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Ratatouille
Ratatouille
© Walt Disney Pictures

TV-Tips für Samstag (20.8.): Pixar kochen ein leckeres Mahl

Sat1 zeigt "Ratatouille"

Mit "Ratatouille" zeigt Sat1 einen köstlichen Pixar-Animationsfilm im Hauptprogramm, der zu Unrecht im Schatten von "Toy Story" oder "Finding Nemo" steht. Später am Abend und in der Nacht stehen dann beim ZDF noch zwei Klassiker auf der Karte: "Goldfinger" und "Die Vögel".

"Ratatouille", Sat1, 20:15 Uhr

Eine Ratte (Axel Malzacher), die kochen kann, schließt einen Pakt mit einem jungen Koch (Stefan Günther), der in einem berühmten Restaurant arbeitet.

Hut ab vor Pixar Animation Studios, deren achter Spielfilm dies ist, und Walt Disney Pictures, dass sie dem amerikanischen Publikum einen französischen Filmtitel servierten. Das Wortspiel mit rat für Ratte und dem französischen Gemüsegericht schien ihnen zu gut, um es fallen zu lassen, nur weil Amerikaner kein Französisch verstehen (wollen). Auf die Filmplakate ließen Disney die phonetische Aussprache des für amerikanische Augen und Ohren ungewohnten Wortes drucken.

Falls der Filmtitel der Grund gewesen sein sollte, so ließen sich einige US-Zuschauer vom Kinobesuch abhalten, denn im Vergleich mit anderen Pixar-Werken lief "Ratatouille" schwächer, aber mit 206 Millionen Dollar Umsatz immer noch großartig. Dafür brummte es im Ausland um so mehr und mit weltweit 620 Millionen Dollar wurde der Animationsfilm 2007 ein Riesenerfolg.

Die Idee zu dem Streifen stammte von dem aus Tschechien stammenden Jan Pinkava, der als Animationskünstler für Pixar bereits an "A Bug's Life" ("Das große Krabbeln") und "Toy Story 2" gearbeitet hatte und 2000 Konzepte für "Ratatouille" erarbeitete. Doch die Pixar-Chefs hielten Pinkava für zu unerfahren, um das 150 Millionen Dollar schwere Projekt alleine zu stemmen und stellten ihm 2005 für Drehbuch und Regie den erfahrerenen Brad Bird an die Seite, der gerade ein Jahr zuvor mit "The Incredibles" sein Pixar-Meisterstück abgeliefert hatte.

Da die Handlung in Paris spielen sollte, bereisten Bird und Teile seiner Mannschaft eine Woche lang die französische Hauptstadt, fuhren auf Motorrädern durch die Stadt und aßen in Gourmet-Restaurants. Derweil photographierten die Animationskünstler in Hollywood unterschiedliche Speisen, um genaue Vorlagen für die im Film kredenzten Köstlichkeiten aus computergenerierten Bildern (CGI) zu erlangen.

Technisch zeigte das Werk einen weiteren Sprung in Sachen CGI. Lange galt es als unmöglich, Textilien und Gewebe naturgetreu abzubilden. Doch ab 2001, als im Pixar-Zeichentrickfilm "Monsters, Inc." ("Die Monster-AG") ein zerknittertes T-Shirt realitätsnah im Computer erschaffen worden war, sorgte die Entwicklung spezieller Software dafür, auch in "Ratatouille" die Schürzen, Kochmützen und die Haare erstaunlich echt darzustellen.

Neben der technisch und handwerklich atemberaubenden Brillanz überzeugt das Werk auch als flott und köstlich unterhaltsam, mit einem wirklich ungewöhnlichen Helden. Das sah auch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences so, die "Ratatouille" als "Besten Animationsfilm" kürten, so wie auch die Golden Globes und die Britischen Filmpreise. Zudem hatte die Academy ihn für vier weitere "Oscars" für Originaldrehbuch, Musik, Tonmischung und Tonschnitt nominiert.

Kritiker Kim Brown schrieb in "Tulsa World": "Wir gehen wie der hochnäsige Restaurantkritiker im Film ins Kino und denken, schon alles geschmeckt zu haben - und kommen heraus und hoffen auf Nachschlag."



"Goldfinger", ZDF, 23:00 Uhr
James Bond (Sean Connery) untersucht die Schmuggelgeschäfte eines Goldmagnaten (Gert Fröbe) und deckt eine Verschwörung auf, die Goldreserven von Fort Knox zu kontamieren.

