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Rocky mit Sylvester Stallone
Rocky mit Sylvester Stallone
© United Artists

TV-Tips für Samstag (28.11.): Rocky's erster Schlag

RTL zeigt Meisterwerk "Rocky"

Seinen langen Boxabend lässt RTL heute Abend passenderweise im Nachtprogramm als quasi krönendem Abschluss mit dem Meisterwerk und "Oscar"-Gewinner "Rocky" ausklingen.

"Rush Hour", Sat1, 20:15 Uhr
Zwei ungleiche Polizisten (Jackie Chan und Chris Tucker) tun sich zusammen, um eine entführte Tochter zu befreien.

"Die schnellsten Hände des Ostens treffen das lauteste Mundwerk des Westens." Mit dieser einfachen Formel und der x-ten Neuauflage eines ungleichen Paares gelangen Regisseur Brett Ratner ("X-Men: Der letzte Widerstand") und seinem Drehbuchautor Ross LeMana einer der größten Erfolge des Jahres 1998. Von New Line Cinema für 33 Millionen Dollar produziert, spielte die überdrehte und unterhaltsame Komödie weltweit 244 Millionen Dollar ein.

Eingefleischte Jackie Chan-Fans waren zwar enttäuscht, dass der Aktionsradius ihres Idols hier Hollywood-konfektioniert eingeengt wurde und er vergleichsweise wenige seiner selbst ausgeführten spektakulären Stunts ausführen konnte, aber gerade für das durchschnittliche US-Publikum, das hier erstmals mit dem damals 43 Jahre alten Chinesen und Veteranen der Hongkong-Filmindustrie Bekanntschaft machen durfte, war es offenbar genau die richtige Dosis. Zumal die Paarung mit Chris Tucker funktionierte. Drei Jahre später sollte eine Fortsetzung folgen, die noch erfolgreicher werden sollte.

Ein Zuschauer aus Portland im US-Bundesstaat Oregon meint: "Ein Hauptaspekt solcher Filme ist, dass man nicht versuchen sollte, sie ernst zu nehmen, sondern einfach als komplett durchgeknallt zu akzeptieren. Wenn Chan seine Martial Arts aufführt und Tucker sein loses Mundwerk aufmacht, ist eine tolle Unterhaltung von Anfang bis Ende garantiert."



"Rocky", RTL, 00:30 Uhr
Der kleine Boxer Rocky Balboa (Sylvester Stallone) erhält die unglaublich seltene Chance gegen den Schwergewichtschampion Apollo Creed (Carl Weathers) zu kämpfen, zugleich aber auch um seine Selbstachtung.

Seit gestern trainiert Rocky Balboa den unehelichen Sohn von Apollo Creed im hochgelobten "Creed" in den US-Kinos. Hier kann man sehen, wie 1976 alles anfing, Sylvester Stallone Filmgeschichte mit diesem Meisterwerk schrieb und über Nacht zum Star wurde.

Seit 1970 trat Stallone in Kleinst- und Nebenrollen auf; sein Ehrgeiz reichte aber weiter: Er wollte Drehbücher schreiben. 1975 sah der damals 29-Jährige im Fernsehen den Boxkampf zwischen Schwergewichtschampion Muhammad Ali, der gegen den unbekannten Herausforderer Chuck Wepner seine liebe Mühe hatte. Wepner hielt sich nicht nur unerwartet lange auf den Beinen, sondern traf Ali sogar in der neunten Runde so schwer, dass dieser angezählt werden musste. Auch wenn sich der Favorit durch technischen K.O. schließlich durchsetzte, ging Wepner doch als moralischer Sieger aus dem ungleichen Duell hervor.

Sylvester verarbeitete diese Konstellation zu einem Drehbuch, welches die Produzenten bei United Artists dermaßen überzeugte, dass sie es für 300 000 Dollar erwarben. Man wollte das Drama für einen namhaften Star wie Ryan O'Neal oder James Caan vorhalten, doch Stallone bestand darauf, selbst die Titelrolle zu übernehmen, akzeptierte daher auch ein niedriges Honorar von 20 000 Dollar, ließ sich aber mit 10 Prozent am Einspielergebnis beteiligen, was sich für den Akteur als wahrer Glücksgriff und Geldsegen rausstellen sollte.

Für fünf Monate trainierte Stallone mit dem Ex-Profi Jimmy Gambina, um sich in eine angemessene physische Erscheinung zu verwandeln und realistische Boxbewegungen simulieren zu können. Gedreht wurden die Außenaufnahmen dann in Philadelphia und in den Hollywood-Studios.

