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Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Martin Freeman...ggins
Der Hobbit: Eine unerwartete Reise - Martin Freeman als Bilbo Baggins
© Warner Bros.

TV-Tips für Sonntag (20.11.): Ein kleiner Hobbit reist in die große, weite Welt

RTL zeigt "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise"

Die TATORT-Konkurrenzsender lassen sich nicht entmutigen und schicken parallel im Hauptprogramm ein starkes Spielfilmangebot ins Rennen. Besonders zu empfehlen ist der Auftakt der "Hobbit"-Trilogie von "The Lord of the Ring"-Meister Peter Jackson auf RTL.

"Der Hobbit - Ein unerwartete Reise", RTL, 20:15 Uhr

Der zaudernde Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) macht sich mit einer Gruppe von Zwergen auf, die ihren Heimatberg und das Gold darin vom Drachen Smaug zurück erobern wollen.

Die Idee, "The Hobbit" zu verfilmen, hatte Regisseur Peter Jackson schon in den Neunzigern, aber wegen der schwierigen Lage der Verfilmungsrechte kam dies nicht zustande, und der Neuseeländer widmete sich dann Ende der Neunziger erstmal den "The Lord of the Rings"-Romanen. Nach dem gigantischen Erfolg der "Lord of the Rings"-Reihe, die von 2001 bis 2003 gelaufen war, wurde es 2006 ernst: New Line Cinema, das Studio hinter "The Lord of the Rings", hatten sich mit den Rechteinhabern von MGM zusammen getan und wollten nun mit Jackson und seinem Team an den Erfolg der "Ring"-Trilogie anknüpfen. Der Filmemacher hatte indes erst einmal genug von Mittelerde, trat deshalb den Regieposten an seinen mexikanischen Kollegen Guillermo del Toro ("Pacific Rim") ab und wollte die zum damaligen Zeitpunkt geplanten zwei "Hobbit"-Filme lediglich produzieren.

Del Toro und Jackson arbeiteten ab 2008 eng an der Konzeption der Werke zusammen, doch die finanziellen Schwierigkeiten des mitproduzierenden Studios MGM verzögerten die Dreharbeiten so lange, dass Guillermo schließlich keine Lust mehr hatte zu warten und ausstieg. Das führte zu der nahe liegenden Rochade, dass doch Ringmeister Jackson wieder die Zügel in die Hand nahm. Und nach dem Motto "Wenn schon, denn schon" entschied er, statt zwei wieder drei Teile zu drehen. Eine umstrittene Entscheidung, denn die Romanvorlage von J.R.R. Tolkien aus dem Jahr 1937 ist ein eher schmaler Band. Peter und seine beiden Drehbuchautorinnen Philippa Boyens und Fran Walsh behalfen sich, indem sie Motive aus "Lord of the Rings" und anderen Tolkien-Werken integrierten.

Wie die "Lord of the Rings"-Werke wurden die drei "Hobbit"-Streifen an einem Stück gedreht. Die Dreharbeiten fanden in Neuseeland und auch in den Londoner Pinewood Studios statt, wo die Szenen mit dem 89 Jahre alten Christopher Lee entstanden, den man nicht mehr um die halbe Welt fliegen lassen wollte. Im Gegensatz zu den ein Jahrzehnt zuvor produzierten "Lord of the Rings"-Filmen nutzte das Filmteam stärker digitale Effekte. So entstanden zum Beispiel die Orcs, die früher von Schauspielern in Masken verkörpert wurden, nun hauptsächlich am Computer.

Als "The Hobbit - An Unexpected Journey" 2012, neun Jahre nach dem dritten "The Lord of the Rings", als erster Part in die Kinos kam, wurde klar: Die Zuschauer hatten noch oder wieder viel Lust auf Mittelerde. Die etwa 200 Millionen Dollar teure Produktion erwirtschaftete weltweit 1,0 Milliarde Dollar, nur knapp weniger als der erfolgreichste "The Lord of the Rings"-Part "The Return of the King". Das erklärte sich allerdings eher durch die gestiegenen Ticketpreise - zum Teil auch durch die 3D-Aufschläge verursacht - denn an den Zuschauerzahlen gemessen konnte "The Hobbit" nicht mit den "The Lord of the Ring"-Meisterwerken mithalten.

Zweitens wurde aber auch deutlich, dass der Fantasy-Film qualitativ eine Etage unter "The Lord of the Rings" spielte. Die Kritiken waren gut, aber nicht enthusiastisch, gleiches galt für die Zuschauer. Das langsame Tempo beraubte die ernste und visuell prächtige Rückkehr von Peter Jackson nach Mittelerde teilweise ihrer Exzellenz. Die technische Brillanz schlug sich in drei Nominierungen für einen Academy Award nieder: Für die Ausstattung, die Maske und die Spezialeffekte.

