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Harry Potter und der Halbblutprinz mit Daniel...ambon
Harry Potter und der Halbblutprinz mit Daniel Radcliffe und Michael Gambon
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (17.6.): Auf der Jagd nach den Horcruxen

Sat1 zeigt "Harry Potter und der Halbblutprinz"

Am Samstagabend macht mal wieder Harry Potter das Rennen in Sachen Spielfilmqualität. Sat1 zeigt den sechsten Teil im Hauptprogramm. Etwas erwachsener kommt der Polit-Thriller "State of Play" mit Russell Crowe im ZDF-Spätprogramm daher.

"Harry Potter und der Halbblutprinz", Sat1, 20:15 Uhr

In seinem sechsten Hogwarts-Jahr entdeckt Harry Potter (Daniel Radcliffe) ein altes Buch, das als "Eigentum des Halbblutprinzes" markiert ist und erfährt mehr über Lord Voldemort's (Ralph Fiennes) dunkle Vergangenheit.

Dieser sechste Teil der "Harry Potter"-Saga war sicherlich nicht leicht zu vermitteln. Die Handlung ist nicht mehr so selbst abgeschlossen wie in den ersten Abenteuern; wer hier nicht mit Vorwissen einschaltet oder im Bewusstsein, dass dieser Fantasy-Film keine zufriedenstellende Auflösung präsentieren kann, weil ja noch zwei weitere Streifen folgen werden, der wird wahrscheinlich nur Bahnhof (mit Gleis 9 3/4) verstehen und frustriert zurückbleiben. "Okay, es ist ein Bindeglied", schrieb Kritiker Dave White, "aber es ist ein wirklich gutes Bindeglied."

Und Warner Brothers und die Filmemacher um Regisseur David Yates, dessen zweiter "Potter" nach dem vorangegangenen "Harry Potter and the Order of the Phoenix" dies war, konnten 2009 darauf zählen, dass die treuen Fans der Romane und der Filme bestens orientiert waren. Yates gelang bei seiner Verfilmung der Vorlage von 2005 ein rundum gelungenes Werk: Düster, spannend, mitunter sehr witzig - vor allem aber visuell umwerfend (Bruno Delbonnel's grandiose Kameraarbeit wurde für einen "Oscar" nominiert). Auch emotional gelingt ein zufrieden stellender Bogen, der die Kritik und das Publikum rundum begeisterte. Das für 250 Millionen Dollar produzierte Werk spielte weltweit 934 Millionen Dollar ein und wurde damit hinter "Avatar" der zweiterfolgreichste Streifen des Jahres.

"Yates und sein technisches Team sind die wahren Zauberer hier, die dem Betrachter den Atem rauben mit ihrem cineastischen Handwerk, ihrer illusionistischen Kunstfertigkeit und ihrer faszinierenden Zauberei", schwärmte Jason Best für "Movie Talk".



"State of Play", ZDF, 23:30 Uhr
Als in Washington D.C. die Assistentin eines Kongressabgeordneten (Ben Affleck) ermordet wird, beginnt dessen alter Freund, ein Zeitungsjournalist (Russell Crowe), in der Sache zu recherchieren.

Dieser Kriminalfilm beruht auf der sechsteiligen britischen TV-Serie "State of Play", welche die BBC 2003 ausgestrahlt hatte. Hollywood interessierte sich für den Stoff, und obwohl Regisseur und Drehbuchautor Paul Abbott die Rechte eigentlich nicht verkaufen wollte, änderte eine siebenstellige Summe seine Meinung. Nach einem Bietergefecht setzten sich schließlich Universal Pictures durch, die den Streifen mit Brad Pitt und Edward Norton produzieren wollten.

Doch Pitt stieg nach längerem Hin und Her in letzter Minute aus der Produktion wegen künstlerischer Meinungsverschiedenheiten mit dem schottischen Regisseur Kevin Macdonald ("Black Sea") aus. "Ich hatte genaue Vorstellungen, wie der Film sein sollte, und der Regisseur hat seinen klaren Vorstellungen, und dann kam Ende 2007 der Streik der Drehbuchautoren auf, so dass wir unsere zwei Vorstellungen nicht zusammen bringen konnten", so Pitt.

Nun musste ein neuer Hauptdarsteller gefunden werden, und obwohl Russell Crowe schon in der Vorbereitung auf die Dreharbeiten zu "Robin Hood" steckte, erklärte er sich zur Mitarbeit bereit und blieb auch dabei, als seinerseits Norton wegen der Verzögerung aussteigen musste und durch Ben Affleck ersetzt wurde. Mit etwa einem halben Jahr Verspätung wurde das 60 Millionen Dollar teure Werk in Los Angeles und vor Ort in Washington D.C. gedreht.

Neben der eigentlichen Handlung flochten Macdonald und seine drei Drehbuchautoren das Thema des Kampfes der klassischen Tageszeitungen und Journalisten alter Schule gegen das Internet und das Bloggen ein, Letzteres repräsentiert durch die von Rachel MacAdams gespielte junge Journalistin.

Mit seinem intelligenten Drehbuch und der zügigen Inszenierung überwindet der realitätsnahe, schnörkellose und gut gespielte Film einige plumpe Handlungswendungen. Die Spannung ensteht weniger aus Action-Szenen, sondern aus der Dynamik der präzise gezeichneten Figuren. Trotz guter Kritiken floppte "State of Play" 2009 mit einem weltweiten Umsatz von bloß 88 Millionen Dollar.

Kritiker Leigh Paatsch befand in der australischen "Herald Sun": "Regisseur Kevin Macdonald geht den Stoff aggressiv und mit Schmackes an, verdammt gleichzeitig den Niedergang des seriösen Journalismus, während er die Grauzone abgrenzt, in der Regierung und Wirtschaft ihre schmutzigen Geschäfte besiegeln."



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