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Natalie Portman als Mathilda in 'Léon - Der Profi'
Natalie Portman als Mathilda in 'Léon - Der Profi'

TV-Tips für Samstag (2.7.): Natalie Portman kann kein Wässerchen trüben

ZDF zeigt Meisterwerk "Leon - Der Profi"

Gegen König Fußball und die deutsche Nationalelf ist am Samstagabend kein Kraut gewachsen - wieder sind die sehenswerten Spielfilme erst im Spät- und Nachtprogramm zu sehen. Und sollte es Verlängerung mit Elfmeterschießen in der ARD geben, dann wird es schon eng für das Meisterwerk "Leon - Der Profi", welches das ZDF im Spätprogramm ausstrahlt.

"Leon - Der Profi", ZDF, 22:30 Uhr
Die zwölfjährige Matilda (Natalie Portman) wird widerwillig von dem Auftragskiller Léon (Jean Reno) bei sich aufgenommen, nachdem ihre Familie ermordet worden ist. Die Beiden entwickeln eine ungewöhnliche Beziehung, in der sie sein Protégée wird und das Auftragsmordgeschäft lernt.

In Luc Besson's Thriller "La Femme Nikita" von 1990 war Jean Reno bereits als Auftragskiller Viktor in einer Nebenrolle zu sehen. Vier Jahre später widmete der französische Regisseur der Nebenfigur einen ganzen Film. Diesmal allerdings spielt die Geschichte in New York City, und Reno verkörpert Léon, der laut Besson "der amerikanische Cousin von Victor sein könnte, nur menschlicher".

Mit dem Adjektiv "menschlich" ist ein Zug dieses französischen Meisterwerks schon sehr gut umschrieben: Der stilvolle Thriller ist trotz aller Brutalität und Härte seltsam berührend. Zum Großteil geht dies natürlich auf die Zeichnung der beiden Hauptfiguren und der Entwicklung ihrer seltsamen Beziehung zurück, die im "Director's Cut" noch besser zur Geltung kommen. Die zusätzlichen 25 Minuten, die hauptsächlich in der Mitte des Streifens eingefügt wurden, vertiefen den Einblick in die Ausbildung von Matilda durch Léon. Ursprünglich sollte das Werk auch in dieser Form in die Kinos kommen, aber wegen der negativen Publikumsresonanz nach einer Testvorführung in Los Angeles entschied sich Luc, seinen Film zu kürzen.

Die Innenaufnahmen entstanden in einem Pariser Filmstudio, die Außenaufnahmen des in englischer Sprache gedrehten Streifens aber vor Ort in New York City. Gleich mit ihrem Leinwanddebüt begeisterte die zwölfjährige Natalie Portman, die sich gegen 2000 Mitbewerberinnen und die Bedenken ihrer Eltern durchsetzte und ihre Karriere gleich von null auf 100 zündete.

Die 16 Millionen Dollar teure Gaumont-Produktion spielte weltweit 45 Millionen Dollar ein und war auch bei den Kritikern ein Erfolg. Bei den Französischen Filmpreisen wurde das Werk siebenmal nominiert.

Ein Zuschauer aus New Jersey lobt: "Der Film zeigt, worum es beim Filmemachen geht. Ohne den übermäßigen Einsatz von Spezialeffekten, einen Riesendrehort oder ein Ensemble, das nur nach Star-Namen besetzt worden ist, bekommen wir alles, was wir uns von einem Kinofilm nur wünschen können. Natalie Portman, Jean Reno und Gary Oldman erinnern uns gemeinsam mit Danny Aiello daran, dass es keinen Ersatz für großartige Schauspieler gibt. Der Streifen vereint Elemente von Komödie, Drama und Action, und die tolle Musik von Eric Serra trägt zu der ohnehin vorhandenen Energie des Werkes bei. Ein intensiver und beeindruckender Film."



"Zwielicht", Sat1, 00:10 Uhr
Ein Messdiener (Edward Norton) wird beschuldigt, einen Bischof ermordet zu haben - und die Wahrheitsfindung gestaltet sich auch für seinen Anwalt (Richard Gere) abenteuerlich.

