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Richard Dreyfuss in Unheimliche Begegnung der dritten Art
Richard Dreyfuss in Unheimliche Begegnung der dritten Art
© Columbia Pictures

TV-Tips für Freitag (18.12.): Richard Dreyfuss und die Fünfton-Melodie

3sat zeigt "Unheimliche Begegnung der dritten Art"

Außerirdische und Vampire bevölkern heute Abend die Bildschirme eines nicht gerade prächtigen Spielfilmangebots. Immer wieder sehenswert: Steven Spielberg's Science Fiction-Film "Close Encounters of the Third Kind", den 3sat im Spätprogramm ausstrahlt.

"Unheimliche Begegnung der dritten Art"
, 3sat, 22:35 Uhr
Nach einer Begegnung mit UFOs fühlt sich ein Elektriker (Richard Dreyfuss) unwiderstehlich zu einer einsamen Gegend in der Wildnis hingezogen, wo etwas Spektakuläres geschehen könnte.

"Close Encounters of the Third Kind" (so der Originaltitel) war eine Idee, die lange in Steven Spielberg's Kopf herumspukte. Bereits als Kind faszinierte ihn der Weltraum, und als 17-Jähriger drehte er den Science Fiction-Film "Firelight". 13 Jahre nach dieser Fingerübung sollten ganze Szenen daraus 1977 in "Close Encounters of the Third Kind" wieder auftauchen. 1973 bot der Regisseur seine Idee einer friedlichen Außerirdischen-Invasion 20th Century Fox an, die aber kein Interesse hatten. So griffen Columbia Pictures zu, die laut eines Studio-Managers dies gelassen hätten, wenn "wir geahnt hätten, wie teuer der Film würde. Denn das Geld hatten wir gar nicht."

Nach dem Riesenerfolg mit "Jaws" ("Der weiße Hai") 1975 gaben Columbia Spielberg freie Hand. Der tat sich schwer, sein Drehbuch in eine endgültige Form zu bringen und überraschte seine Crew auch während der Dreharbeiten noch mit immer neuen Ideen. Dass es den Science Fiction-Film heute in mehreren Versionen gibt (mal von Spielberg gekürzt, mal verlängert, mal mit neuen Szenen) ist ein Ausweis dieser schwierigen Suche des Perfektionisten nach der perfekten Form.

Dies gepaart mit technischen Schwierigkeiten und schlichtweg Pech (ein Sturm zerstörte einen Drehort in Alabama) führte zu eskalierenden Kosten. Columbia waren gezwungen, sich zusätzliche 7 Millionen Dollar zu leihen. Schlussendlich kostete die Produktion, die laut Steven "zweimal so schwierig und zweimal so teuer als 'Jaws'" war - und das will was heißen! - 18 Millionen Dollar.

Spielberg beginnt seine Geschichte puzzleartig in der Wüste Gobi, in Mexiko, Indien und an verschiedenen Orten der USA. Gedreht wurde in Kalifornien und Alabama; dazu für das Finale am Devils Tower National Monument in Wyoming. Die aus dem Zweiten Weltkrieg stammenden Flugzeughallen in Alabama, die man für das Finale nutzte, waren sechsmal größer als das größte Filmstudio.

Extrem aufwendig waren die vielen Spezialeffekte. Spezialeffekte-Koordinator Douglas Trumbull meinte zu Recht, dass man mit den 3,3 Millionen Dollar allein für die Effekte schon einen eigenen Film hätte drehen können. Er und Spielberg experimentierten bereits mit computergenerierten Bildern. Da dieses Verfahren aber noch in den Kinderschuhen steckte und zu teuer war, griff man auf die gerade bei "Star Wars" erfolgreich angewandte Motion Control-Photographie zurück. Diese ermöglicht es, dieselben Kamera- oder Objektbewegungen durch computergestützte Automatisierung in verschiedenen Aufnahmen genau zu wiederholen. Damit gelang die Aufnahme von Modellen viel realistischer, als das zuvor der Fall gewesen war.