Da das Budget mit 1 Million Dollar extrem niedrig war, konnte man weder viele Komparsen beschäftigen (nur beim Endkampf sind wirklich Zuschauer zu sehen) und auch keine aufwendigen Kulissen bauen (man drehte in echten Wohnungen und Innenräumen). Zum Einsatz kam dabei die noch neue, am Körper befestigte Steadicam-Kamera, mit deren Hilfe der Kameramann nah im Boxring und bei Rocky's Läufen dabei bleiben und sich schnell bewegen konnte, ohne dass die Kamera wackelte. So erhöhte sich für den Zuschauer das Gefühl, nah am authentischen Geschehen zu sein.

Regisseur John G. Avildsen inszenierte die typisch amerikanische Geschichte vom Underdog, der naiv, mutig und zäh seinen Weg nach oben macht. Auch wenn das alles vollkommen vorhersehbar war, wurde es durch die stimmige Figurenpsychologie und die authentische Milieuzeichnung, besonders aber durch Stallone's erstaunliche darstellerische Leistung mehr als aufgewogen.

"Rocky" wurde ein unglaublicher Erfolg. Wie der Außenseiter im Film selbst, schoss das Werk nach oben und wurde mit weitem Abstand der erfolgreichste Film des Jahres 1976 in den USA, wo er 117 Millionen Dollar einbrachte (entspräche heute etwa 490 Millionen Dollar).

Damit nicht genug: Nach den positiven Kritiken entdeckte auch die Filmindustrie ihr Herz für den Underdog und überschüttete ihn mit zehn "Oscar"-Nominierungen: Als "Bester Film", für die Regie, das Drehbuch, für Hauptdarsteller Stallone, Hauptdarstellerin Talia Shire, die Nebendarsteller Burgess Meredith und Burt Young, die Musik, den Schnitt und den Ton. Drei goldene Statuen konnten als "Bester Film", Avildsen für die Regie und für den Ton dann gewonnen werden. Dazu kam der Gewinn des Golden Globe als "Bester Film". 2006 wurde der "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsame" Streifen zum Erhalt in das United States National Film Registry der Library of Congress aufgenommen.

Ein britischer Zuschauer lobt: "Der Beweis, dass es keine hunderte Millionen Dollar braucht, um einen brillanten Film zu drehen. Was ich an diesem Streifen liebe, ist die Tatsache, dass es nicht einfach nur ein Sportfilm mit viel Action ist, sondern er vom Leben eines Mannes handelt und der Möglichkeit, sein Leben mit einer einzigen Chance zu ändern."



"Nordwand", ARD, 00:55 Uhr
Zwei erfahrene Bergsteiger (Benno Fürmann und Florian Lukas) wagen sich im Juli 1936 an die Erstbesteigung der Eiger-Nordwand, wobei ihre Großtat vom NS-Reich propagandistisch ausgeschlachtet werden soll.

Regisseur und Drehbuchautor Philipp Stölzl ("Der Medicus") ließ seinen Abenteuerfilm von 2008 auf den wahren Begebenheiten rund um den dramatischen Erstbesteigungsversuch der Eiger-Nordwand im Jahr 1936, basieren, wobei nicht alles historisch korrekt wiedergegeben wurde. Gedreht wurde an verschiedenen Originalschauplätzen in der Schweiz und in Österreich.

Daneben entstanden einige Nahaufnahmen der Schauspieler in einer zum Filmstudio umfunktionierten Lagerhalle für Tiefkühlware in Graz. Stölzl war durch den schottischen Regisseur Kevin McDonald auf diese Idee gebracht worden, dessen grandioser "Sturz ins Leere" von 2003 neue Maßstäbe in der realistischen Darstellung von Bergsteigeraufnahmen gesetzt hatte. Die Minusgrade in der Halle sorgten vor einem nachgebauten Stück Felswand in Kombination mit Wind- und Schneemaschinen und computer-generierten Bildern auch in Stölzl's Werk für eine realistische Darstellung.

Diese ist das große Plus des spannenden, packenden, perfekt ausgestatteten, emotional aufgeheizten Werkes mit seinen atemberaubenden und spektakulären Aufnahmen. Kameramann Kolja Brandt gewann folgerichtig für seine Arbeit den Deutschen Filmpreis, ebenso wie das Team, das für den Ton zuständig war. Nominiert war dazu noch die Ausstattung. Mit 462 000 Zuschauern war die deutsche Produktion an den heimischen Kassen auch ein solider Erfolg.

Kritiker Tom Long lobte für die "Detroit News": "Der Film hat etwas von einem altmodischen Epos mit moderner Weisheit und Technik. Ein 'Mensch versus die Natur'-Streifen, der auch die Bedeutung des Individuums versus die Gesellschaft betont und zugleich die bösen Kosten von stellvertretend ausgelebtem Nervenkitzel bloßlegt."



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