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Der amerikanische Freund mit Dennis Hopper
Der amerikanische Freund mit Dennis Hopper
© Kinowelt Filmverleih GmbH

TV-Tips für Freitag (11.3.): Tom Ripley spielt falsch

3sat zeigt "Der amerikanische Freund"

Einen der besten deutschen Filme der siebziger Jahre bietet 3sat heute Abend im Spätprogramm an: Wim Wenders' Verfilmung eines Patricia Highsmith-Romans mit der berüchtigten Hochstapler-Figur Tom Ripley, der später noch von Matt Damon und John Malkovich gespielt werden sollte. In "Der amerikanische Freund" ist es Dennis Hopper, der hier Bruno Ganz auf kriminelle Abwege führt.

"I, Robot", Pro7, 20:15 Uhr

Im Jahr 2035 untersucht ein technikkritischer Polizist (Will Smith) ein Verbrechen, das von einem Roboter begangen sein könnte - was auf eine große Bedrohung für die Menschheit hindeuten würde.

Drei Gesetze der Robotik formulierte Isaac Asimov in seinem Kurzgeschichten-Roman "I, Robot" von 1950: Ein Roboter darf keinem Menschen schaden oder durch Untätigkeit einen Schaden an Menschen zulassen. Ein Roboter muss jeden von einem Menschen gegebenen Befehl ausführen, aber nur, wenn dabei das erste Gesetz nicht gebrochen wird. Ein Roboter muss seine eigene Existenz bewahren, es sei denn, dies spricht gegen das erste oder zweite Gesetz. Die Geschichten lassen die Roboter nahe am Rande der Künstlichen Intelligenz wirken, diese vielleicht auch subtil überschreiten - am Ende wird aber oft klar, dass die Roboter immer nach diesen Geboten gehandelt haben, auch wenn es für die Menschen zunächst nicht so ausgesehen haben mag.

Als Drehbuchautor Jeff Vintar 1995 sein Drehbuch "Hardwired" verfasste, hatte dies mit Isaac Asimov nichts, mit Agatha Christie schon eher etwas zu tun. Ein Detektiv muss dort einen Kriminalfall aufklären, bei dem er es nur mit Robotern als Zeugen und Verdächtigen zu tun hat. Als nach Jahren in der Schublade 20th Century Fox entschieden, "Hardwired" als Großproduktion für Will Smith zu produzieren, gaben sie dem Projekt den Titel "I, Robot", und Vintar sowie der dazustoßende Akiva Goldsman ("I Am Legend") weiteten das Tech-Kriminalstück zu einem Science Fiction-Film aus. Dieser hatte, als er 2004 in die Kinos kam, schlussendlich außer wenigen Motiven wie den drei Gesetzen der Robotik indes weiterhin wenig mit der Vorlage von Asimov gemein.

Alex Proyas, der sich 1998 mit dem Science Fiction-Film "Dark City" seine Sporen verdient hatte und aktuell in den Kinos mit "Gods of Egypt" einen Kolossal-Flop hingelegt hat, inszenierte den Streifen, der einerseits die Zuschauer durchaus zum Nachdenken bewegt, andererseits mit einer Fülle von Product Placement aber auch nervt. Das 120 Millionen Dollar teure Werk spielte weltweit trotz nur gemischter Kritiken 347 Millionen Dollar ein und war damit ein großer Erfolg. Die Spezialeffekte wurden mit einer "Oscar"-Nominierung bedacht.

Ein kanadischer Zuschauer schreibt: "Die Kampfszenen und Action-Sequenzen sind sehr gut gemacht. Einige Male merkte ich, dass ich ein paar Minuten lang wirklich außerhalb des Films nichts wahrgenommen hatte, weil er mich so hineinsog. Es war verblüffend, wie gut eine Szene in die nächste überging - Regisseur Alex Proyas hat das sehr gut inszeniert, und auch die Geschichte und die Schauspieler sind ziemlich tadellos."



"Der amerikanische Freund", 3sat, 22:35 Uhr
Tom Ripley (Dennis Hopper), der mit gefälschten Kunstwerken handelt, empfiehlt einen Bilderrahmer (Bruno Ganz) als Auftragskiller.

Nach seinem Film "Im Lauf der Zeit" von 1976, der ohne Drehbuch und ohne große Handlung entstanden war, wollte Regisseur und Drehbuchautor Wim Wenders ("Das Salz der Erde") für seine nächste Produktion eine klassische Geschichte erzählen und einen Kriminalroman der von ihm verehrten Patricia Highsmith verfilmen. Doch auf die von ihm auserwählten Romane "Der Schrei der Eule", "Das Zittern des Fälschers" und "Venedig kann sehr kalt sein" hielten schon andere Produktionsfirmen Optionen. Highsmith selbst bot ihm daraufhin "Ripley's Game" von 1974 an, der noch frei war.

