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Sleepers mit Brad Pitt und Dustin Hoffman
Sleepers mit Brad Pitt und Dustin Hoffman
© Warner Bros.

TV-Tipps für Samstag (16.12.): Brad Pitt nimmt späte Rache

RTL2 zeigt "Sleepers"

Am Samstagabend hat das Hauptprogramm die besten Spielfilme zu bieten, auch wenn sie keineswegs vorweihnachtliche Stimmung verbreiten werden. Auf RTL2 läuft der verstörende Kriminalfilm "Sleepers" mit Brad Pitt, zeitgleich auf Vox der schwarzhumorige Fantasy-Film "Dark Shadows" von Tim Burton.

"Sleepers", RTL2, 20:15 Uhr

Nachdem ein Streich im Sommer 1967 in New York City katastrophal schief gelaufen ist, werden vier Jugendliche zu 18 Monaten Jugendarrest im Wilkinson Home for Boys verurteilt. Dort werden sie wiederholt Opfer von Misshandlungen und Vergewaltigungen durch das Wachpersonal. Über zehn Jahre später ergibt sich für sie die Chance, Rache zu nehmen.

"Sleepers" - so lautet der Ausdruck auf den Straßen New Yorks für Personen, die bereits in einer Jugendstrafanstalt gesessen haben. Regisseur und Drehbuchautor Barry Levinson ("Rain Man") verfilmte den gleichnamigen Roman von Lorenzo Carcaterra aus dem Jahr 1995. Ob es sich dabei wirklich um eine wahre Geschichte handelt, wie der Film per Einblendung im Vorspann und auch Carcaterra in der Einleitung seines Buches behauptet, ist unklar. Im Abspann steht wiederum zu lesen, dass die New Yorker Strafverfolgungsbehörden erklären, einen solchen Fall habe es nie gegeben.

Levinson drehte vor Ort in New York City und konnte auf ein beeindruckendes Ensemble zurückgreifen - unter anderem mit Robert De Niro, Kevin Bacon, Dustin Hoffman und Brad Pitt. Zur reichhaltigen Atmosphäre dieses düsteren, verstörenden und fesselnden Kriminalfilms trägt auch die hervorragende Kameraführung durch Michael Ballhaus ihr Scherflein bei. Und wirft die Frage auf, ob Unrecht mit Unrecht vergolten werden darf.

Die 44 Millionen Dollar teure Warner Brothers Pictures-Produktion erhielt 1996 gute Kritiken und wurde mit einem Umsatz von weltweit 165 Millionen Dollar ein großer Erfolg. John Williams' Musik war für den Academy Award nominiert.

Ein Zuschauer aus Österreich findet: "Die Handlung ist komplex und sehr ausgeklügelt. Die Besetzung ist schiere Brillanz und schwer zu übertreffen. Das ist erstklassige Unterhaltung in Kombination mit Spannung und einer Reihe von Themen wie Rache, Gerechtigkeit, Mord, Missbrauch und Vergebung. Die Darsteller der Kinder spielen richtig gut. Ihre echten und sicheren Darstellungen verleihen dem Film sein beträchtliches Maß an emotionaler Glaubwürdigkeit und fesseln jeden, der sich mit den Charakteren identifiziert. Am Ende schließt sich der Kreis und macht uns bewusst, wie schnell unsere Leben auseinander brechen können."



"Dark Shadows", Vox, 20:15 Uhr

Der Vampir Barnabas Collins (Johnny Depp) kehrt in das Haus seiner Vorfahren zurück, wo seine problembehafteten Nachkommen seines Schutzes bedürfen.

Von 1966 bis 1971 lief auf ABC "Dark Shadows", eine Horror-Seifenoper, die im US-Bundesstaat Maine spielte und das ganze Arsenal an Horrorfiguren wie Werwölfen, Zombies, Geistern und Hexen mit einer Soap über das Liebesleben und die Probleme einer reichen Familie kreuzte. Einer der Fans dieser Serie ist Johnny Depp. Als er hörte, dass Warner Brothers Pictures 2007 die Verfilmungsrechte an der TV-Serie aus dem Nachlass des verstorbenen Serienerfinders Dan Curtis gekauft hatten, entflammte er für die Idee, die Hauptrolle in einer Leinwandversion zu übernehmen und überredete Tim Burton ("Edward Scissorhands"), die Regie zu übernehmen.

Burton, dessen siebte und bis heute letzte Zusammenarbeit mit Depp dies werden sollte, erhielt ein Budget von satten 150 Millionen Dollar, für das er ein erlesenes Ensemble aus unter anderem Eva Green, Michelle Pfeiffer und Helena Bonham Carter zusammen stellen konnte. Gedreht wurde in den Pinewood Studios nahe London und an verschiedenen Orten in den englischen Grafschaften Kent, Surrey, Cornwall, South Devon sowie in Schottland und im kanadischen Ontario. Als Hommage an die Fernsehserie erschienen vier Darsteller in Gastauftritten in der Ball-Szene.

"Dark Shadows" erhielt 2012 schlechte Kritiken, und war auch bei den Zuschauern nicht besonders beliebt, wurde dennoch mit einem Umsatz von weltweit 245 Millionen Dollar ein Erfolg, der angesichts des hohen Budgets allerdings zu schmal ausfiel. Gerade im Vergleich mit dem Mega-Erfolg der zwei Jahre zuvor gelaufenen Burton-Depp-Kooperation "Alice in Wonderland", der 1,0 Milliarde Dollar umgesetzt hatte, waren die Erwartungen an den Fantasy-Film höher gewesen.

Während die Bilder wie üblich bei Burton erste Sahne sind, schafft der Filmemacher es nicht, einen zusammen hängenden Tonfall zu etablieren. Die albernen Gags und die Gothic-Schaueratmosphäre wären in zwei separaten Werken wohl effektiver als hier zusammen gewürfelt.

Kritiker Mick LaSalle schrieb im "San Francisco Chronicle": "Wenn man bedenkt, welche Klippen hier umschifft werden und wie viele Lacher und Vergnügen bereitet werden, muss man den Film als befriedigende und gekonnte Leistung anerkennen."



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