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Radio Rock Revolution
Radio Rock Revolution
© Universal Pictures Germany

TV-Tipps für Sonntag (16.7.): Bill Nighy bringt das Boot zum Schaukeln

Arte zeigt "Radio Rock Revolution"

Zwei britische Produktionen buhlen parallel im Hauptprogramm des Sonntagabends um Zuschauer - und sie sind nicht so gut abgehangen wie die TATORT-Wiederholung in der ARD. Im Gegenteil: Mit "Love, Rosie" zaubert Pro7 sogar eine FreeTV-Premiere aus dem Sommerloch. Noch einen Tick sehenswerter ist indes auf Arte der großartig besetzte "Radio Rock Revolution" vom "Tatsächlich...Liebe"-Filmemacher Richard Curtis.

"Love, Rosie", Pro7, 20:15 Uhr
Rosie (Lily Collins) und Alex (Sam Claflin) sind seit ihrem 5. Lebensjahr die besten Freunde und müssten eigentlich füreinander bestimmt sein. Doch wenn es um Liebe und die richtigen Entscheidungen geht, sind diese Zwei ihre schlimmsten Feinde.

Der deutsche Regisseur Christian Ditter war eine ungewöhnliche Wahl, um den Roman "Where Rainbows End" ("Für immer vielleicht") der irischen Schriftstellerin Cecilia Ahern aus dem Jahr 2004 auf die Leinwand zu bringen. Bis dahin hatte der Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen in München mit "Vorstadtkrokodile", "Vorstadtkrokodile 2" und "Wickie auf großer Fahrt" Abenteuerfilme für ein jüngeres Publikum gedreht. Sein englischsprachiges Debut drehte er im kanadischen Toronto und im irischen Dublin.

Die britische Komödie erhielt 2014 schlechte Kritiken wegen ihrer albernen, von Klischees und konstruierten Momenten heimgesuchten Handlung. Doch dies wird durch die sympathischen Hauptdarsteller teilweise ausgeglichen, so dass unter dem Strich ein berührender und witziger Film steht. Nichtsdestotrotz hielten es die Zuschauer mit den Kritikern: Mit weltweit 25 Millionen Dollar Umsatz floppte der von Constantin Film mitproduzierte Streifen.

Christian Ditter schadete der Misserfolg nicht. Er erhielt zwei Jahre später sein Hollywood-Eintritts-Billet mit "How to Be Single", der bessere Besprechungen erhielt und ein solider Erfolg wurde.

Kritker Stefan Pape schrieb in "HeyUGuys": "Voller Klischees, vorhersehbar und teilweise unerträglich - aber dieser Film verliert nie aus den Augen, was er erreichen will, und er tut das liebevoll und ernsthaft, wobei er den Versatzstücken der romantischen Komödie verhaftet bleibt."



"Radio Rock Revolution", Arte, 20:15 Uhr
Eine Gruppe von Disc Jockeys sendet in den Sechzigern von Bord eines Schiffs in der Nordsee aus Rockmusik und fordert die britische Regierung heraus, die nur klassische Musik im Radio erlaubt.

Für seine zweite Regiearbeit nach "Love Actually" nutzte der britische Regisseur und Drehbuchautor Richard Curtis ("Alles eine Frage der Zeit") reale Geschehnisse aus der britischen Gesellschaftsgeschichte der sechziger Jahre als Grundlage. "The Boat That Rocked" (so der Originaltitel) erinnert an die Umtriebe des irischen Musikproduzenten Ronan O'Rahilly, der - nachdem der öffentlich-rechtliche Rundfunk BBC, der damals das Monopol besaß, sich geweigert hatte, seine Bands zu spielen - seinen eigenen Sender gründete. Da das britische Gesetz Privatsender nicht erlaubte, installierte O'Rahilly sein "Radio Caroline" 1964 als Piratensender an Bord eines Schiffes außerhalb der Drei Meilen-Zone vor der britischen Nordsee-Küste.

Das Radio war bei den britischen Hörern als Alternative zum altbackenen Staatsfunk erfolgreich und spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung neuer Pop- und Rockmusikstile. Bands wie The Who oder Status Quo wurden durch den Sender bekannt. Der Soundtrack der Komödie enthält entsprechend zahlreiche Beat- und Rock-Titel aus den sechziger Jahren, zum Beispiel von den Kinks, den Troggs, The Moody Blues, Jimi Hendrix und Cat Stevens.

Für die umgerechnet 50 Millionen Dollar teure Working Title-Produktion versammelte Curtis ein großartiges Ensemble vor der Kamera: Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Nick Frost, Rhys Ifans, Chris O'Dowd, Kenneth Branagh und Emma Thompson wirken unter anderem mit. Gedreht wurde auf dem ehemaligen niederländischen Krankenhausschiff De Hoop, das nun als Timor Challenger in Portland Harbour in der Grafschaft Dorset vor Anker lag; die Aufnahmen auf See entstanden vor der schottischen Küste bei Dunbar, während Innenaufnahmen in einer Lagerhalle auf der Isle of Portland und in den Shepperton Studios bei London gefilmt wurden.

Als "The Boat That Rocked" 2009 vom Stapel lief, erhielt es durch bloß gemischte Kritiken eine Schlagseite und wurde an den Kinokassen von den britischen Zuschauern versenkt, als nur 6 Millionen Pfund zusammen kamen. Für die US-Auswertung ließen Focus Features 20 Minuten des mit 135 Minuten überlang geratenen Werks kürzen und veröffentlichten es unter dem Titel "Pirate Radio". Was auch nichts nützte - auch hier floppte der Streifen, der es am Ende auf weltweit lediglich 36 Millionen Dollar brachte.

Die gute Besetzung und der ausgelassene Soundtrack sind die Pluspunkte von "The Boat That Rocked", dessen Witz mit zunehmender Spieldauer indes nachlässt.

Kritiker Mike Scott lobte in "Times Picayune": "Richard Curtis' Crew, auch wenn sie handlungsmäßig ein ziemlich leichtes Schiff steuern muss, weiß auf jeden Fall, wie man Spaß hat. Sie sind mit einem der denkwürdigsten klassischen Rock-Soundtracks seit 'Forrest Gump' ausgerüstet."



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