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The Dark Knight mit Heath Ledger als Joker
The Dark Knight mit Heath Ledger als Joker
© Warner Bros.

TV-Tips für Sonntag (2.10.): Joker Heath Ledger als Trumpf-Ass

Pro7 zeigt Meisterwerk "The Dark Knight"

Pro7 ist heute der Spielfilmkanal der Wahl: Nach der FreeTV-Premiere des grandiosen Animationsspaßes "The Lego Movie" ist das Meisterwerk "The Dark Knight" im Spätprogramm ein weiteres Muss.

"The Lego Movie", Pro7, 20:15 Uhr

Ein gewöhnlicher Lego-Bauarbeiter (Stimme von Patrick Schröder), den man für den geweissagten "Speziellen" hält, wird rekrutiert, um den Kampf gegen einen bösen Tyrannen aufzunehmen, der das Lego-Universum in ewige Statik festkleben will.

Ein eingetragenes Warenzeichen als Film? Für Kinder? Warner-Manager Kevin Tsujihara hatte die Produktion angestoßen, nachdem er 2007 den Kauf an der Lego-Videospiellizenz zu "Traveler's Tales" verantwortet und das kommerzielle Potential der dänischen Bauklötze auch für das Kino gesehen hatte. Manche Beobachter rümpften die Nase, als Warner Brothers diesen Animationsfilm ankündigten, der für eine dreiste Merchandising-Masche gehalten wurde. "Wie gefällt dir 'The Lego Movie?" - "Gut, bis auf das Product Placement", lautete ein sarkastischer Witz.

Und dann das: Als der Streifen 2014 in die Filmtheater kam, überschlugen sich die Kritiker mit Lobeshymnen, und der Zeichentrickfilm dürfte einer der bestbesprochenen Filme des Jahres gewesen sein. Wunderschön animiert, eine gewinnende Stimmbesetzung (im Original ist zum Beispiel Chris Pratt als Hauptfigur Emmett zu hören), in jeder Minute Gags und eine überraschend zum Nachdenken anregende Geschichte, bot dieses 60 Millionen Dollar teure Werk bunten Spaß für alle Altersstufen.

Erstmals seit dem 2003 gefloppten "Looney Tunes: Back in Action" wagten sich Warner Animation Group wieder an eine Produktion, für die das australische Studio Animal Logic die computergenerierten Bilder programmierte. Über 3 Millionen animierte Steine und 180 Lego-Minifiguren kamen auf die Leinwand. In der Animation wurden die Bewegungen eines StopMotion-Zeichentrickfilms nachgeahmt, um den Aktionen von Lego-Püppchen näher zu kommen und dem ganzen Unterfangen einen gewissen unfertigen Charme zu geben.

Das wahre Genius hinter "The Lego Movie" waren indes das Drehbuch- und Regieduo Phil Lord und Christopher Miller, das bis dahin den Animationsfilm "Cloudy with a Chance of Meatballs" und die beiden "Jump Street"-Streifen inszeniert hatte und nun bewies, dass Spielzeug und Spaß sowie Witz, Weisheit und Intelligenz keine Gegensätze sein müssen.

Mit einem weltweiten Umsatz von 469 Millionen Dollar wurde das Werk ein großer Erfolg. Dass es nicht für den "Oscar" für den "Besten Animationsfilm" nominiert wurde, stieß allgemein auf Unverständnis; genannt wurde wenigstens der Ohrwurm "Everything Is Awesome" als "Bester Song". Bei den Britischen Filmpreisen gewann "The Lego Movie" in der Animationssparte.

Kritiker Iain McNally schrieb in "Starburst": "Phil Lord und Christopher Miller haben das scheinbar Unmögliche geschafft und einen wahrhaft witzigen, berührenden, inspirierenden und absolut verrückten Liebensbrief an diese winzigen Bauklötze geschrieben, aber auch an den Einfallsreichtum und die Kreativitität im Allgemeinen."

Und nun alle zusammen: "Everything Is Awesome!"



"The Dark Knight", Pro7, 22:05 Uhr
Als der Joker (Heath Ledger) Chaos und Verderben über Gotham City bringt, ist es an Batman (Christian Bale), das Unrecht zu bekämpfen.

"Batman Begins", mit dem Christopher Nolan 2005 die "Batman"-Reihe triumphal wiederbelebt hatte, war ein großer, aber kein überwältigender Erfolg gewesen. Was dann geschah, hat Kinogeschichte geschrieben, an deren Ende die Fortsetzung "The Dark Knight" weltweit über eine Milliarde Dollar eingespielt haben sollte. Das nicht gerade günstige Investment von 185 Millionen Dollar Produktionskosten, das Warner Brothers getätigt hatten, machte sich mehr als bezahlt.

