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Charlie und die Schokoladenfabrik - Johnny Depp
Charlie und die Schokoladenfabrik - Johnny Depp
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (25.11.): Johnny Depp zeigt seine Schokoladenseite

Sat1 zeigt "Charlie und die Schokoladenfabrik"

Für Spielfilmfreunde gibt es am Samstagabend nur einen Kanal: Sat 1. Dort läuft im Hauptprogramm der schön-schräge "Charlie und die Schokoladenfabrik", der vierten Zusammenarbeit von Tim Burton und Johnny Depp, und im Nachtprogramm der schaurig-schräge "Daybreakers" der deutschen Spierig-Brüder.

"Charlie und die Schokoladenfabrik", Sat1, 20:15 Uhr

Ein Junge (Freddie Highmore) gewinnt eine Werksbesichtigung der großartigsten Schokoladenfabrik der Welt, geleitet von dem ungewöhnlichen Besitzer Willy Wonka (Johnny Depp).

Skepsis war das Gebot der Stunde, als Warner Brothers Pictures 2003 ankündigten, Tim Burton ("Edward Scissorhands") werde "Charlie and the Chocolate Factory" neu verfilmen. Noch zu frisch war die Ernüchterung über Burton's überflüssiges und missratenes Remake von "Planet of the Apes" zwei Jahre zuvor. Und war nicht die beliebte Erstverfilmung mit Gene Wilder aus dem Jahr 1971 perfekt genug? Wilder beschuldigte die Filmemacher denn auch, das Projekt aus rein finanziellen Gründen anzugehen.

Doch das stimmte nicht. Tatsache ist, dass der walisische Autor Roald Dahl die erste Adaption seines gleichnamigen Romans aus dem Jahr 1964 so missfallen hatte, dass er Paramount Pictures die Rechte an einer Fortsetzung "Charlie and the Great Glass Elevator" nicht verkauft hatte und seine Erben sich weigerten, eine Zustimmung zu einer weiteren Version von "Charlie and the Chocolate Factory" zu geben. Die Gene Wilder-Version war weit von dem Buch abgewichen, was dem Schriftsteller missfallen hatte.

Insofern hatte Johnny Depp, der in Gene's große Fußstapfen treten sollte, Recht, als er meinte, hier ging es nicht um eine Wiederverfilmung des 30 Jahre alten Originals, sondern um die erste werkgetreue Adaption.

Bereits 1991 planten Warner Brothers die Neuverfilmung, aber es sollte bis 1998 dauern, bis das Filmstudio mit Dahl's Witwe Felicity und ihrer Tochter Lucy handelseinig wurden. Der Preis war unter anderem die Zusicherung, dass die Erben das letzte Wort in der Auswahl der beteiligten Künstler haben durften. Nachdem im Laufe der Zeit viele Namen von Regisseuren und unzählige Namen von Schauspielern für die Rolle von Willy Wonka genannt wurden, löste sich der Knoten, als der Name Tim Burtons fiel. Mit dieser Wahl war Famile Dahl sehr einverstanden, zumal ihnen die Verfilmung "James and the Giant Peach" ("James und der Riesenpfirsich") 1996 sehr gefallen hatte, die Burton ("Edward Scissorhands") produziert hatte.

Burton brachte dann seine bewährten Mitarbeiter Depp und Komponist Danny Elfman mit an Bord; für die Kinderhauptrolle engagierte man den damals zwölf Jahre alten Freddie Highmore aus London auf Empfehlung von Johnny, der 2003 mit ihm für "Finding Neverland" ("Wenn Träume fliegen lernen") vor der Kamera gestanden hatte. Für die anderen Kinderdarsteller wurden stets Schauspieler besetzt, die tatsächlich aus dem jeweiligen Land, das sie im Film repräsentierten, kamen. So stammte zum Beispiel der damals elf Jahre alte Philip Wiegratz, der auf der Leinwand den esssüchtigen Augustus Glupsch mimte, aus Sachsen-Anhalt.

