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Goodfellas - Joe Pesci, Ray Liotta und Robert De Niro
Goodfellas - Joe Pesci, Ray Liotta und Robert De Niro
© Warner Bros.

TV-Tipp für Mittwoch (15.11.): Ray Liotta drei Jahrzehnte in der Mafia

Kabel1 zeigt Meisterwerk "Goodfellas"

"Goodfellas", Kabel1, 23:50 Uhr
Die Lebensgeschichte von Henry Hill (Ray Liotta), der mit seinen Mafia-Partnern Jimmy Conway (Robert De Niro) und Tommy DeVito (Joe Pesci) in New York City ein italienisch-amerikanisches Verbrechenssyndikat ausbaut.

Eindrucksvoll und stilvoll, brutal und schonungslos - Regisseur Martin Scorsese ("The Wolf of Wall Street") war 1989 in absoluter Hochform, als er das Sachbuch "Wiseguy" von Nicholas Pileggi aus dem Jahr 1986 verfilmte. Pileggi erzählte mit dem Aufstieg und Fall des Mafia-Gangsters Henry Hill eine wahre Geschichte, bei der die Namen der Personen verändert wurden, viele der im Film genannten Vorfälle sich aber so zugetragen hatten und hier im Film sogar noch abgemildert wurden.

Meisterhaft führt Scorsese, der mit Autor Pileggi zusammen dessen Buch adaptierte, durch die Jahrzehnte des Gangstertums, setzt wie so oft exzellent Songs ein, auch um die zeitliche Orientierung zu erleichtern. Das Hochgefühl anschwellender Macht zeigen der Filmemacher und sein Kameramann Michael Ballhaus mit einer dreiminütigen ungeschnittenen Einstellung, in der Ray Liotta und Lorraine Bracco durch den Hintereingang eines Nachtclubs an einen Tisch direkt an der Bühne geführt werden. Hier ist der echte Henry Hill in einem Gastauftritt auch kurz als Koch zu sehen. Die aufkommende Paranoia von Liotta durch den unkontrollierten Kokainkonsum symbolisieren viele kurze, abgehakte Einstellungen und Jump Cuts von Scorsese's langjähriger Cutterin Thelma Schoonmaker.

Gedreht wurde die Warner Brothers-Produktion vor Ort in New York City, New Jersey und Long Island für 25 Millionen Dollar. Alle Beteiligten bemühten sich um hohe Authentizität - so telephonierte Robert De Niro mehrmals täglich mit Hill, um Informationen über seine Figur Jimmy Conway alias Jimmy Burke zu erhalten, um ihn lebensnah darstellen zu können.

Diese Gangster haben nichts Aristokratisches wie die Corleones aus "Der Pate" an sich, sie sind brutal, psychotisch und unsympathisch, was sich in Gewalttaten entlädt, die Scorsese ungeschönt zeigt. In der ersten Testvorführung verließen innerhalb der ersten zehn Minuten bereits 40 Zuschauer den Saal. Auch den hemmungslosen Gebrauch des Wortes "Fuck", das 246 Mal genannt wird, sah das Filmstudio Warner Brothers skeptisch. Dennoch ließ man Martin gewähren, der nur einen kurzen Schnitt in einer blutigen Szene entfernen musste, um von den Zensoren der MPAA die Altersfreigabe "R" zu erhalten.

Das Vertrauen zahlte sich aus: Mit 46 Millionen Dollar allein in den USA wurde das Drama 1990 ein Erfolg, erhielt glühende Kritiken, die es sogar wagten, "Goodfellas" in einem Atemzug mit "The Godfather" ("Der Pate") zu nennen, und gewann insgesamt rund 40 Preise, darunter den Silbernen Löwen für die "Beste Regie" auf dem Filmfestival von Venedig. Das Meisterwerk wurde für sechs Oscars nominiert: Für den "Besten Film",Regie, Drehbuch, Lorraine Bracco als Nebendarstellerin, Joe Pesci als Nebendarsteller und Cutterin Thelma Schoonmaker, wobei nur Pesci gewinnen konnte. 2000 nahm die US-Library of Congress den Streifen als "kulturell, historisch oder ästhetisch bedeutsames Werk" in das National Film Registry auf.

Ein US-Zuschauer schwärmt: "Diesen Film muss man gesehen haben, um es glauben zu können. In einem Wort: Perfektion. Jede Einstellung, jeder Off-Kommentar, jedes Lied - alles kommt immer an der genau richtigen Stelle, um die perfekte Filmerfahrung zu liefern. Dieser Streifen lässt einen wirklich verstehen und erleben, was die amerikanische Mafia so fesselnd werden ließ - in den Augen eines Kindes, der unglücklicherweise in einer harten Nachbarschaft groß wurde, mussten diese Gangster wie Rockstars wirken. Es kommt nicht häufig vor, dass sich alle Kreativen während der Herstellung eines Films in der Form ihres Lebens befinden wie hier. Und selten kommen Kunst und Unterhaltung so zusammen, wie sie es hier taten. Geschichtenerzählen mit tadellosem Tempo, so ist es, wenn ein Meisterkomponister sein Meisterwerk einem Meisterorchester dirigiert."



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