm im Jahr 1998 nur für das Fernsehen gearbeitet. Und ausgerechnet er sollte jetzt den dicksten Roman der Serie, den 766 Seiten starken "Harry Potter and the Order of the Phoenix" von 2003, bändigen und in cineastische Form bringen?

Die Produzenten hatten Yates aber auch ausgewählt, weil er in seinen Fernsehserien wie "State of Play" politische Ränke und Intrigen überzeugend behandelt hatte - und da dies auch ein Element dieser "Harry Potter"-Geschichte darstellt, glaubte man, hier den richtigen Mann engagiert zu haben. Und der damals 43-Jährige zeigte sich zusammen mit dem ebenfalls neu engagierten Drehbuchautoren Michael Goldenberg der Herkulesaufgabe mehr als gewachsen: Sie übersetzten 2007 die Romanhandlung der Konfrontation von Harry und seinen Freunden mit der krötenartigen Bürokratin Dolores Umbridge in ein unterhaltsames und Action-durchsetztes Leinwandabenteuer. Und schafften es erstaunlicherweise, ausgerechnet das längste Buch in den bis dahin kürzesten Film (138 Minuten) zu überführen - auch weil der Regisseur radikal rund 45 gedrehte Minuten aus der Endfassung wieder entfernte.

Die Produktion war aufwendig: Die sieben Monate langen Dreharbeiten mussten für zwei Monate unterbrochen werden, damit Radcliffe und Kollegin Emma Watson ihre Schulabschlüsse machen konnten, 1400 Spezialeffekte mussten eingebracht werden, und das Budget lag bei 150 Millionen Dollar. Doch alle Mühen wurden belohnt: Weltweit wurden 939 Millionen Dollar in die Kassen gespült und der Fantasy-Film bekam exzellente Kritiken. "Je älter die Kinder werden, desto düsterer und fesselnder werden die Filme", lobte beispielsweise Leah Rozen vom "People Magazine".

Das Werk erhielt "Oscar"-Nominierungen für die "Beste Ausstattung" und die "Besten Spezialeffekte".



"The Social Network", Pro7, 20:15 Uhr
Harvard-Student Mark Zuckerberg (Jesse Eisenberg) erschafft das Soziale Netzwerk im Internet, das als Facebook berühmt werden soll, wird aber von einem Zwillingspaar (Armie Hammer in einer Doppelrolle) und dem Mitgründer (Andrew Garfield), den er aus dem Geschäft gedrängt hat, verklagt.

Es ist höchst umstritten, wie viel Wahrheit in diesem Drama von 2010 steckt. Drehbuchautror Aaron Sorkin, der sein Skript teilweise auf dem Sachbuch "The Accidental Billionaires: The Founding of Facebook, A Tale of Sex, Money, Genius, and Betrayal" von Ben Mezrich aus dem Jahr 2009 basieren ließ, betonte immer wieder, dass es sich um keinen Dokumentarfilm handele. Die Zustimmung zur Faktentreue des Streifens durch die dargestellten Personen variiert, je nachdem wie weit sie sich mit Zuckerberg überworfen hatten. Der Facebook-Gründer selbst verweigerte die Mitarbeit an der Columbia Pictures-Produktion und enthielt sich jeglichen Kommentars.

Unbestritten ist dagegen, dass es Sorkin und Regisseur David Fincher ("Gone Girl") gelang, aus einem nicht besonders cinematischen Stoff - junge Leute sitzen hinter Computerbildschirmen oder mit Anwälten am Tisch - eine Geschichte mit universellen Themen zu erschaffen: Freundschaft, Loyalität, Eifersucht, soziale Klassen und Macht, alles durchsetzt mit ätzendem Witz und einer schmerzhaften Traurigkeit. Das makellose Drehbuch, die wunderbare Inszenierung und die großartigen Darsteller machen das Werk zu einem packenden, ehrgeizigen Beispiel modernen Filmemachens in Vollendung.

Fincher drehte in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts sowie in Los Angeles und Pasadena. Armie Hammer spielte mit Hilfe eines Body Doubles, auf den später sein Gesicht eingefügt wurde, und durch geteilte Kameraaufnahmen beide Winklevoss-Zwillinge. Dies gelang technisch so überzeugend, dass der Schauspieler nach Aufführung des Films des öfteren auf seinen "Bruder" angesprochen wurde.

Ob es dem Zuckerberg-Camp nun passte oder nicht - "The Social Network" erhielt durchgehend positive Kritiken, toppte viele Jahresbestenlisten und wurde zum Erfolg an den Kinokassen. Insgesamt erhielt er rund 150 Preise, darunter drei Academy Awards für das "Beste adaptierte Drehbuch", für die "Beste Musik" und den "Besten Schnitt". Dazu kamen noch fünf Nominierungen als "Bester Film", für die "Beste Regie", für Eisenberg als "Bester Hauptdarsteller", für die "Beste Kamera" und den "Besten Tonschnitt".

Kritiker Joshua Starnes schrieb für "Coming Soon": "Der Film ist so fesselnd, dass man die plumpe zentrale dramatische Ironie des Films gar nicht bemerkt: Dass das größte Kommunikationsmittel des modernen Zeitalters von jemandem erschaffen wurde, der keine Idee hat, wie man sich gegenüber anderen Menschen verhält."



"Pitch Black - Planet der Finsternis", ZDF, 01:00 Uhr
Ein Transport-Raumschiff und seine Besatzung stranden auf einem Planeten voller blutrünstiger Kreaturen, die nur des Nachts herauskommen. Voller Schrecken muss die Crew feststellen, dass eine monatelange Sonnenfinsternis bevorsteht.

Die Brüder Ken und Jim Wheat schrieben das Drehbuch zu diesem Horrorfilm, der Vin Diesel noch vor der "The Fast and the Furious"-Reihe, die ein Jahr später starten sollte, im Jahr 2000 bekannt machte. Regisseur David Twohy nahm die interessante Ausgangslage der Geschichte und inszenierte einen soliden Streifen, sorgfältig in der visuellen Gestaltung mit überzeugenden Spezialeffekten und der überraschend interessant gezeichneten Hauptfigur Richard Riddick. Nach und nach kommen abgelutschte und weniger originelle Elemente hinzu, die aus Science Fiction und Horror sattsam bekannt sind. Die Außenszenen für die letzte Polygram Filmed Entertainment-Produktion (Das Studio wurde im Anschluss von Universal Pictures aufgekauft) drehte man rund um Coober Pedy in Australien.

Das 23 Millionen Dollar Werk erhielt nur gemischte Kritiken und floppte an den Kinokassen. Dennoch entwickelte es auf Disc einen Kultstatus, so dass 2004 mit "The Chronicles of Riddick" und 2013 mit "Riddick" zwei Fortsetzungen folgen sollten.

Eine Zuschauerin aus Kalifornien lobt: "Der Film hat nur ein kleines Budget, aber die Inszenierung und die Schauspieler lassen darüber hinweg sehen und laden den Zuschauer ein, seine eigene Phantasie zu gebrauchen, statt unglaublich teure Spezialeffekte ihnen diese Mühe abzunehmen. Schön auch, dass die Drehbuchautoren jeder Figur eine Hintergrundgeschichte geben und ihre Stärken und Schwächen zeigen."



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