Kritiker Matthew Pejkovic lobte in "Matt's Movie Reviews": "Ein Wunder an Filmemacher-Zauberkunst und packenden Abenteuergeschichtserzählens, markiert dieser Film einen weiteren Triumph für Peter Jackson, der die Worte von J.R.R. Tolkien wieder mit geschickter und leidenschaftlicher Kunstfertigkeit zum Leben erweckt."



"Die Tribute von Panem - Catching Fire", Pro7, 20:15 Uhr
Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) und Peeta Mellark (Josh Hutcherson) geraten ins Visier des Capitols, nachdem ihr Sieg bei den 74. Hunger Games eine Rebellion in den Distrikten von Panem ausgelöst hat.

Noch bevor der erste Teil "The Hunger Games" 2012 in die Lichtspielhäuser gekommen war, hatten Lionsgate Films bereits die Dreharbeiten zur Fortsetzung in Georgia und auf Hawaii gestartet. Für die Verfilmung des zweiten Romans der Reihe von Suzanne Collins aus dem Jahr 2009 verpflichteten die Produzenten zwei neue Drehbuchautoren und mit Frances Lawrence ("Water for Elephants") einen neuen Regisseur, weil die Filmemacher des ersten Teils noch mit dessen Postproduktion beschäftigt waren.

Zum bestehenden Ensemble des ersten Parts kamen unter anderem Philip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright und Sam Claflin hinzu. Die Geschichte von "Catching Fire" spielt wenige Monate nach den Ereignissen in "The Hunger Games". Der intelligente, geschmeidig inszenierte und von einer noch gründlicheren Erkundung der zum Nachdenken anregenden Themen geprägte Film ist durch und durch packend und begeisterte die Kritiker.

Die Qualität machte sich auch an den Kinokassen bezahlt: Der 140 Millionen Dollar teure Science Fiction-Film spielte 2013 weltweit 865 Millionen Dollar ein und ist damit der mit Abstand erfolgreichste der vier "Hunger Games"-Teile. Der Song "Atlas" von Coldplay wurde für einen Golden Globe nominiert.

Kritiker Jeff Beck schrieb für "Examiner": "Man sollte meinen, dass der unterhaltsamste Teil des Films die Spiele selbst wären, aber stattdessen sind es der langsamere und mehr figuren-bezogenere Part, der am interessantesten ist."



"Was vom Tage übrig blieb", Arte, 20:15 Uhr
Ein Butler (Anthony Hopkins), der sein ganzes Leben vor dem Zweiten Weltkrieg den Diensten seines englischen Adligen geopfert hat, erkennt zu spät, wie fehlgeleitet seine Loyalität gewesen ist.

1989 erschien der Roman "The Remains of the Day" des japanischen, aber in Großbritannien lebenen Autoren Kazuo Ishiguro. Columbia Pictures sicherten sich die Verfilmungsrechte und wollten Mike Nichols die Regie übertragen und Meryl Streep und Jeremy Irons für die Hauptrollen engagieren. Aus diesem Arrangement wurde nichts, Nichols wollte nur produzieren und holte statt dessen das "Howards End"-Team mit Regisseur James Ivory, Drehbuchautorin Ruth Prawer Jhabvala, Produzent Ismail Merchant sowie den Schauspielern Emma Thompson und Anthony Hopkins an Bord. Nach "Room with a View", "Mr. and Mrs. Bridge" und "Howards End" wurde dies die vierte Kooperation von Ivory, Jhabvala und Merchant.

Die US-Produktion, die fast ausschließlich auf britische Darsteller setzte, wurde auch für 15 Millionen Dollar im Südwesten Englands in den Grafschaften Gloucestershire, Devon und Somerset gedreht. Nach "Howards End" gelang Ivory das nächste Juwel, ein kluger und eleganter Streifen mit unglaublichen Leistungen von Thompson und Hopkins.

Mit einem weltweiten Einspiel von 65 Millionen Dollar lief das hervorragend besprochene Werk 1993 erfolgreich und wurde für acht "Oscars" nominiert: Als "Bester Film", für Regie, für Emma Thompson als Hauptdarstellerin, Anthony Hopkins als Hauptdarsteller, für das Adaptierte Drehbuch, für Musik, für Ausstattung und für Kostüme. Aber in der Preisverleihungssaison gab es wenig Vorbeikommen an "Schindler's List", so dass als große Auszeichnung letztlich nur der Britische Filmpreis für Hopkins stand.

Ein US-Zuschauer schwärmt: "Zunächst mal ist das ein unglaublicher Genuss für die Augen, ein wunderschöner Film. Zweitens ist das Spiel von Emma Thompson und Anthony Hopkins spektakulär. Thompson's trauriger Blick im Bus am Ende des Films ist der traurigste, eindringlichste Blick, den ich in den 50 Jahren, die ich Filme schaue, je gesehen habe. Ein extrem schönes, intelligentes und einfühlsames Werk."



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