In den drei Jahren bis 2008 hatte "Batman Begins" durch das zweite Leben auf Disc eine große Anhängerschar aufgebaut, die gespannt darauf war, wie die Geschichte um Bruce Wayne alias Batman weitergehen würde, aber zusätzlich wurde die Neugierde noch durch einen Schicksalsschlag angeheizt: Kurz vor der Premiere starb Heath Ledger, der im Film den Bösewicht Joker verkörperte und damit in die großen Fußstapfen von Jack Nicholson stieg. Als "The Dark Knight" dann in die Kinos kam, brach er reihenweise Kassenrekorde, als wären sie aus Pappmaché, und wurde zum weltweit erfolgreichsten Film des Jahres.

Doch das schaffte der Fantasy-Film nicht allein aufgrund der Neugier des Publikums im Vorfeld, sondern weil es sich schlicht und ergreifend um einen der besten Filme aller Zeiten handelt. Düster, komplex, mit vielen unvergesslichen Szenen und einem noch unvergesslicheren Bösewicht - Ledger bringt eine der beeindruckendsten schauspielerischen Leistungen der Filmgeschichte auf die Leinwand - wies Nolan's Inszenierung weit über eine Comic-Verfilmung hinaus, sondern setzte das Ganze als eine spannende Krimi-Saga um.

"The Dark Knight" wurde für acht "Oscars" nominiert (für die "Beste Kamera", den "Besten Schnitt", die "Beste Ausstattung", die "Best Maske", die "Beste Tonmischung" und die "Besten Spezialeffekte") und gewann zwei davon: Einen für den Tonschnitt und einen posthum für Heath Ledger als "Bester Nebendarsteller". Überhaupt erhielt Ledger fast alle Preise, für die er nominiert gewesen war - insgesamt über 20. Alles in wurde der Film mit über 130 Preisen geehrt.

Kritikerin Margot Harrison meinte für "Seven Days": "Nolan hat genügend Material in seine zweieinhalbstündige Saga gepackt. Die Handlung kommt wahnsinnig schnell voran, die Exposition ist atemlos, und die großen Schlüsselszenen treten sich praktisch auf die Füße. Stillstand existiert in diesem Film nicht."



"Dredd", RTL, 23:05 Uhr
In einer gewalttätigen, futuristischen Stadt, wo die Polizei die Autorität hat, gleichzeitig als Richter, Geschworene und Scharfrichter zu agieren, tut sich ein Polizist (Karl Urban) mit einer Rekrutin (Olivia Thirlby) zusammen, um einer Bande das Handwerk zu legen, die mit der bewusstseinsverändernden Droge SLO-MO handelt.

1995 hatten Walt Disney Studios die Adaption des "Judge Dredd"-Comics aus dem britischen Magazin "2000 AD" ordentlich verbaselt. Nach dem Flop des Sylvester Stallone-Streifens sollte ein gutes Jahrzehnt vergehen, bis sich mit Drehbuchautor Alex Garland ("Ex Machina") wieder ein Filmschaffender daran begeben sollte, die Figur leinwandtauglich zu machen. Garland schrieb ab 2006 an einem Drehbuch, für das er britische Produktionsgesellschaften als Finanziers gewinnen konnte. Er selbst produzierte den britischen Science Fiction-Film.

Für die Regie holte man den englischen Filmemacher Pete Travis, der 2008 den Kriminalfilm "Vantage Point" ("8 Blickwinkel") inszeniert hatte. Dieser hatte sich mit dem an den Drehorten in Kapstadt und Johannesburg stets präsenten Garland auseinander zu setzen, der quasi wie ein Zweitregisseur agierte. Den Machtkampf entschied schließlich der Autor und Produzent für sich; Travis durfte beim Schnitt seines Filmes nicht dabei sein. Die beiden Künstler erklärten in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass sie sich auf diese "unorthodoxe Zusammenarbeit" von Anfang an geeinigt hatten. Auf jeden Fall bestand Alex auf keiner Nennung als Regisseur.

Obwohl "Dredd" 2012 dann mit guten Kritiken startete, war das Interesse an der neuen Version nahe null. Mit nur 35 Millionen Dollar weltweit floppte der 50 Millionen Dollar teure Film kolossal und nahm weniger ein als die schwächere Stallone-Version. Doch die Zuschauer, die eine Kinokarte lösten und später die Disc erwarben, konnten sich über die beeindruckenden Spezialeffekte und die bombastischen Gewalttätigkeiten freuen, die selbstironisch und mit trockenem Humor serviert wurden. So gelang es Travis und seinem Team, den wirklichkeitsnahen Geist der Vorlage bemerkenswert gut einzufangen.

Kritiker Scott Weinberg meinte in "Fearnet": "Bestnoten dafür, dass der Film schonungslos anfängt, aggressiv bleibt und einen sehr schwarzen, aber willkommenen Sinn für Humor zeigt."



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