Mit "Goldfinger", dem dritten James Bond-Abenteuer, heißt es, habe das Bond-Phänomen begonnen. Doch dass die Zeit reif war für die weltweite 007-Mania, die Mitte der Sechziger ihren Höhepunkt erreichte, und die Erfolge von "Dr. No" und "From Russia with Love" dazu den Weg geebnet hatten, zeigte sich schon am 17. September 1964 bei der Premiere des Films im Odeon am Leicester Square in London. Vor dem Kino wartete eine Menschenmenge von rund 5000 Fans und Schaulustigen. Die Polizei musste Verstärkung anfordern, um die Menschenmenge unter Kontrolle zu bringen; dennoch gingen die Glastüren der Eingangshalle des Kinos zu Bruch.

Die Erwartungshaltung der Kinofans war riesig, befördert auch durch eine bereits die Dreharbeiten begleitende professionelle Medienkampagne - so wurde das ikonische Bild der in Gold ummantelten Shirley Eaton schon freigegeben, sobald die Szene gedreht worden war - und einem extensiven Merchandising mit 007-Produkten. Der silberne Aston Martin DB5, den Bond im Film fährt, wurde zum Beispiel als Spielzeug das meistverkaufte des Jahres.

Die Erwartung waren groß - und sie wurden von diesem britischen Thriller mehr als erfüllt. Bei "Goldfinger" setzen sich bereits etablierte und neue Elemente der 007-Reihe in idealer und idealtypischer Weise zusammen und sorgten für einen der besten James Bond-Filme aller Zeiten. Für nicht wenige ist es sogar noch heute der beste.

Die Produzenten Albert Broccoli und Harry Saltzman hatten den gleichnamigen, siebten James Bond-Roman als dritte Adaption ausgewählt und vertrauten wie bei den ersten beiden Abenteuern Richard Maibaum das Drehbuch an. Auf dem Regieposten ergab sich dagegen eine Veränderung: Terence Young konnte sich mit seinen Gagenforderungen nicht durchsetzen und stieg aus. Ihn ersetzten die Produzenten durch Guy Hamilton mit einem Mann, der zwei Jahre zuvor schon als erste Wahl für "Dr. No" im Rennen gelegen hatte.

Er veränderte den Tonfall und das Aussehen der Reihe entscheidend und prägend für das, was heute gemeinhin als ein "Bond" verstanden wird: Es gab mehr Humor und wesentlich mehr technische Spielereien wie den hochgerüsteten Aston Martin des Geheimagenten sowie eine Vortitelsequenz, die mit dem Rest des Films nichts zu tun hatte, und einen Titelsong.

Für die Titelrolle wollten die Produzenten Orson Welles engagieren, dessen Honorarvorstellungen jedoch zu hoch waren. Man ließ Theodore Bikel vorsprechen, der nicht überzeugen konnte. Schließlich schlug Hamilton den deutschen Schauspieler Gert Fröbe vor, der den Part auch erhielt und darin brillierte. Die markante Stimme des Sachsen bekam das anglo-amerikanische Publikum indes nicht zu hören; Fröbe wurde von Michael Collins synchronisiert.

Gedreht wurde wie immer in den Londoner Pinewood Studios und vor Ort in der Schweiz und im US-Bundesstaat Florida. Mit Ken Adam kehrte der geniale Ausstatter zurück, der unter anderem die beeindruckende Fort Knox-Kulisse entwarf.

Als die spannende, unterhaltsame und mit spektakulären und unvergesslichen Szenen und Charakteren bestückte United Artists-Produktion in die Kinos kam, gab es kein Halten mehr. Die 3 Millionen Dollar Produktionskosten waren innerhalb von drei Wochen wieder eingespielt; weltweit wurde das Werk mit einem Umsatz von 125 Millionen Dollar der erfolgreichste Film des Jahres. In New York City war die Nachfrage so groß, dass sich das DeMille Cinema entschloss, 24 Stunden am Stück zu öffnen und rundum "Goldfinger" zu zeigen.

Der Titelsong von Shirley Bassey platzierte sich als erster Bond-Song in den Top Ten der US-Charts. Norman Wanstall erhielt für seine Toneffekte den "Oscar". Und das globale Phänomen James Bond war nicht mehr aufzuhalten - bis zum heutigen Tag über ein halbes Jahrhundert später.

Ein amerikanischer Zuschauer schwärmt: "Das ist der definitive James Bond-Film und bis zu 'Skyfall' auch mein Lieblings-Bond gewesen. Auric Goldfinger ist einer der besten Bond-Bösewichte und wird mit Verve von Gert Fröbe dargestellt. Die Szenen mit ihm und Sean Connery sind mit spürbarer Spannung aufgeladen, und sein Henker Oddjob ist ebenfalls einer der besten Schurken der Reihe. Das Drehbuch hat Witz und Tempo, und es gibt zu viele klassische Szenen, als dass man sie alle nennen könnte."



