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Apocalypse Now Redux mit Robert Duvall
Apocalypse Now Redux mit Robert Duvall
© Studiocanal

TV-Tipp für Freitag (28.4.): Wir lieben den Geruch von Napalm am Abend

ARD zeigt Meisterwerk "Apocalypse Now Redux"

"Apocalypse Now Redux", ARD, 01:20 Uhr
Captain Willard (Martin Sheen) wird während des Vietnam-Kriegs auf eine gefährliche Mission nach Kambodscha geschickt, um einen abtrünnigen Oberst (Marlon Brando), der sich zum Gott eines Stammes erklärt hat, umzubringen.

Es gibt genügend Beispiele für Filmemacher, denen ihr Erfolg zu Kopf stieg und die sich in Projekten verloren, die am Ende so wirr waren, dass sie kein Mensch begriff oder sehen wollte ("Zardoz" von John Boorman), oder die sogar ein Hollywood-Studio wie United Artists in den Abgrund rissen ("Heaven's Gate" von Michael Cimino). "Apocalypse Now" ist das perfekte Beispiel für einen solchen Film: Francis Ford Coppola, der Wunderknabe, der nicht fehl gehen konnte - gefeiert für seine zwei "Der Pate"-Filme ebenso wie für "Der Dialog" - machte sich als 37-Jähriger auf, das Thema Vietnam-Krieg anzugehen.

Das gigantomanische Unternehmen geriet völlig aus dem Ruder: Statt fünf Monaten dauerten die Dreharbeiten auf den Philippinen weit über ein Jahr von März 1976 bis Mai 1977. Behindert durch die Zerstörung der Kulissen durch einen Taifun, einen Herzinfarkt des Hauptdarstellers Martin Sheen und das nicht vorausgesehene Übergewicht von Nebendarsteller Marlon Brando, das verhinderte, dass Coppola das eigentlich vorgesehene Ende drehen konnte wie geplant, und der sich dann schwer tat, ein neues zu finden, taumelte die Produktion besorgniserregend ihrem Ende entgegen. Als dann noch Gerüchte die Runde machten, es gebe verschiedene Schnittversionen des Films, weil der Regisseur sein Material nicht in den Griff bekäme und die ersten Pressevorführungen mit ablehnender Resonanz verliefen, schien das Fiasko perfekt. Coppola selbst gab zwischenzeitlich zu, es bestehe nur noch eine Chance von "20 Prozent", dass er den Film fertig stelle - wie in dem großartigen Dokumentarfilm "Hearts of Darkness" von Coppola's Frau Eleonor zu sehen. Die für Mai 1978 vorgesehene Premiere wurde abgeblasen.

Doch ab und zu hält Hollywood ein Happy Ending vor: Mit einem Team von hervorragenden Künstlern wie zum Beispiel Cutter Walter Murch, der bei diesem Film auch die Tonmischung verantwortete und es schaffte, einen in Mono gedrehten Streifen zu einem Dolby Surround-Erlebnis werden zu lassen, brachte man das Projekt auf Kurs. "Apocalypse Now" wurde das erste in Dolby Surround ausgestrahlte Werk. Die 180 Minuten-Fassung, die auf den Filmfestspielen von Cannes im Mai 1979, also zwei Jahre nach Ende der Dreharbeiten, schließlich als "Work in Progress" aufgeführt wurde, erhielt langen Applaus und gewann zusammen mit "Die Blechtrommel" die Goldene Palme.

Die Kritiker waren begeistert, und das hypnotische, halluzinierende, kühne und visionäre Meisterwerk wurde ein weltweiter Erfolg: Ein Einspiel von rund 150 Millionen Dollar machte die 32 Millionen Dollar Kosten (ursprünglich hatte man mit 20 Millionen Dollar kalkuliert) mehr als wett. Für acht "Oscars" nominiert, gewann der Film zwei: Murch für seinen "Besten Ton" (für den "Besten Schnitt" war er ebenfalls nominiert) und Vittorio Storaro für die "Beste Kamera". Heute gilt der Film noch immer als eines der großen Meisterwerke der Kinogeschichte und taucht auf vielen Bestenlisten auf.

Die ARD zeigt die Redux-Version von 2001, für die der Regisseur 49 Minuten geschnittenes Material wieder in den Film einfügte: Hauptsächlich die Begegnung mit den im Dschungel gestrandeten Playboy Bunnies und die Szene auf der französischen Plantage. Allgemein gilt diese Version als schwächer, weil verwässerter, als das Original. Aber anschauen sollte man ihn sich nichtsdestotrotz.

Ein kanadischer Zuschauer schwärmt: "Mein Lieblingsfilm. Eine beinahe psychedelische Reise an ein sehr surreales Ende, das diesen Film nicht für jeden zugänglich macht. Ein sehr anspruchsvoll anzusehender Film, aber gleichermaßen lohnend."



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