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The Loft-Ensemble
The Loft-Ensemble
© Koch Media

TV-Tips für Samstag (6.2.): Fünf Freunde, das sind sie

ZDF zeigt Original-"Loft"

Zum Glück können die Meisten am Sonntag ausschlafen, denn das Fernsehen zeigt am Samstagabend die besten Spielfilme wie so häufig mal wieder im Spätprogramm. Mittendrin zu nachtschlafender Zeit das ZDF, das das spannende belgische Original des inzwischen dreimal verfilmten "Loft" zeigt.

"Fair Game", ARD, 00:05 Uhr

Die Identität der CIA-Agentin Valerie Plame (Naomi Watts) wird von der Regierung als Rache an ihrem Mann (Sean Penn), der in einem Artikel die Bush-Administration kritisiert hat, enthüllt, was ihre Quellen im Mittleren Osten in Lebensgefahr bringt.

Zu den widerlichen und nahezu absurden Kapiteln der armseligen Münchhausen-Verrenkungen der Regierung von George W. Bush, um den Angriff gegen den Irak 2003 zu rechtfertigen, gehörte im Juli 2003 die gezielte Enttarnung von Valerie Plame durch ein Mitglied der Administration, der dies der Presse anvertraut hatte. Ihr Mann Joseph Wilson, Diplomat und US-Botschafter in mehreren afrikanischen Ländern, war 2002 von der Bush-Regierung nach Niger geschickt worden, um aufzuklären, ob der Irak dort Uran für sein mutmaßliches Atombombenprogramm beschaffe. Wilson kehrte aus Afrika mit der Botschaft zurück, dass an den Gerüchten nichts dran sei.

Um so erstaunter war er, als Präsident Bush in seiner Rede zur Lage der Nation im Januar 2003 ausgerechnet die Uran-Geschäfte in Niger ins Feld führte, warum man gegen den Irak in eine Art Präventivkrieg ziehen müsse - was zwei Monate später auch geschehen sollte. Wilson ließ diese offensichtliche Unwahrheit nicht ruhen: Im Juli schrieb er einen Beitrag mit dem Titel "What I Didn't Find in Africa" in der "New York Times". Daraufhin erschien eine Woche darauf ein Beitrag des Journalisten Robert Novak, der in einem Nebensatz verkündete, Wilson habe nicht für die CIA gearbeitet, wohl aber dessen Frau. Allgemein wurde die Enttarnung - ein Verbrechen laut US-Gesetz - als Heimzahlen der Politiker und Geheimdienstler an dem "Nestbeschmutzer" Wilson bewertet.

Die "Plame-Affaire" hatte schwer wiegende Auswirkungen auf das berufliche und private Leben von Valerie Plame und Joseph Wilson. Sie verarbeiteten ihre Erfahrungen jeweils in Sachbüchern: Wilson veröffentlichte 2004 "The Politics of Truth: Inside the Lies that Led to War and Betrayed My Wife's CIA Identity: A Diplomat's Memoir" und seine Frau drei Jahre später "Fair Game: My Life as a Spy, My Betrayal by the White House". Diese nahmen die Drehbuchautoren Jez und John Butterworth ("Edge of Tomorrow") sowie Regisseur Doug Liman ("Edge of Tomorror") zur Grundlage ihres Thrillers, bei dem sie sich in weiten Teilen an die Fakten hielten.

Ursprünglich waren für die Hauptrollen Nicole Kidman und Russell Crowe vorgesehen. Gedreht wurde vor Ort in Washington D.C. und New York City. Der gerechtfertige Ärger über das Unrecht, das dem Paar angetan wurde, ist der 22 Millionen Dollar teuren Produktion anzumerken. Liman gelingt die Balance zwischen einer Art faktenbasierter Biographie und einem spannenden politischen Thriller vielleicht nicht nahtlos, aber die beiden superben schauspielerischen Leistungen von Naomi Watts und Sean Penn halten den Film zusammen.