Gedreht wurde in der zweiten Jahreshälfte in den Pinewood Studios nahe London. Weil in Großbritannien die Arbeit rechtlich von Kindern auf täglich viereinhalb Stunden beschränkt ist, zogen sich die Dreharbeiten auf sechs Monate. Die Szenen in Deutschland wurden in Gengenbach im Schwarzwald gedreht; warum Burton dies mit "Düsseldorf, Germany" untertitelte, dürfte sein Geheimnis bleiben. Lachen, Stöhnen und Gemurmel waren ihm in deutschen Kinosälen damit gewiss.

Tim entschied sich gegen eine vollständige Realisierung der Schokoladenfabrik im Computer auf Greenscreen, sondern ließ echte Kulissen bauen. Er meinte unter anderem, es wäre für die Jungdarsteller sonst zu schwierig gewesen, sich vorzustellen, wo sie sich jeweils gerade genau befanden. Somit ist auf der Leinwand eine Mischung aus traditioneller Tricktechnik, Kulissen, Requisiten und Puppen sowie computergenerierten Bildern (CGI) zu sehen.

Als der Fantasy-Film 2005 in die Kinos kam, dachte niemand mehr an das "Planet of the Apes"-Debakel. Die Kritiken waren gut, und die Kassen klingelten. Das mit 150 Millionen Dollar Produktionskosten stattlich teure Werk wurde mit einem weltweiten Umsatz von 475 Millionen Dollar ein großer Erfolg. Burton war die Mischung aus heller Schokolade - visuell ansprechend - und dunkler Schokolade - schwarzhumorig - bestens gelungen.

Gabriella Pescucci erhielt eine Oscar-Nominierung für ihre Kostüme; Johnny Depp ging bei den Golden Globes als "Bester Hauptdarsteller" ins Rennen und bei den Britischen Filmpreisen gab es vier Nennungen: Für Ausstattung, Kostüme, Maske und Spezialeffekte.

Ein kanadischer Zuschauer schreibt: "Definitiv kein Film für kleine Kinder. Eine zauberhafte Zurschaustellung von Farbe und Witz mit einigen sehr düsteren und unheimlichen Elementen, ist dieser wundervolle Streifen erfrischend anders als das sehr unbeschwerte Original. Obwohl niemand den wirklich erstaunlichen Gene Wilder wird ersetzen können, haucht Johnny Depp der Figur neues Leben ein und versieht sie mit Eigentümlichkeiten."



"Daybreakers", Sat1, 00:40 Uhr
Im Jahr 2019 hat eine Seuche fast alle Menschen zu Vampiren gemacht. Konfrontiert mit schwindenden Blutvorräten, plant die angeschlagene dominante Rasse ihr Überleben, während ein Forscher (Ethan Hawke) mit einer geheimen Gruppe von Vampiren daran arbeitet, die Menschheit zu retten.

2004 erwarben Lionsgate Films das Drehbuch zu "Daybreakers", das die deutschen Brüder Peter und Michael Spierig ("Jigsaw") geschrieben hatten. Den Brüdern, die ein Jahr zuvor mit dem Horrorfilm "Undead" ihr Debut gegeben hatten, gelang es, eine Finanzierung von der Film Finance Corporation Australia zu erhalten und internationale Stars wie Ethan Hawke, Sam Neill und Willem Dafoe zu gewinnen. Die Dreharbeiten fanden schließlich 2007 für umgerechnet 20 Millionen Dollar in Queensland, an der Goldküste und in Brisbane statt. Die Spezialeffekte stellte Peter Jackson's Weta Workshop her. Bei den Masken der Schauspieler entschied man sich für einen eher minimalistischen Ansatz.

Die Gebrüder Spierig hatten 2009 Pech, dass sie mit ihrem australischen Horrorfilm in ein bereits sehr voll besetztes Konkurrenzfeld mit zahlreichen Vampirfilmen hineingerieten. Doch ihr Werk war spannend genug und bot eine so originelle Wendung des Genres, um zumindest gemischte Reaktionen bei Kritikern und Publikum hervorzurufen. Zu einem Erfolg an den Kinokassen reichte es indes aber nicht.

Der Film gewann bei den Australischen Filmpreisen für seine Spezialeffekte und war für das "Beste Originaldrehbuch" nominiert. Kritiker Simon Foster lobte für "SBS Australia": "Keine Frage, dass die Produktion superb ist. Das Regieduo hat jeden Zoll seiner Bilder mit erstaunlichen Effekten und ausgeklügeltem Produktionsdesign gefüllt."



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