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Journalistisches Nachbeben

"The Insider" erregt die Gemüter

Das Publikum zeigte sich von "The Insider" unbeeindruckt, als der für etliche "Oscars" nominierte Film in den Kinos lief, und ließ den vielgepriesenen Film zum Flop werden.

Das Publikum zeigte sich von "The Insider" unbeeindruckt , als der für etliche "Oscars" nominierte Film in den Kinos lief, und ließ den vielgepriesenen Film zum Flop werden. Doch bei denjenigen, die das Werk portraitiert, erregt das Drama immer noch die Gemüter. "The Insider" schildert die wahre Begebenheit über einen Mitarbeiter der Zigarettenindustrie, der seine Arbeitgeber bei einem Reporter der Fernsehsendung "60 Minutes" verpfiff. Und das nicht zu knapp: Vergangenes Wochenende kam es zu einer öffentlichen Auseinandersetzung auf der Nationalen Konferenz investigativer Journalisten und Verleger in New York. Don Hewitt (Bild), der Gründer von "60 Minutes", beschimpfte seinen ehemaligen Produzenten Lowell Bergman, der nicht anwesend war. Im Film wird Bergman von Al Pacino verkörpert, an den Russell Crowe ("Gladiator") herantritt, um zu enthüllen, dass seine Arbeitgeber sehr wohl wissen, dass ihre Zigaretten suchtfördernde Stoffe enthalten. Bergman bereitet einen Beitrag vor, den CBS dann aber nicht ausstrahlen lässt, weil sie vor der Macht der Tabakindustrie einknicken. So stellt es jedenfalls die Filmversion dar. Für Hewitt ist das Ganze aber etwas einseitig geraten, um es milde auszudrücken:
"Bergmann ist ein Journalist, den ich nicht auf 100 Meilen an eine TV-Show oder auf 1000 Meilen an eine Journalistenschule heranlassen würde. Wenn ein Reporter, der vorgibt, der Wahrheit verpflichtet zu sein, der ganzen Wahrheit und nichts als der Wahrheit, sich mit einem Drehbuchautoren verschwört, um einen Film über sich selbst auszuhecken, der ihn beim Namen nennt, Dinge sagen lässt, die er nie gesagt hat, und Sachen tun lässt, die er nie getan hat, dann ist das ein Journalist, den ich auf 100 Meilen an keine Redaktion heranließe."
Bergman habe CBS auch nicht angewidert verlassen, als sein Beitrag auf Eis gelegt wurde, wie es "The Insider" zeige, sondern weiter für den Sender arbeiten wollen. Auch Mike Wallace, der Moderator der Sendung "60 Minutes", den im Film Christopher Plummer darstellt und sich dort gegen die Ausstrahlung des Interviews sträubt, entrüstete sich über Bergman: "Das Arschloch hat mich verraten, er hat mich belogen und betrogen." Lowell Bergman konterte die Vorwürfe Hewitts gelassen: "Er hat ein Recht auf seine Meinung. Er hatte früher keine Probleme mit mir und hat bei vielen Gelegenheiten meine Arbeit gelobt, ihre Genauigkeit und die Themen, die ich 16 Jahre lang bearbeitet habe."


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