Die Kritiken der Independent-Produktion waren gut, aber sehen wollten die Zuschauer den Streifen dennoch nicht, als er 2010 in die Kinos kam. Kritiker Philip French schrieb für "The Guardian": "Auch wenn der Ausgang dieser Geschichte bekannt ist, verleiht der Film ihr eine dramatische Form und kitzelt die mit ihr verbundenen moralischen Probleme heraus."



"Loft - Tödliche Affären", ZDF, 00:30 Uhr
Fünf verheiratete Männer leisten sich ein gemeinsames Apartment, wo sie ihre jeweiligen Geliebten treffen. Eines Tages liegt die Leiche einer jungen Frau in der Wohnung. Da nur die fünf einen Schlüssel besitzen, beginnen die Männer, sich gegenseitig zu verdächtigen.

Es gibt inzwischen drei Verfilmungen dieser Geschichte. Diese hier ist das Original von 2008, das Filmgeschichte geschrieben hat. Es ist der erfolgreichste belgische Film aller Zeiten in seinem Heimatland: 1,1 Millionen Besucher wollten den Kriminalfilm sehen - und das ließ das Ausland aufmerksam werden. Zunächst drehte Antoinette Beumer 2010 eine niederländische Version, dann folgten 2014 die Amerikaner. Für sie stand wieder Originalregisseur Erik Van Looy hinter der Kamera, der auch den inzwischen zum internationalen Star gewordenen Matthias Schoenaerts für dessen gleiche Rolle mitbrachte.

Doch je ofter das Drehbuch von Bart De Pauw verwurstet wurde, desto mehr ließ die Qualität nach. Das belgische Original ist der mit Abstand stärkste Streifen des Trios. Gedreht wurde in Ostende. Das Gebäude, in dem sich das Loft befindet, steht indes in Antwerpen.

Kritiker Boyd van Hoeij lobte in "Variety": "Ein spannend gemachter, stimmungsvoller Film, der indes am Ende einen falschen Boden zu viel hat, um sich als großartig zu qualifizieren."



"Lore", Arte, 00:55 Uhr
Als die Alliierten in den Südwesten Deutschlands einmarschieren, flieht Lore (Saskia Rosendahl in ihrem Leinwanddebut) mit ihren Geschwistern. Die Reise konfrontiert sie mit der Wahrheit des politischen Glaubens ihrer Eltern, als die Begegnung mit einem geheimnisvollen Fremden (Kai Malina) sie zwingt, sich auf genau solch einen Menschen zu verlassen, den zu hassen sie erzogen worden ist.

Dieses Drama aus dem Jahr 2012 wurde zum australischen Beitrag als "Bester nicht englischsprachiger Film" für die Academy Awards 2013 angemeldet, kam aber nicht in die engere Auswahl. Dafür konnte die auf Deutsch gedrehte australisch-deutsche Co-Produktion rund 30 andere Preise erringen. Bei den Australischen Filmpreisen gewann die erstaunliche Saskia Rosendahl als "Bester Neuling", und es gab sieben weitere Nominierungen für den Film, die Regie, das adaptierte Drehbuch, die Kamera, den Ton, die Ausstattung und die Kostüme. Bei den Deutschen Filmpreisen erhielt das Werk Bronze in der Kategorie "Bester Film", dazu waren Kamera, Musik und Kostüme nominiert.

Die Vorlage zum Film stammt von der britischen Autorin Rachel Seiffert, die aus einer australisch-deutschen Familie stammt: "Die dunkle Kammer" war 2001 erschienen. Die australische Regisseurin Cate Shortland überführte die Geschichte kraftvoll mit einer feinfühligen und verstörend unheilvollen Atmosphäre auf die Leinwand und begeisterte die Kritiker durchgehend.

Kritiker Anthony Quinn schrieb im "Independent": "Cate Shortland hat einen umwerfenden Film über den Zusammenbruch von Nazi-Deutschland gedreht - nicht aus einem Berliner Bunker heraus gesehen, sondern durch die Augen eines 14 Jahre alten Mädchens."



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