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Pans Labyrinth - Ofélia (Ivana Baquero)
Pans Labyrinth - Ofélia (Ivana Baquero)
© Senator Film

TV-Tipps für den 1. Weihnachtstag: Flucht in Pans Phantasie

Sat1 zeigt Meisterwerk "Pans Labyrinth"

Die Fernsehsender warten am Abend des 1. Weihnachtstags mit einigen FreeTV-Premieren auf, von denen der Animationsstreifen "Drachenzähmen leicht gemacht 2" die stärkste ist. Sat 1 zeigt die sehenswerte Fortsetzung im Hauptprogramm und strahlt im Nachtprogramm auch den besten Spielfilm des Abends aus: Guillermo del Toro's spanisches Meisterwerk "Pans Labyrinth".

"Drachenzähmen leicht gemacht 2", Sat1, 20:15 Uhr
Als Hicks der Hühne (Stimme von Daniel Axt) und sein Drache Ohnezahn eine Eishöhle entdecken, in der hunderte wilde Drachen und der mysteriöse Drachenreiter leben, müssen sie versuchen, den Frieden zu bewahren.

Nach dem Riesenerfolg des Meisterwerks "How to Train Your Dragon", der 2010 fast eine halbe Milliarde Dollar weltweit eingespielt hatte, beeilten sich DreamWorks Animation und 20th Century Fox, sofort eine Fortsetzung auf die Gleise zu setzen. Das Erfolgsduo aus Dean DeBlois und Chris Sanders konnte nicht weiter machen, da Sanders bereits an "The Croods" arbeitete, aber DeBlois kehrte mit einem Drehbuch und der Regie für das 145 Millionen Dollar schwere Projekt zurück.

Das Skript basierte erneut auf den Figuren der "How to Train Your Dragon"-Romanen der englischen Autorin Cressida Crowe aus den nuller Jahren; letztlich gingen die Ideen und die Ausführung aber auf Dean's Kreativität zurück, der sich zum Beispiel entschied, die Geschichte in Norwegen und dessen Fjorden anzusiedeln. Zusammen mit einem Dutzend Animationskünstlern bereiste der Kanadier eine Woche lang die norwegische Küste, um Inspirationen und Vorlagen für den Animationsstreifen zu sammeln.

Dann machten sich 500 Animationskünstler daran, die Figuren und Hintergründe am Computer zum Leben zu erwecken. Dabei konnten sie auf eine neue Software zurückgreifen, die es ermöglichte, Effekte und Kolorierung sofort in Echtzeit auf den Bildschirm zu bekommen und nicht erst wie bisher nach acht Stunden. Zudem erlaubten neue Animationsprogramme noch mehr Details und verbesserte Gesichtsanimationen, bei denen man sehen konnte, wie sich einzelnen Gesichtspartien über Muskeln veränderten. DreamWorks-Chef Jeffrey Katzenberg schwärmte von der "nächsten Revolution im Filmemachen".

Für die Sprachrollen kehrte die gesamte Besetzung des ersten Teils mit Jay Baruchel an der Spitze zurück; dazu kamen Cate Blanchett und Djimoun Hounsou neu hinzu. In der deutschen Fassung spricht Daniel Axt die Hauptrolle, daneben sind Martina Hill und Dominic Raake zu hören.

Als "How to Train Your Dragon 2" 2014 in die Kinos kam, gab es nicht wenige, die ihn für sogar noch besser als den ersten Part hielten, mindestens aber ebenbürtig. Die Kritiken waren erneut hervorragend, auch die Zuschauer waren von dem spannenden, emotional berührenden und wunderschön animierten Werk begeistert. Dies ist eine Fortsetzung, die wirklich ebenso geschickt an die Stärken des Originals anknüpft, wie sie auch aus eigenem Recht besteht und nicht nur das Gleiche neu verpackt offeriert. Mit weltweit 621 Millionen Dollar Umsatz wurde sie ein noch größerer Erfolg.

Kritiker Scott Mendelson schwärmte in "Forbes": "Das ist nicht nur eine großartige Fortsetzung, ein großartig animiertes Spektakel oder ein großartiges Erfolgsbeispiel für die Ausweitung eines Filmkosmos. Dies ist einfach ein großartiger Spielfilm. Punkt."



"Pans Labyrinth", Sat1, 00:35 Uhr
Im faschistischen Spanien 1944 entkommt die junge Stieftochter (Ivana Baquero) eines sadistischen Armeeoffiziers (Sergi López) in eine unheimliche und zugleich faszinierende Fantasiewelt.

Dieser spanische Fantasy-Film des mexikanischen Regisseurs Guillermo del Toro ("Pacific Rim") ist sein bisheriges Meisterwerk, und es ist schwer vorstellbar, dass er den kreativen Blitz noch ein zweites Mal in einer Flasche so genial einfängt wie bei diesem bildgewaltigen und phantasmagorischen Streifen. Seine Ideen sind del Toro's ganz eigene, teilweise in seine Kindheit zurückreichend und über Jahrzehnte in Notizbüchern festgehalten.

Dieses Werk ist vieles zugleich: Tragisches Märchen, Horror des Alltags und der Phantasie, eine bittere Reflexion der spanischen Geschichte, eine poetische Allegorie des Faschismus - und all das fügt sich grandios zusammen in einer außerordentlichen und fesselnden Fabel, einer Art "Alice in Wonderland" für Erwachsene.

Del Toro sah "El labirinto del fauno" (so der Originaltitel) als eine Quasi-Fortsetzung zu seinem im Spanischen Bürgerkrieg spielenden Horrorfilm "The Devil's Backbone" von 2001, der ähnliche Themen behandelte. Da "Faun" im Englischen zu sehr wie "Fawn" (Rehkitz) klingt, änderte man für den internationalen Verleih den Titel in "Pan's Labyrinth". Pan ist in der griechischen Mythologie der Gott des Waldes und der Natur; sein amerikanischer Darsteller Doug Jones brachte täglich fünf Stunden in der Maske zu, um sich in den Faun zu verwandeln.

Gedreht wurde für umgerechnet 19 Millionen Dollar in den Waldkiefernwäldern der Sierra de Guadarrama, einer Bergkette in Zentralspanien. Del Toro nutzte neben Masken und mechanischen Puppen auch computergenerierte Bilder, um seine Phantasiewelt abzubilden.

2006 war "El laborinto del fauno" einer der gefeiertesten Filme des Jahres, landete auf vielen Bestenlisten, gewann fast 100 Preise und war für ebenso viele nominiert. In Cannes hatte das Werk das Pech, mit dem irischen Drama "The Wind That Shakes the Barley" von Ken Loach und bei den Spanischen Filmpreisen mit dem spanischen Drama "Volver" von Pedro Almodovar mit zwei Schwergewichten zu konkurrieren, an denen es nicht vorbei kam.

Doch - für einen spanischen Film absolut ungewöhnlich - konnte der Streifen 2007 sechs "Oscar"-Nominierungen verzeichnen und dabei sogar drei Academy Awards gewinnen: Für die Kamera, die Ausstattung und die Maske. Leer gingen der Film selbst - es gewann das deutsche Drama "Das Leben der Anderen" -, das Originaldrehbuch und die Musik aus. Mit weltweit 83 Millionen Dollar war "El laborinto del fauno" ein großer Erfolg.

Kriitikerin Helen Cowley schrieb in "Little White Lies": "Zeuge zu sein, wie sich die einzigartigen Gedankenexplosionen von Guillermo del Toro auf der Leinwand manifestieren, ist wahrhaft verblüffend."



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