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X-Men 2 mit Hugh Jackman
X-Men 2 mit Hugh Jackman
© 20th Century Fox

TV-Tipps für Samstag (2.9.): Die X-Men kommen!

Pro 7 zeigt "X-Men" und "X-Men 2"

Dieser Kinoabend im Fernsehen stellt sich von selbst auf, denn außer "X" ist nix. Pro7 zeigt hintereinander die großartigen Science Fiction-Filme "X-Men" und "X-Men 2", mit denen Bryan Singer vor 17 Jahren die Comic-Verfilmungswelle startete.

"X-Men", Pro7, 20:15 Uhr
In diesem ersten "X-Men" werden zwei Mutanten (Anna Paquin und Hugh Jackman) an eine Privatschule für ihresgleichen geholt, wo ein Superhelden-Team sich bereit macht, eine terroristische Organisation mit ähnlichen Fähigkeiten zu bekämpfen.

Zwei Jahre später sollte Hollywood mit dem sensationellen Mega-Start von "Spider-Man", der am Eröffnungswochenende mit 115 Millionen Dollar einen neuen Startrekord aufstellte, realisieren, dass sich mit Comic-Verfilmungen richtig viel Geld verdienen ließ. Und hat die Zuschauer seitdem unablässig mit Comic-Adaptionen bombardiert. Doch der wahre Wegbereiter für diese Entwicklung ist dieser Science Fiction-Film aus dem Jahr 2000. 20th Century Fox bewiesen, dass man nicht nur aus Shakespeare spannendes Qualitätskino machen konnte, wenn man den Stoff nur den richtigen Leuten anvertraute: So übertrug man Bryan Singer ("X-Men: Apocalypse") die Regie, der mit dem meisterhaften "Die üblichen Verdächtigen" seinen Durchbruch gefeiert hatte, und stellte ihm eine großartige Besetzung internationaler Schauspieler zur Verfügung - von denen einige wie der Brite Patrick Stewart tatsächlich Shakespeare-Erfahrung hatten oder andere wie der Australier Hugh Jackman ihr Hollywood-Debüt gaben.

Schon seit 1984 hatten Marvel Comics mit der Idee gespielt, ihre Comic-Reihe zu einem Spielfilm verarbeiten zu lassen, dabei aber das Pech, erst mit Orion Films und dann mit Carolco Pictures jeweils mit zwei Studios zu kooperieren, die in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und das Projekt nicht stemmen konnten. Dabei war auch James Cameron als Regisseur im Gespräch. Das Ganze bekam neuen Schwung, als 20th Century Fox den Erfolg der "X-Men"-Zeichentrickserie auf ihrem Fernsehkanal Fox Kids bemerkten. Ab 1994 trieben daher Fox die Produktion voran. Einer der Autoren, die an den ersten Drehbuchentwürfen mitarbeiteten, war ein gewisser Joss Whedon - inzwischen mit "Avengers" selbst der Comic-Film-König.

Fox offerierten mehrmals dem gerade mit "The Usual Suspects" zu Ehren gekommenen Singer das Projekt, der es zunächst ablehnte, weil er Comic-Verfilmungen für unter seiner Würde hielt. Als er sich indes näher mit dem Material auseinander setzte, stellte er fest, dass ihn die Themen wie Vorteile und Ausgrenzung doch interessierten und nahm 1996 den Posten an. Fox kündigten erfreut die Premiere für Weihnachten 1998 an. Ein Termin, der sich absolut nicht halten ließ: Das Studio und Singer wurden sich nicht über das Drehbuch einig - Fox hielten die Ideen des damals 33-Jährigen für zu kostspielig. Schließlich schrieb der Schauspieler David Hayter das Drehbuch nochmals um und sollte für sein Skriptdebüt auch die alleinige Nennung im Vorspann erhalten.

Die Dreharbeiten fanden in Toronto statt, und erstaunlicherweise dachte man zunächst nicht daran, Firmen für digitale Spezialeffekte zu involvieren. Erst nachdem die Arbeiten bereits begonnen hatten und nachdem sich Singer via der Produktion von George Lucas' "Stars Wars: The Phantom Menace" über das inzwischen enorm gewachsene Potenzial der computergenerierten Effekte kundig gemacht hatte, engagierte man diverse Special Effects-Unternehmen.

Die Effekte standen dann beim Lob, das "X-Men" bei seiner Premiere von der Kritik erhielt, auch nicht im Vordergrund. Man rühmte vor allem, dass es dem Regisseur gelungen war, trotz der Vielzahl der Charaktere, die er zu berücksichtigen hatte, eine überraschend fokussierte Geschichte zu erzählen, die sich an die Vorlage hielt und mit viel Action unterhielt, getragen von einem großartigen Schauspielerensemble. Der 75 Millionen Dollar teure Streifen wurde der weltweit neunterfolgreichste Film des Jahres mit einem Einspiel von knapp 300 Millionen Dollar, so dass Fox nicht zögerten, eine Fortsetzung in Auftrag zu geben, erneut mit Singer auf dem Regiestühlchen.

