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Kirk Douglas stirbt mit 103 Jahren

Bewegende Worte von Sohn Michael

Im sagenhaften Alter von 103 Jahren ist Kirk Douglas in seinem Haus im kalifornischen Beverly Hills gestorben. Sein Sohn Michael machte den Tod gestern auf seinem Instagram-Kanal öffentlich: "Mit enormer Traurigkeit müssen meine Brüder und ich mitteilen, dass uns Kirk Douglas heute im Alter von 103 Jahren verlassen hat. Für die Welt war er eine Legende, ein Schauspieler des goldenen Kinozeitalters, der bis in seine goldenen Jahre lebte, ein Menschenfreund, dessen Gerechtigkeitssinn und die Dinge, an die er glaubte, einen Maßstab setzten, an dem wir uns alle messen lassen sollten. Aber für mich und meine Brüder Joel und Peter war er einfach Dad, für Catherine ein wunderbarer Schwiegervater, für seine Enkel und Urenkel ein liebender Großvater, und für seine Frau Anne ein wunderbarer Ehemann. Kirk's Leben war gut gelebt, und er hinterlässt ein filmisches Vermächtnis, das für kommende Generationen bestehen wird, und eine Vergangenheit als bekannter Philantrop, der mitwirkte, die Gesellschaft zu unterstützen und dem Planeten Frieden zu bringen. Lassen Sie mich mit den Worten schließen, die ich ihm auf seinem letzten Geburtstag gesagt habe und die stets wahr bleiben werden: Dad, ich liebe Dich so sehr und bin so stolz, Dein Sohn zu sein."

Jüngeren Zuschauern mag Kirk tatsächlich nur mehr etwas als Vater von Michael Douglas sagen, der sich selbst seit den siebziger Jahren als Schauspieler und Produzent etabliert hat, aber der am 9. Dezember 1916 in Amsterdam im US-Bundesstaat New York als Issur Danielovitch und Sohn russischer Einwanderer Geborene ist über Jahrzehnte selbst eine mächtige Persönlichkeit in der US-Filmindustrie als Darsteller, Produzent und gelegentlicher Regisseur und Drehbuchautor gewesen. Daneben war Kirk auch noch ein Autor und Philantrop, der über seine 1964 gegründete Stiftung mehr als 120 Millionen Dollar für wohltätige Zwecke wie für Schulen und Kindergärten und die Alzheimer-Forschung sowie für mittellose Schauspielkollegen spendete.

Für seinen wichtigsten Beitrag hält Douglas, dessen bekannteste Filme die beiden Stanley Kubrik-Werke "Paths of Glory" von 1957 und "Spartacus" von 1960, die Jules Verne-Verfilmung "20000 Leagues Under the Sea" von 1954 und das Billy Wilder-Drama "Ace in the Hole" ("Reporter des Satans") aus dem Jahr 1951 sind, aber die Tatsache, dass er die Schwarze Liste Hollywoods brach. Seit Ende der Vierziger durften Drehbuchautoren, denen man kommunistische Einstellungen unterstellte, nicht mehr in der Filmindustrie arbeiten. Als Produzent Douglas den kaltgestellen Dalton Trumbo offiziell bat, sein Drehbuch für "Spartacus" zu schreiben, forderte er die Industrie erfolgreich heraus. In dem Moment, in dem Trumbo's Name im Vorspann des Abenteuerfilms erschien, war die Schwarze Liste und damit ein düsteres Kapitel der Selbstzensur Hollywoods faktisch zu Ende.

Kirk hatte Glück, dass er nach dem Dienst in der US Navy im Zweiten Weltkrieg und der durch ein Stipendium ermöglichten Schauspielschule gleich in seinem ersten Film "The Strange Love of Martha Ivers" 1946 als Nebendarsteller so überzeugte, dass er in Hollywood sofort Fuß fassen konnte. 1948 spielte er in dem Kriminalfilm "I Walk Alone" erstmals an der Seite von Burt Lancaster, mit der er in den kommenden Jahrzehnten noch häufig gemeinsam vor den Kameras stehen sollte; zuletzt im Jahr 1986 in der Komödie "Tough Guys" ("Archie und Harry"). 1948 erhielt er in der Komödie "My Dear Secretary" erstmals die Hauptrolle. Dreimal war er für den Oscar als "Bester Hauptdarsteller" nominiert: Für "Champion" von 1949, für "The Bad and the Beautiful" von 1952 und als Vincent van Gogh in "Lust for Life" aus dem Jahr 1956.

2004 beendete er seine Karriere, nachdem er 1996 durch einen Schlaganfall gezeichnet war, der ihm unter anderem das Sprechen erschwerte. Letztmals auf der Leinwand war der Mime in dem Independent-Drama "Illusion" zu sehen, das allerdings nur auf Filmfestivals die Runde machte.

Seit 1954 war Douglas in zweiter Ehe mit Anne Buydens verheiratet. "Ich habe das Glück gehabt, vor 63 Jahren meine Seelenverwandte zu treffen, und ich glaube, dass unsere wunderbare Ehe und unsere nächtlichen Schwätze zur 'goldenen Stunde' mir geholfen haben, alles zu überleben", erklärte er einmal.


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