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Kubo and the Two Strings
Kubo and the Two Strings
© Focus Features

US-Filmstarts: Focus Features vor Laika-Durchbruch mit "Kubo"

Fährt "Ben-Hur" gegen die Wand?

In einem Jahr voller Fortsetzungen und Neuverfilmungen bekommen es die amerikanischen Zuschauer ab heute mit einem ganz besonders bizarren Beispiel zu tun. Wer immer bei Paramount Pictures die Idee hatte, "Ben-Hur" neu verfilmen zu lassen, sollte besser schon mal den Arbeitsmarkt sondieren. Die Aussichten für das Remake sehen trübe aus.

Und es ist nicht mal der Film, der am weitesten starten wird. Mit 3260 Kopien schiebt der kleinere Filmverleiher Focus Features, derzeit mit einem Marktanteil von 1,7 Prozent das neuntgrößte Filmstudio Nordamerikas, seinen Animationsstreifen "Kubo and the Two Strings" ("Kubo: Der tapfere Samuari") mächtig an. Das Werk aus dem Hause Laika, dem Zeichentrickstudio, das für "Coraline", "ParaNorman" und "The Boxtrolls" steht, könnte den Filmemachern eventuell einen Durchbrucherfolg bescheren, wenn sie ihren bisherigen besten Starter "The Boxtrolls", der vor zwei Jahren mit 17 Millionen Dollar startete, übertreffen und den taumelnden Spitzenreiter "Suicide Squad" seinen Hattrick verwehren können. Animationskünstler Travis Knight, der auch an allen drei genannten Laika-Vorgängern gearbeitet hat, gibt mit dem StopMotion-Werk sein Regiedebut.

Die Aussichten haben sich dank fast durchweg begeisterter Kritiker und ebenso enthusiastischer Zuschauer, die das 60 Millionen Dollar teure Werk schon sehen konnten, verbessert. Analysten erwarten 17 bis 18 Millionen Dollar, was eventuell zur Spitze reichen könnte. Auch die prominenten Sprecher wie Charlize Theron, Rooney Mara, Ralph Fiennes und Matthew McConaughey können manche Erwachsene ihre Kinder leichter begleiten lassen.

In zwei Kinos weniger als "Kubo and the Two Strings" kommt "War Dogs". Todd Phillips ("Hangover 3") erzählt in seiner Komödie eine in einem "Rolling Stone"-Artikel geschilderte wahre Geschichte von zwei jungen Männern aus Florida, die einen 300 Millionen Dollar-Auftrag vom Pentagon erhielten, um die US-Streitkräfte in Afghanistan zu bewaffnen. Die 45 Millionen Dollar teure Warner Brothers-Produktion versucht, aus eigentlich eher irritierenden Geschehnissen Funken einer Farce zu schlagen - laut den Rezensenten gelingt das so mittel. Und das ist möglicherweise zu wenig, um dem Streifen mit Jonah Hill und Miles Teller mehr als 10 bis 13 Millionen Dollar zuzubilligen, womit die "War Dogs" das Treppchen verfehlen würden. Immerhin sind die ersten Zuschauerreaktionen positiv - vielleicht geht ja doch mehr.

Und nun zu "Ben-Hur". 100 Millionen Dollar haben Paramount dem russischen Regisseur Timor Bekhmambetov ("Abraham Lincoln: Vampire Hunter") anvertraut, um den Abenteuerfilm mit einem Schuss "Gladiator" in Szene zu setzen. Jack Huston in der Titelrolle ist nicht gerade ein Publikumsmagnet; der bekannteste Name dürfte noch Morgan Freeman in einer Nebenrolle sein. Möglicherweise spekulieren die Produzenten und Filmemacher auf eine Mischung aus Action-Begeisterten und den religiösen Zuschauern, die in Summe ihrem Werk einen Gewinn bescheren sollen.

Die Rechnung durchkreuzen aber schon einmal die Kritiker, die einen "Ben-Hur" gesehen haben, "den wir schon einmal gesehen haben - nur ohne schlechte Computereffekte und abgehackte Schnittfolgen". Auch die Zuschauerreaktionen sind negativ. Bei prognostizierten lediglich 12 bis 13 Millionen Dollar drohen in den 3084 Sälen leere Reihen und ein veritabler Flop mit Anlauf. Das Mitleid hält sich in Grenzen.



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