Ein Zuschauer aus Alabama lobt: "Bryan Singer hat einen prima Job gemacht, indem er einen Film gedreht hat, der nicht nur die Fans der Comics überglücklich macht, sondern auch alle anderen Kinogänger. Der Streifen ist geerdet und vermittelt eine Botschaft über Vorurteile, von denen die Comics immer gehandelt haben: Die X-Men kämpfen für eine Welt, die sie eigentlich hasst."



"X-Men 2", Pro7, 22:15 Uhr
Auf Professor X (Patrick Stewart) wird ein Anschlag verübt, den die X-Men aufklären müssen, während die gefährdete Mutant Academy unter den Beschuss des Militärs gerät.

Nach dem Erfolg von "X-Men" im Jahr 2000 bei Kritik und Publikum fackelten 20th Century Fox nicht lange und gaben gleich den nächsten Teil in Auftrag, der erneut von Bryan Singer ("X-Men: Apocalypse") inszeniert werden sollte. Doch bis es so weit war, dass der Science-Fiction-Film auf die Leinwände in gleich 93 Ländern gleichzeitig starten sollte (noch nie hatte ein Werk in so vielen Staaten zugleich Premiere gefeiert), sollten noch gut drei Jahre vergehen.

Singer ist ein ambitionierter Filmemacher, und der damals 36-Jährige legte die Latte selbst hoch, als er ankündigte, dass die Fortsetzung das sein sollte, was "The Empire Strikes Back" für "Star Wars" war: Eine differenzierte Weitererzählung der Grundhandlung, wobei die Gruppe der X-Men aufgespalten wird und düstere Geheimnisse aufgedeckt werden. Dabei war es Singer wichtig, einen Menschen (Brian Cox) als Bösewicht zu zeigen und damit "die Art blinder Wut, die in Kriegstreiberei und Terrorismus mündet" - nach den Anschlägen vom 9. September 2001, dem Krieg in Afghanistan und dem sich abzeichnenden Irak-Krieg spiegelte sich wie in so vielen großartigen Science-Fiction-Filmen hier die Gegenwart des Jahres 2001 und 2002 in der fiktiven Handlung wieder.

Man hatte Mühe, die vielen, aus den Comic-Vorlagen zur Verfügung stehenden Ideen und vor allem die vielen verschiedenen Figuren mit ihren eigenen Handlungssträngen in eine kohärente Geschichte zu gießen. Gleich vier Drehbuchautoren mühten sich mit unterschiedlichen Entwürfen ab.

Die Dreharbeiten fanden dann in den Filmstudios in Vancouver statt, einem der größten Nordamerikas. Gedreht wurde insgesamt in 64 Kulissen an 38 verschiedenen Orten. Nicht ohne Probleme: So gab es im kanadischen Alberta zu wenig Schnee, so dass tonnenweise künstlicher herbeigeschafft werden musste. Während der Produktion reagierte man auf den "Oscar"-Gewinn von Halle Berry für "Monster's Ball" und räumte ihrer Figur Storm mehr Spielzeit ein, was hauptsächlich auf Kosten von James Marsden als Cyclops ging, bei dem einige Szenen auf dem Boden unter dem Schneidetisch landeten. Schlussendlich kostete die Produktion stattliche 110 Millionen Dollar und kam statt wie ursprünglich geplant im November 2002 erst ein halbes Jahr später in die Kinos.

Doch die Mühe zahlte sich aus: Bryan Singer und seinem Team war es gelungen, die Geschichte konzentriert und beeindruckend ehrgeizig zu erzählen. Wie ein brillanter Jongleur hält Singer die verschiedenen Handlungsbälle so flott in der Luft, dass sich die Fortsetzung trotz der vielen unterschiedlichen Stränge wie ein großes Ganzes anfühlt und nicht wie eine Reihe zusammengeschusterter Kurzfilme. Die guten Leistungen des bis in die kleinen Nebenrollen beachtlichen Ensembles tun das Ihrige dazu. Der generelle Konsens in der Öffentlichkeit war: Dieser "X-Men" war größer und besser als sein Vorgänger, und wurde sogar als Messlatte für alle zukünftigen Comic-Verfilmungen bezeichnet. Weltweit spielte dieser Teil 407 Millionen Dollar ein und gehörte zu den erfolgreichsten Streifen des Jahres.

Ein Zuschauer aus Kalifornien schwärmt: "Es kommt immer seltener vor, einen Film zu sehen, der die Sinne dermaßen packt und die Aufmerksamkeit so stark fesselt, niemals bis zum Abspann nachlassend, wie dieser Streifen. Man wird wohl nur eine Handvoll von Werken aufzählen können, wo eine Fortsetzung alle guten Elemente des Vorgängers übernimmt, vollkommen die Dinge auslässt, die im Original nicht funktionierten oder passten, und dann nicht nur die Erwartungen und den ihn umgebenden Hype übertrifft, sondern das Genre komplett neu definiert und in ungekannte Höhen treibt."



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