Wenders adaptierte den Roman relativ originalgetreu, verlegte nur die Handlung vom französischen Fountainebleau nach Hamburg und zeichnet Tom Ripley, der im Buch ein smarter Lebemann ist, hier eher als zerrissenen Charakter - was auch besser zum Zustand von Hauptdarsteller Dennis Hopper passte, der wie zuvor in "Apocalypse Now" mit Drogenproblemen zu kämpfen hatte. Eigentlich hatte Wim für die Titelrolle John Cassavettes engagieren wollen, der aber ablehnte und statt seiner Hopper empfahl.

Wenders erste internationale Co-Produktion (zusammen mit einer französischen Produktionsgesellschaft), die ungefähr 3 Millionen DM kostete, entstand in Hamburg, München, Paris, New York und an der Nordsee. Der damals 31-Jährige war weniger an den Mechanismen eines Krimis interessiert, sondern stellte die Verhaltensweisen der Figuren in den Vordergrund. Seine handwerkliche Sorgfalt und sein filmisches Können verband er dabei vorzüglich mit Verweisen auf das amerikanische Kino und amerikanische Songs. Als einer der besten deutschen Filme der siebziger Jahre wurde "Der amerikanische Freund" auch Wenders' bis dahin erfolgreichster Streifen an den Kinokassen. Zudem erhielt der Filmemacher den Deutschen Filmpreis, ebenso wie sein Cutter Peter Przygodda; dazu noch den Filmpreis in Silber für den besten deutschen Film hinter "Die gläserne Zelle".

In der Nebenrolle als Maler Derwatt ist der von Wenders hochgeschätze US-Kollege Nicholas Ray ("Rebel without a Course" / "...denn sie wissen nicht, was sie tun") zu sehen. Wim schrieb das Drehbuch eigens für Ray um, als sich dessen Engagament festmachen ließ.

2002 ist "Ripley's Game" unter dem Originaltitel mit John Malkovich als Tom Ripley nochmals verfilmt worden.

Ein amerikanischer Zuschauer schwärmt: "Einfach hypnotisch. Der Film zieht einen von Beginn bis Ende hinein. Die Kameraführung ist zweifellos eine der bemerkenswertesten, die ich je gesehen habe. Bruno Ganz' Darstellung als Normalbürger, der in ein Leben voller Gefahr hineingezogen wird, bevor er es überhaupt realisiert, ist ein Meisterstück. Und die Tatsache, dass Wenders die Emotionen und die Spannung oft ohne ein Wort Dialog erzeugt, ist wirklich bewunderswert."



"Nachtfalken", ARD, 01:15 Uhr
Deke DaSilva (Sylvester Stallone) und Matthew Fox (Billy Dee Williams) sind Polizisten in New York City, die speziell ausgebildet werden, um in einem internationalen Team den Terroristen Wulfgar (Rutger Hauer) aufzuspüren. Der hat in einem Londoner Kaufhaus eine Bombe gezündet und dabei auch einige Kinder getötet. Daher jagen ihn jetzt nicht nur die Polizei, sondern auch seine eigenen Gang-Mitglieder, die den aus dem Ruder Gelaufenen ebenfalls unschädlich machen wollen.

"Nighthawks" (so der Originaltitel) ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Es ist der erste amerikanische Film des Niederländers Hauer; er ist einer der Filme, den Stallone inszenierte, obwohl er gar nicht dafür vorgesehen war, weil Spielfilmdebütant Bruce Malmuth ("Hard to Kill") überfordert war; die Produktion litt unter dem konstanten Streit zwischen Stallone und Hauer, die sich nicht riechen konnten; der Streifen wurde von Stallone mehrmals gravierend umgeschnitten, um Hauer's Part zu minimieren, von dessen überzeugender Leistung er sonst fürchtete, in den Schatten gestellt zu werden; Universal Studios mischten sich auch noch ein und veranlassten ihrerseits neue Schnittfassungen, um den fast 150 Minuten langen Film auf Action-Film-freundlichere 99 Minuten zu trimmen. Und schließlich kämpfte das Studio mit den Zensoren, die in einigen gewalttätigen Szenen Schnitte verlangten.

Bei so viel Widernissen ist es fast ein Wunder, dass dieser Thriller, als er 1981 mit gut einem Jahr Verspätung endlich in die Kinos kam, überwiegend gute Kritiken erhielt: Gelobt wurden besonders die Verfolgungsjagdszenen (bei denen Stallone darauf bestand, die Stunts selbst auszuführen), die gute Nutzung von Drehorten in New York City und Hauer's Darstellung. Ein großer Erfolg beim Publikum wurde "Nighthawks" allerdings nicht, schrieb aber immerhin schwarze Zahlen.

Ein Zuschauer aus Brooklyn meint: "Ein gut gemachter Thriller mit exzellenten schauspielerischen Leistungen, schön photographiert, und eine Handlung, die unter die Haut geht, denn sie ist auf unheimliche Weise prophetisch, wenn man bedenkt, was 20 Jahre später in New York City passieren sollte. Man wird von der Eröffnungsszene bis zum Ende den Blick nicht abwenden können."



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