"Die Vögel", ZDF, 00:50 Uhr
Eine reiche Salonlöwin (Tippi Hedren) aus San Francisco verfolgt einen möglichen Freund (Rod Taylor) in eine kleine kalifornische Küstenstadt, in der auf einmal Vögel anfangen, Menschen anzugreifen.

Was macht man als nächstes nach dem größten Erfolg seiner Karriere? Alfred Hitchcock entschied sich, nach "Psycho" von 1960 dem Horrorfilm treu zu bleiben und dabei eine neue Herausforderung zu suchen. Mit der Adaption der Kurzgeschichte "The Birds" der Engländerin Daphne du Maurier aus dem Jahr 1952 musste der Regisseur, der schon immer gerne punktuell Spezialeffekte eingesetzt und experimentiert hatte, sich erstmals entscheidend auf Visuelle Effekte verlassen, denn nur so konnten die Vögelattacken glaubwürdig dargestellt werden - und das rund ein Jahrzehnt, bevor die einfachsten computergenerierten Bilder im Kino eingesetzt werden konnten, und rund drei Jahrzehnte vor dem Durchbruch von CGI.

Angeleitet von Spezialeffekte-Genius Ub Iwerks, der jahrzehntelang als Animationskünstler in den Disney-Studios gearbeitet und dort bereits Zeichentrick- und Realfilmelemente verbunden hatte, arbeiteten zahlreiche Künstler und Techniker daran, Aufnahmen vom Hintergrund, der Schauspieler und der Vögel in verschiedenen visuellen Spezialeffekten wie Matte Painting, Rückprojektion, Yellowscreen und Rotoskopie zu kombinieren. Für die Vögel kamen neben Animationen wilde und dressierte Tiere sowie unbewegliche oder mechanisch animierte Attrappen zum Einsatz. Schlussendlich sind etwa 400 Spezialeffekte im Film. Für seine Leistung (und stellvertretend für die seines Teams) wurde Iwerks für einen "Oscar" nominiert.

Gedreht wurde in der Umgebung des rund 60 Kilometer nordwestlich von San Francisco gelegenen Naturhafens Bodega Harbour. Der im Film gezeigte Handlungsort Bodega Bay existierte als solcher nicht, sondern kombinierte verschiedene Orte und durch Spezialeffekte erzeuge Gebäude zu einer zusammen hängenden Gemeinde. Hitchcock kannte die Gegend gut, weil er seit 1940 ein Anwesen in der Gegend besaß.

Für die männliche Hauptrolle waren Cary Grant und Farley Granger im Gespräch, bevor man sich für den Australier Rod Taylor entschied, der 1960 mit "The Time Machine" bekannt geworden war. Als Hauptdarstellerin engagierte der Filmemacher das New Yorker Model Tippi Hedren, das ein Produzent von Universal Pictures 1961 in der Fernsehwerbung gesehen hatte. Die Werbeabteilung von Universal vermarktete die damals 32-Jährige, die mit "The Birds" ihr Leinwanddebut gab, als "Hitchcock's neue Grace Kelly".

Der Film, der gänzlich ohne Musik auskommt, sondern statt dessen Geräusche und die durch ein Trautonium, einen Vorläufer des Syntheziser, erzeugten Vögelschreie gezielt einsetzt, bewies erneut, dass das langsame Aufbauen von Spannung, die sich dann in Terror entlädt, zu Alfred Hitchcock's Meisterschaft gehörte. Er schaffte es, aus Vögeln Monster zu machen und eine beklemmende Weltuntergangsstimmung zu erzeugen, vor allem aber, die Zuschauer - die im Gegensatz zu "Psycho" diesmal wussten, was auf sie zukam - bei der Stange zu halten, indem er in der ersten Stunde immer wieder kleine Irritationen einbaute, die auf den nahenden Schrecken hindeuten. Die 3 Millionen Dollar teure Universal Pictures-Produktion spielte 1963 alleine in den USA 18 Millionen Dollar ein und wurde zu einem Riesenerfolg.

Ein Zuschauer aus Dallas im US-Bundesstaat Texas ist begeistert: "Heutzutage sind Spezialeffekte oft der einzige Grund, einen Film zu sehen - eine Handlung gibt es nicht. Was 'The Birds' so wohltuend unterscheidet: Hier bereichern die Spezialeffekte eine bereits meisterhafte Geschichte. Die Charaktere sind multidimensional und zeigen klar ihre Menschlichkeit. Die Dialoge sind exzellent und die Handlungsführung gut, wenn auch zu Beginn etwas langsam."



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