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Driver mit Ryan O'Neal und Bruce Dern
Driver mit Ryan O'Neal und Bruce Dern
© Kinowelt

TV-Tips für Freitag (9.9.): Ryan O'Neal übernimmt das Steuer

3sat zeigt "Driver"

Am Freitagabend haben die Fernsehsender wenig Sehenswertes zu bieten, und bestimmt nicht die FreeTV-Premiere des schlechten "Paranormal Activity", den Pro7 ausstrahlt. Dann lieber Qualität im 3sat-Spätprogramm mit "Driver".

"Star Wars: Episode II - Angriff der Klonkrieger", Pro7, 20:15 Uhr
Zehn Jahre nach ihrem ersten Treffen lässt sich Padmé (Natalie Portman) auf eine verbotene Romanze mit Anakin Skywalker (Hayden Christensen) ein, während Obi-Wan (Ewan McGregor) einen Attentatsversuch auf die Senatorin untersucht und eine geheime Klonarmee entdeckt, die für die Jedi hergestellt wird.

1999 war "Star Wars: Episode I - The Phantom Menace" ein gigantischer Erfolg an den Kinokassen geworden. Für George Lucas und 20th Century Fox war damit klar: Die "Star Wars"-Saga würde weiter gehen. Der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent machte sich 2000 sofort daran, an der Fortsetzung zu arbeiten.

Doch nicht alles war rosig: Die Kritiken zur Qualität seines Drehbuchs hallten noch in den Ohren des damals 55-Jährigen, und Lucas nahm sich die Einwände offenbar zu Herzen und engagierte diesmal mit Jonathan Hales einen englischen Co-Drehbuchautoren, der in den Neunzigern für einige Folgen von George's TV-Serie "Young Indiana Jones" geschrieben hatte. Das sollte nur bedingt helfen: Auch "Attack of the Clones" leidet wie der Vorgänger unter der schwerfälligen Handlungsentwicklung, die zur Überlänge des Unterfangens beiträgt, und den unterentwickelten Charakteren. Immerhin aber brachten die beiden Autoren zahlreiche Bezüge auf die Kunst-, Phantasie- und Gefühlswelt des 19. Jahrhunderts und Anspielungen auf das Zusammenbrechen großer Weltreiche unter. Das Skript wurde erst eine Woche vor Drehbeginn fertig.

Für 115 Millionen Dollar drehte Lucas hauptsächlich in den Fox Studios Australia in Sydney vor Greenscreen. Fast die gesamten Hintergründe und viele Figuren wie zum Beispiel Yoda, der bis daher eine von Frank Oz bediente Puppe gewesen war, wurden dann komplett am Computer erschaffen. Reale Szenerien filmte das Team in der tunesischen Wüste, in Sevilla, London, Vancouver, San Diego und am Lago di Como in Italien.

Von technischer Seite wirkte dieser Science Fiction-Film bahnbrechend ins digitale Zeitalter, denn erstmals wurde ein Hollywood-Produktion komplett mit digitalen HD-Kameras von Sony und Panavision gefilmt. George hätte gerne schon "The Phantom Menace" drei Jahre zuvor komplett digital aufgenommen, aber die Technik war noch nicht so weit. "Attack of the Clones" sollte schließlich neben dem französischen Kriminalfilm "Vidocq" einer der ersten Streifen werden, die digital verfilmt auf die Leinwände kam.

Als "Episode II" 2002 Premiere feierte, war nichts mehr von der fast schon hysterischen Begeisterung übrig geblieben, die drei Jahre zuvor "Star Wars" als kulturelles Phänomen gekennzeichnet hatte. Jetzt mussten sich die Sternenkrieger erstmals in der Filmgeschichte hinter anderen Filmen wie "Lord of the Rings", "Harry Potter" und "Spider-Man" in der Jahresendabrechnung einreihen.

Dazu trugen sicherlich neben der Ernüchterung über den allenfalls mittelprächtigen "Episode I" die lediglich gemischten Kritiken, in denen hauptsächlich die spannende Action und die technische Brillanz gerühmt wurden, und die nur lauwarme Mundpropaganda bei. Mit weltweit 649 Millionen Dollar wurde der Streifen trotzdem wieder ein gigantischer Erfolg, blieb aber deutlich hinter den 983 Millionen Dollar des Vorgängers zurück. Von allen sieben bisherigen "Star Wars"-Epen ist "Attack of the Clones" der am wenigsten gesehene. Der Film wurde für die Spezialeffekte für einen "Oscar" nominiert.

Ein Zuschauer aus dem US-Bundesstaat Philadelphia schwärmt: "Ich bin selten sprachlos nach einem Film, aber hier war das der Fall für 20 Minuten, nachdem ich das Kino verlassen hatte. George Lucas hat sich wirklich selbst übertroffen mit dem emotional komplexesten Teil der Reihe. Ewan McGregor ist superb als Obi-Wan Kenobi, das ernste Zentrum des Films, zugleich aber mit seinen Sprüchen auch perfekt komisch. Ein emotional und visuell gewaltiger Streifen."



"Driver", 3sat, 22:35 Uhr
Das "Duell" eines Polizeiinspektors (Bruce Dern) mit einem jungen Mann (Ryan O'Neal), der seine artistischen Fahrkünste Kriminellen bei deren Fluchtfahrten zur Verfügung stellt.

Nein, hier sitzt nicht Ryan Gosling hinter dem Steuer. "Drive" von 2011 ist sicherlich von "The Driver", der 1978 in die Kinos kam, beeinflusst. So wie wiederum "The Driver" von dem französischen Kriminalfilm "Le samouraï" ("Der eiskalte Engel") mit Alain Delon aus dem Jahr 1967 Inspiration zog.

Regisseur und Drehbuchautor Walter Hill ("Nur 48 Stunden") inszeniert seinen Kriminalfilm atmosphärisch dicht und stilistisch ehrgeizig wie einen Film Noir mit Action-Szenen und brutalen Einsprengseln. Fast der gesamte Film spielt nachts in Los Angeles, und keine der Figuren wird mit Namen genannt.

Die Hauptrolle sollte ursprünglich Steve McQueen übernehmen, und statt Isabelle Adjani, deren Hollywood-Debut dies ist, waren Julie Christie und Charlotte Rampling vorgesehen. An den Kinokassen floppte die gut besprochene 20th Century Fox-Produktion.

Ein britischer Zuschauer aus Southampton meint: "Das ist ein Film für mitdenkende Leute. Wer ihn sich allein wegen der Autoverfolgungsjagden ansehen will, sollte sich lieber 'The Blues Brothers' angucken. Die Autoverfolgungsjagden sind hier nur das Sahnehäubchen. Diesen Klassiker schaut man wegen der Charaktere, ihrem Leben und der Atmosphäre."



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