Mit "Close Encounters of the Third Kind" begann die Zusammenarbeit von Spielberg mit seinem Cutter Michael Kahn, die bis zum heutigen Tage (und "Bridge of Spies") andauert. Auch der für "Jaws" mit einem "Oscar" gekrönte Hauskomponist John Williams war wieder dabei und legte seinem Regisseur 300 verschiedene Versionen der fünftönigen Außerirdischen-Melodie vor, aus der Steven eine auswählte und die Filmgeschichte geschrieben hat.

Spielberg's visuell berauschender, märchenhafter und bahnbrechender Science Fiction-Film, der den Slogan "Wir sind nicht allein" zu einer positiven Botschaft wendete, wurde ein gigantischer Kassenerfolg. Weltweit spielte er 303 Millionen Dollar ein und wurde zum dritterfolgreichsten Film des Jahres 1977 hinter "Star Wars" und "Ein ausgekochtes Schlitzohr" mit Burt Reynolds. Er war zum damaligen Zeitpunkt auch der erfolgreichste Film für Columbia Pictures.

"Close Encounters of the Third Kind" wurde für neun "Oscars" nominiert ("Beste Regie", "Beste Musik", "Bester Schnitt", "Beste Ausstattung", "Beste visuelle Effekte" und Melinda Dillon als "Beste Nebendarstellerin"). Nur Vilmos Zsigmond erhielt die Goldstatue für seine Kameraführung; dazu gab es noch einen Spezial-Academy Award für den wegweisenden Tonschnitt. 2007 nahm die US-Library of Congress das "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsame" Werk in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Eine amerikanische Zuschauerin schwärmt: "Dieser Film lässt Science Fiction und echtes Leben wunderbar verschwimmen, hat genau die richtige Mischung aus Realismus, Magie und Geheimnis. Steven Spielberg zeigt hervorragend, wie das Leben eines Menschen beeinflusst werden würde, wenn er von außerirdischen Leben wüsste; wie ein Mann seinen Fokus auf sein Leben, seine Familie und sich selbst verliert in der Suche nach Antworten."



"Fright Night", Pro7, 23:55 Uhr
Ein Teenager (Anton Yelchin) vermutet, dass sein neuer Nachbar (Colin Farrell) ein Vampir ist.

Dieser Horrorfilm war 2011 eine angenehme Überraschung. Die Skepsis war groß: Warum sollte es 26 Jahre nach dem gleichnamigen Original, das in Deutschland unter "Die rabenschwarze Nacht" gelaufen und absolut fein gewesen war, eine Wiederverfilmung geben? Außer dem 3D-Gimmick, das bei der 30 Millionen Dollar teuren DreamWorks Pictures-Produktion Anwendung fand, schien es dazu wirklich keinen Grund zu geben.

Aber Regisseur Craig Gillespie ("Million Dollar Arm") bewies, dass ein guter Film durchaus noch verbessert werden kann, wenn man so ausgezeichnete Schauspieler wie Colin Farrell und David Tennant, und dazu noch namhafte Kollegen wie Toni Collette, Imogen Poots, Anton Yelchin, Dave Franco und Christopher Mintz-Plasse vor den Kameras hat. Chris Sarandon, der im Original die Rolle von Farrell verkörpert hatte, absolviert einen Gastauftritt.

Gillespie drehte sein Werk hauptsächlich in Rio Rancho in New Mexico und ihm gelang ein geschickter, witziger und elegant blutiger Streifen, den trotz guter Kritiken allerdings kaum jemand sehen wollte. "Fright Night" floppte fürchterlich.

Kritiker Roger Moore fragte: "Kann ein 3D-Horrorfilm ein Ding der Schönheit sein? Im Fall dieses prachtvoll photographierten Remakes lautet die Antwort: JA!"



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