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Gesetz der Rache mit Gerard Butler
Gesetz der Rache mit Gerard Butler
© Constantin Film

TV-Tipps für Sonntag (27.8.): Gerard Butler ist ein gesetzestreuer Bürger

Pro7 zeigt "Das Gesetz der Rache"

Am Sonntagabend geht es im Spätprogramm kriminell zu: Gerard Butler nimmt auf Pro7 das Gesetz in seine eigenen Hände, während in der ARD die Rote Armee Fraktion im Schweinsgalopp die Bundesrepublik in Atem hält.

"Das Gesetz der Rache", Pro7, 22:25 Uhr

Ein Mann (Gerard Butler) nimmt das Gesetz in seine eigenen Hände, nachdem einer der Mörder seiner Familie nach einer Vereinbarung vor Gericht auf freien Fuß gesetzt worden ist. Aber er will nicht nur diesen umbringen, sondern auch den Bezirksstaatsanwalt (Jamie Foxx) und andere an dem Deal Beteiligte.

"Law Abiding Citizen" (so der Originaltitel, zu deutsch: Gesetzestreuer Bürger) fällt in die Kategorie Film, der vom Publikum mehr gemocht wird als von den Kritikern. Als dieser Thriller von F. Gary Gray ("Fast & Furious 8") 2009 in die Kinos kam, musste er sich seinen mäßigen Erfolg in Höhe von weltweit 126 Millionen Dollar an den Kinokassen gegen die Verrisse der Presse, die den Streifen für zu gewalttätig und absurd hielten, erkämpfen. Diejenigen Zuschauer, welche das in Philadelphia spielenden und an Originalschauplätzen in der Stadt - darunter in einem alten, stillgelegten Gefängnis - für 50 Millionen Dollar gedrehte Werk sahen, fanden ihren Gefallen an diesem überdrehten, absurden, aber professionell in Szene gesetzten Spektakel.

Kritiker Robbie Collin befand für die britische "News of the World": "Wer eine verrückte Mischung aus 'Saw' und 'Shawshank Redemption' möchte, in der eine Menge Leute auf fiese Art und Weise umgebracht werden und Gerard Butler seinen Popo entblößt, dann ist dieser Film eine sichere Sache."



"Der Baader-Meinhof-Komplex", ARD, 23:30 Uhr
Die Geschichte der Roten Armee Fraktion (RAF), die durch Bombenanschläge und Raubüberfälle in den Sechzigern für eine andere Welt kämpfte und den Staat herausforderte, um dann in den Siebzigern entführen, morden und Attentate verüben sollte, um ihre gefangen genommenen Anführer aus dem Gefängnis freizupressen.

2004 hatte Bernd Eichinger sich den letzten Tagen des Dritten Reichs angenommen. Hauptsächlich auf dem Sachbuch "Der Untergang" von Joachim Fest basierend, konzentrierte sich das gleichnamige Drama auf die Tätergruppe hochrangiger Nationalsozialisten und zog das Who's Who des deutschsprachigen Films an - angefangen vom Iffland-Ring-Träger Bruno Ganz. Vier Jahre später nahm sich der Produzent eines weiteren historischen deutschen Themas an, wieder auf einem Sachbuch fußend - diesmal "Der Baader Meinhoff Komplex" von Stefan Aust aus dem Jahr 1985 -, sich erneut auf die Tätergruppe um Gudrun Ensslin (Johana Wokalek), Ulrike Meinhoff (Martina Gedeck) und Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) konzentrierend, wieder mit einem Who's Who des deutschsprachigen Films und erneut mit Bruno Ganz auf der Besetzungsliste.

Manche Kritiker sprachen von einer "Vereichingerisierung" der deutschen Geschichte, der Gefahr, dass die Leinwandfassung dessen, was wirklich geschehen war, ins kollektive Gedächtnis übergehen würde. Der Produzent und Regisseur Uli Edel versuchten sich mit den Ausführungen zu wehren, dass sie bis ins kleinste Detail der Ausstattung und die letzten Sätze des Drehbuchs größtmögliche Authentizität verfolgt hätten. Um keine erfundenen Handlungsbögen oder Identifikationsfiguren hinzuzudichten, nahmen es Eichinger und Edel, die zusammen auch das Drehbuch schrieben, in Kauf, dass die sehr komprimierten Geschehnisse Schlag auf Schlag aufeinander folgen, ohne dass sich ein Spannungsbogen erhebt. Die Geschichte im Schnelldurchlauf mag manchen Zuschauer, dem das Hintergrundwissen über die damaligen Geschehnisse in den Jahren 1967 bis 1977 fehlt, verwirrt zurücklassen.

Es verwundert kaum, dass das Projekt ursprünglich als Doku-Drama zum 30. Jahrestag des Deutschen Herbstes 1977 vom NDR für das Fernsehen geplant war. Doch Eichinger wollte den Stoff groß für das Kino aufbereiten und konnte für sein 20 Millionen Euro starkes Projekt die Senderchefs von NRD, BR und WRD gewinnen, welche die Hälfte des Budgets beisteuerten.

Der Kriminalfilm wurde mit enormen Aufwand und der erwähnten Akribie in Ausstattung, Kostümen und Maske realisiert. Gedreht wurde an 140 Schauplätzen, hauptsächlich in Berlin, mit 120 Sprechrollen und 6300 Komparsen.

Wie bei einem politisch und historisch so aufgeladenen Thema wie der RAF, die viele der Filmemacher und der Rezensenten noch als Zeitzeugen miterlebt hatten, kaum verwunderlich, sorgte die Constantin-Produktion für viele Diskussionen im Feuilleton, die zum Teil die Glorifizierung der Terroristen als "Bonnie und Clyde der Bonner Repubik" beklagten. Interessant daher der Blick ins Ausland, wo sich die Kritiker dem Film als Werk als solches ohne die politischen Untertöne näherten. Hier fielen die Besprechungen sehr gut aus - man sah ein verschachtelt recherchiertes und beeindruckend authentisches Stück bundesrepublikanischer Geschichte mit einer fabelhaften Besetzung, einer sicheren Inszenierung und einem großartigen Drehbuch.

Mit 2,4 Millionen Besuchern wurde "Der Baader Meinhoff Komplex" 2008 ein großer Erfolg, blieb aber deutlich hinter "Der Untergang" zurück, den 4,6 Millionen Zuschauer hatten sehen wollen. Das Werk erhielt Nominierungen als "Bester nicht englischsprachiger Film" für einen Oscar, einen Golden Globen und den Britischen Filmpreis. Bei den Europäischen Filmpreisen gingen Moritz Bleibtreu und Maskenbildner Waldemar Pokromski ins Rennen, während bei den Deutschen Filmpreisen der Film selbst, Regisseur Uli Edel, Hauptdarstellerin Johana Wokalek und Kostümbildnerin Birgit Missal nominiert waren.

Kritiker Philipp Martin schrieb in der "Arkansas Democrat Gazette": "Eine beeindruckende Rekonstruktion der Zeitgeschichte und zugleich eine reißerische Geschichte, die ihre komplizierten und hin- und hergerissenen Charaktere niemals auf Stereotypen reduziert. Ein hervorragender Action-Film und eine nachdenkliche Abhandlung über die Sinnlosigkeit von Gewalt."



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