An manche Filme erinnert man sich wegen ihrer Handlung, an diesen Kriminalfilm aus dem Jahr 1996 garantiert wegen einer darstellerischen Glanzleistung: Edward Norton gab mit dieser Paramount-Produktion sein Leinwanddebut, hatte noch vorsprechen müssen, um sich gegen die Konkurrenz von neben anderen Matt Damon und Leonardo DiCaprio durchzusetzen, bekam gerade mal 50 000 Dollar - und gleich eine "Oscar" und eine BAFTA-Nominierung als "Bester Nebendarsteller" sowie den Golden Globe. Eine umwerfende Darstellung des damals 26-Jährigen, die diesen gradlinigen und spannenden Streifen veredelt.

Nicht nur Norton war Debutant, auch für Regisseur Gregory Hoblit ("Ein perfektes Verbrechen") war es nach über zehn Jahren Arbeit im Fernsehen die Leinwandpremiere. Ihm stand ein Budget von 30 Millionen Dollar für die Dreharbeiten in Chicago, West Virginia und in Hollywood zur Verfügung. Er machte das Beste daraus: Auch dank guter Kritiken stand "Primal Fear" (Urangst, so der Originaltitel) drei Wochen lang an der Spitze der US-Charts und wurde mit weltweit 102 Millionen Dollar ein solider Erfolg. Und Edward Norton ist bis heute einer der besten Schauspieler seiner Generation; vergangenes Jahr war er zum dritten Mal für den "Oscar" dank seiner Leistung in "Birdman" nominiert.

Ein Zuschauer aus New York City schwärmt: "Einer dieser Filme, der durch Inszenierung und die Schauspieler die Spannung bis zum schockierenden Ende erhöht. Einer der besten Gerichtsfilme mit herausragenden Leistungen von - natürlich - Edward Norton, Richard Gere und Laura Linney."



"Ein Köder für die Bestie", ZDF, 01:35 Uhr
Die Familie eines Anwalts (Greogory Peck) wird von einem Mann (Robert Mitchum) bedroht, den dieser einst half, hinter Gitter zu bringen.

Regisseur J. Lee Thompson ("The Guns of Navarone") war ein Bewunderer Alfred Hitchcocks. Mit diesem Thriller von 1962 wollte er dem Meister der Spannung nachahmen, drehte in Schwarzweiß, engagierte Hitch's langjährigen Komponisten Bernard Herrmann und bemühte sich in Kameraeinstellungen, Beleuchtung und Schnitt um den Stil des Meisters. Der gelang dem Filmemacher mit dieser Verfilmung des Romans "The Executioners" von John MacDonald aus dem Jahr 1957 erstaunlich gut. Thompson jongliert geschickt mit den Emotionen der Zuschauer, die insbesondere einen Robert Mitchum nahe an dessen Schaffensmaximum zu sehen bekommen.

Für die Hauptrolle war eigentlich Charlton Heston vorgesehen; als dieser ausstieg, bekam Greogory Peck den Zuschlag. Gedreht wurde die Universal Pictures-Produktion in Savannah im US-Bundesstaat Georgia und im kalifornischen Stockton. Die Innenaufnahmen entstanden in den Universal Studios in Hollywood. Die Produzenten hatten einige Schriftwechsel mit den Zensoren zu absolvieren, bevor ihr Streifen auf die Leinwände durfte. Das Wort "Vergewaltigung" war tabu und konnte nur umschrieben werden; aber generell passte den Leinwandwächtern - wie später auch einigen Kritikern - das ganze Szenario der geplanten Vergewaltigung eines Kindes nicht. In Großbritannien konnte "Cape Fear" (so der Originaltitel) erst nach erheblichen Schnitten von sechs Minuten erscheinen, um nicht eine Altersfreigabe zu erhalten, die dem eines Pornofilms gleich gekommen wäre.

Ein Zuschauer aus dem australischen Canberra lobt: "Einer der spannendsten Filme, die je gedreht worden sind, und dazu auch noch einer der perfekt gefertigten. Packend von der ersten bis zur letzten Einstellung, gut photographiert, exzellent gespielt, und mit einer wie immer passenden Musik von Bernard Herrmann. Das Werk spricht den Intellekt dabei genauso an wie die Magengrube."

1991 brachte Martin Scorsese mit "Cape Fear" ("Kap der Angst") eine Neuverfilmung in die Kinos, in der Peck und Mitchum in Nebenrollen zu sehen waren.



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