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Die Zehn Gebote mit Charlton Heston und Yul Brynner
Die Zehn Gebote mit Charlton Heston und Yul Brynner
© Paramount Pictures

TV-Tipps für Sonntag (5.3.): Charlton Heston teilt das Rote Meer in Kalifornien

Arte zeigt "Die zehn Gebote"

Am Sonntagabend wird es antik im Spielfilmangebot: Arte zeigt das Bibel-Epos "Die zehn Gebote" im Hauptprogramm, also den Film, der "Exodus: Gods and Kings" sein wollte, und Pro7 präsentiert mit "300" eine spartanisch-persische Märchen- oder Geschichtsstunde. So oder so: Ruhm erwartet uns!

"Die zehn Gebote", Arte, 20:15 Uhr

Der ägyptische Prinz Moses (Charlton Heston) erfährt von seinem wahren Herkunft als Hebräer und seiner göttlichen Mission, sein Volk aus Ägypten zurück nach Palästina zu führen.

Was "Der kleine Lord" hier zu Lande für das Fernsehen zu Weihnachten ist, ist "The Ten Commandments" für das US-Fernsehen zur Osterzeit: Seit 1973 zeigen ABC den Abenteuerfilm jedes Jahr. Dieses bombastische, teilweise auch absurde, aufwendig unterhaltsame Bibel-Epos ist auch nach 60 Jahren immer noch ein Publikumsrenner.

Zu ihrer Zeit galt die Paramount Pictures-Produktion mit 13 Millionen Dollar Herstellungskosten - das entspräche heute etwa 120 Millionen Dollar - als die teuerste ihrer Zeit, verfilmt mit ungeheurem Aufwand: 14 000 Statisten und 15 000 Tiere wirkten mit, und für die Rollen neben Charlton Heston besetzte Regisseur Cecil B. DeMille Stars wie Yul Brynner, Anne Baxter und Edward G. Robinson.

Das Werk ist dabei Cecil's Neuverfilmung seines eigenen "The Ten Commandments" von 1923. Das Kalkül des Filmemachers und von Paramount war einfach: Statt in Schwarzweiß und als Stummfilm sollte die Geschichte in Farbe, mit Ton, im Breitbildformat und mit nie gesehenen Spezialeffekten die Zuschauer vom Fernseher weg vor die großen Leinwände zurück holen.

Der Plan ging auf: Für DeMille wurde "The Ten Commandments" 1956 sein letzter und zugleich kommerziell erfolgreichster Film und ein gigantischer Erfolg. Mit 65 Millionen Dollar - das entspricht heute knapp 600 Millionen Dollar - wurde der Streifen der mit Abstand erfolgreichste des Jahres. Nach Zuschauerzahlen ist er aktuell noch immer der sechsterfolgreichste aller Zeiten in den USA.

Einige Szenen waren tatsächlich auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel gefilmt worden, der Großteil allerdings in den Studios in Hollywood und in Kalifornien. Die Ankunft der Juden am Roten Meer entstand beispielsweise an der US-Westküste. Einige Kulissen, Kostüme und Requisiten kauften Paramount 20th Century Fox ab, die zwei Jahre zuvor den ebenfalls im antiken Ägypten spielenden "The Egyptian" produziert hatten.

Die Arbeit an den Spezialeffekten nahm besonders großen Raum ein, insbesondere die Teilung des Roten Meeres galt als der komplizierteste Effekt bis zum damaligen Zeitpunkt, dessen Realisierung allein sechs Monate in Anspruch nahm. Unter anderem wurden dabei ein riesiger Wassertank und ein selbst gebauter Wasserfall auf dem Paramount-Studiogelände genutzt.

Die Kritiken waren positiv, die Zuschauerschlangen lang, und auch die Industrie erkannte die künstlerische und vor allem technische Meisterschaft des Werkes an. Sieben Oscar-Nominierungen erhielt "The Ten Commandments": Als "Bester Film", für Kamera, Schnitt, Ausstattung, Kostüme, Ton und Spezialeffekte. Nur für Letztere gab es den Goldjungen. 1999 nahm die US-Library of Congress den Film als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf, um es der Nachwelt zu erhalten.

Ein US-Zuschauer schreibt: "Das mag nicht die subtilste und anspruchsvollste Unterhaltung sein, die je zusammen gestellt worden ist, aber der Film erzählt seine Handlung mit einer Klarheit und Lebendigkeit, die wenige haben kopieren können. Mit seiner Spielzeit von fast vier Stunden ist es ein ausschweifendes Epos voller Absurditäten und Vulgaritäten, aber langweilt für keine Minute. Zugleich ist es der größte, spektakulärste, übertriebenste und grellste, aber verschwenderisch unterhaltsamste Film von Cecil B. DeMille, der ihn ganz als den Showman zeigt, der er zeitlebens war."



"300", Pro7, 22:50 Uhr

König Leonidas von Sparta (Gerald Butler) und eine Macht von 300 Männern bekämpfen eine Übermacht der Perser an den Thermopylen, einem strategischen Engpass zwischen dem Kallidromos-Gebirge und dem Golf von Malia am Ägäischen Meer, im Jahr 480 vor Christus.

Die Welturaufführung auf der Berlinale 2007 ließ ahnen, wohin die Reise für "300" gehen würde: Während sich der Berlinale-Palast während der Presseaufführung zusehends leerte und es am Ende Buh-Rufe setzte, gab es Stunden später an gleicher Stelle bei der öffentlichen Vorführung Stehende Ovationen der Kinozuschauer. Was sich im Februar am Potsdamer Platz im Kleinen vollzog, spielte sich einen Monat später im Weltmaßstab ab: Die Kritiken waren bestenfalls gemischt, aber das Publikum stürmte die Kinos und machte die Warner Brothers-Produktion mit weltweit 456 Millionen Dollar zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres. Egal was die Kritiker gegen den Film einzuwenden hatten - stupider Haudrauf-Film mit rassistischen Untertönen in der Zeichnung der Perser - jeder musste zugeben, dass Regisseur Zack Snyder ein visuell beeindruckender Streifen gelungen war.

Ähnlich wie "Sin City" zwei Jahre zuvor bebilderte der Filmemacher einen Comic von Frank Miller aus dem Jahr 1998 Bild für Bild und nutzte dafür umfangreiche Computertechnik. Während die Schauspieler in den Montrealer Studios nur vor Blue- und Greenscreens in leeren Hallen agierten, wurde in der Nachbearbeitung der gesamte Hintergrund per CGI eingefügt. Die Bleichauslassung, die den Bildern einen Schwarzweißeffekt mit starken Kontrast verleiht, kam ebenfalls zur Anwendung und gab dem Streifen ein unverwechselbares Aussehen.

Da sich der Aufwand an Kulissen so in Grenzen hielt und man die Requisiten aus den vorherigen Produktionen "Troja" und "Alexander" nutzte, kam die Produktion mit 65 Millionen Dollar vergleichsweise günstig und war entsprechend profitabel.

Die wahren historischen Umstände der Handlung sind umstritten - und von Frank Miller und Zach Snyder sollte man keine Geschichtsstunde erwarten. Aber unbestritten gelang es dem Filmemacher, der auch das Drehbuch verfasste, eine ganze Reihe von zitierbaren Dialogen einzuweben, die seitdem auch Eingang in die Populärkultur gefunden haben.

"Dies ist Tod und Krieg, wie ihn sich die antiken Dichter ausgemalt haben dürften, glorreich und herausfordernd - '300' ist ein gewaltiges Spektakel", lobte Kritiker Mark Pollard für "Kung Fu Cinema".



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